Hirnaneurysma, wenn es zu einer Ausbuchtung eines Blutgefäßes im Gehirn kommt.

Allgemein versteht man unter einem Aneurysma eine Aussackung in der Arterie. Die Wand der Arterie gibt an dieser Stelle nach. Bei einem Hirnaneurysma handelt es sich um eine ballonförmige Aussackung der Gefäßwand einer Arterie im Kopf. Die Wahrscheinlichkeit ein Hirnaneurysma zu entwickeln liegt bei etwa 5%. Mit dem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit etwas, bei jungen Leuten ist sie geringer. Besonders ab dem 40. Lebensalter sind Menschen betroffen. Es kann beobachtet werden, dass Frauen häufiger als Männer betroffen sind.

Bei dieser Erkrankung kann es unter Umständen zu einem sehr gefährlichen Verlauf kommen. Bei folgenden Anzeichen solltes Du einen Notarzt verständigen!
Plötzliche, heftigste Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, Übelkeit und Erbrechen.
Die Gefahr bei einem Hirnaneurysma besteht darin, dass es zu einem Riss kommen kann und dadurch eine lebensbedrohliche Hirnblutung entsteht.
Bei einigen Menschen besteht ein erhöhtes Risiko für einen möglichen Riss. Ein Hirnaneurysma ist somit potenziell sehr gefährlich.
Kommt es zu einem Riss des Hirnaneurysma, entsteht eine sog. Subarachnoidalblutung mit Bewusstseinsstörungen und starken Kopfschmerzen bis hin zum Bewusstseinsverlust.
Dabei handelt es sich um einen lebensbedrohlichen Notfall, der sofort notfallmedizinische behandelt werden muss.
Ein Hirnaneurysma entsteht, wenn Gefäße an bestimmten Stellen ihre Elastizität verlieren.
Dieser Elastizitätsverlust ist mit steigendem Alter verbunden, aber auch mit Nikotinkonsum und Bluthochdruck.
Ein weiterer unbeeinflussbarer Risikofaktor ist die familiäre Vorbelastung. Menschen, in deren naher Verwandtschaft jemand ein Hirnaneurysma hat, haben eine dreifach erhöhte Wahrscheinlichkeit selber eines zu bekommen.
Auch Bindegewebskrankheiten können die Wahrscheinlichkeit eines Hirnaneurysmas erhöhen. Zu diesen Krankheiten zählt beispielsweise das Marfan-Syndrom.
Oftmals fehlen Symptome bei einem Hirnaneurysma und der Betroffene bemerkt die Aussackung gar nicht.
Sind Symptome vorhanden, handelt es sich bei diesen meist um Kopfschmerzen und – je nach der Lage des Aneurysmas – Nervenausfällen.
Beispielsweise kann es zu einem einseitigen Ausfall des Sehens kommen, wenn der Sehnerv betroffen ist oder zu einer Parese der Augenmuskeln, sodass sich das Auge nicht mehr bewegen lässt.
In seltenen Fällen können auch Sprachstörungen der Krampfanfälle im Zuge des Hirnaneurysmas auftreten.
Wenn das Hirnaneurysma platzt, macht sich das durch andere Symptome bemerkbar.
Betroffene klagen einen plötzlich einsetzenden, starken Kopfschmerz, der von Nackensteifigkeit und Übelkeit begleitet werden kann.
Die Hirnblutung ist ein absoluter Notfall und sollte so schnell wie möglich behandelt werden. Wird die Blutung nicht schnell gestillt, steigt der Hirndruck immer weiter (→ erhöhter Hirndruck) und es kann zu Gefäßkrämpfen bis hin zum Koma kommen.
Da ein Riss oft tödlich endet, ist es unabdingbar ein Hirnaneurysma ernst zu nehmen und das Risiko des Platzens so gering wie möglich zu halten.
Ein Hirnaneurysma wird zumeist zufällig bei einer Untersuchung des Kopfes mittels MRT oder CT entdeckt, da es oft keine Symptome verursacht.
Auch kann zur genauen Darstellung eine digitale Subtraktionsangiographie durchgeführt werden. Bei dieser Untersuchung werden zwei Röntgenaufnahmen gemacht, einmal mit und einmal ohne Kontrastmittelgabe.
Damit können dann die Gefäße dargestellt werden.
Sollte es in seltenen Fällen zu Symptomen kommen wie Kopfschmerzen oder Sehstörungen, können eine Migräne oder eine Amaurosis fugax in Frage kommen.
Die Behandlung des Hirnaneurysmas hängt von der Größe und der Wahrscheinlichkeit der Ruptur ab.
Ist das Aneurysma klein und wächst ganz langsam bis gar nicht, kann erstmal abgewartet werden.
Denn in diesem Fall ist das Rupturrisiko nicht hoch, ein Eingriff aber nicht risikofrei. Man entscheidet sich also für engmaschige Kontrollen des Aneurysmas und die Eliminierung von Risikofaktoren wie Bluthochdruck durch eine gut angepasste Therapie.
Wächst das Aneurysma schnell und droht zu reißen, wird mittels einer Operation eingegriffen.
Ein Hirnaneurysma wird operiert, wenn das Rupturrisiko zu groß wird.
Das ist der Fall, wenn das Aneurysma eine bestimmte Größe schon überschritten hat oder, wenn das Aneurysma in kürzester Zeit stark an Größe zunimmt.
Trotz dieser Vorgaben wird eine Indikation zur Operation immer individuell gestellt und sollte mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.
Die Prognose ist bei gleichbleibender Größe des Aneurysmas ziemlich gut. Das heißt, wenn der Betroffene alle Risikofaktoren eliminiert und zu regelmäßigen Kontrollen geht, kann er sehr lange damit leben, ohne dass ein Eingriff erfolgen muss.
Ist das Rupturrisiko aber erhöht und platzt das Aneurysma, ist das eine lebensbedrohliche Situation mit einer schlechten Prognose.
Wenn das Aneurysma klein und symptomlos bleibt, hat es kaum Folgen.
Bei einem größeren Aneurysma, das platzt, können je nachdem wie schnell die Blutung behoben wurde, dauerhafte Schäden verbleiben.
Wird die Blutung zu spät erkannt, bekommt das Gehirn für eine lange Zeit nicht genug Blut zugeführt und die immer größer werdende Blutung engt es auch noch zusätzlich ein.
Dadurch können bleibende Schäden wie Epilepsie, halbseitige Lähmungen oder Sprachstörungen entstehen.
Die zwei großen Risikofaktoren sind zum Glück zugleich auch beeinflussbare Faktoren:
Vorbeugen kann man ein Hirnaneurysma am besten, wenn man die Finger vom Rauchen lässt und – falls vorhanden – seinen Bluthochdruck in den Griff bekommt. Am besten ist es, wenn das komplett ohne eine Medikamenteneinnahme und nur mit einer Lebensstiländerung funktioniert.
Durch diesen bewussten und gesunden Lebensstil sinkt auch so noch einmal die Wahrscheinlichkeit an einem Aneurysma oder anderen Krankheiten zu erkranken, die durch Bewegung und Ernährung beeinflussbar sind.
Ein Hirnaneurysma kann nicht geheilt werden, ohne dass ein chirurgischer Eingriff erfolgt.
Daher gibt es keine richtige Heildauer und das Aneurysma gilt dann als geheilt, wenn es chirurgisch ausgeschaltet wurde.