Blutgerinnsel (Thrombus) im Kopf, wenn es zu einer Verstopfung eines der Gefäße im Gehirn kommt und umliegendes Gewebe nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird.

Erfahrungs Berichte
Bei einem Blutgerinnsel im Kopf kommt es zur Verstopfung eines Blutgefäßes im Gehirn durch einen sog. Thrombus. Ein Blutgerinnsel im Kopf ist die Hauptursache für den Schlaganfall. Umliegendes Gehirngewebe wird nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt und es droht ein Absterben der Zellen. Ein Schlaganfall muss daher sofort behandelt werden. Es kann überall im Körper zu Thrombosen kommen, so werden Gerinnsel in der Fachsprache genannt. Sind die Venen des Gehirns von Gerinnsel betroffen, spricht man von einer Sinusvenenthrombose. Dies führt zu einer venösen Abflussstörung und kann im schlimmsten Fall zu Stauungsblutungen oder einem Schlaganfall führen.
Treten eines oder mehrere der folgenden Anzeichen eines Schlaganfalls auf, muss sofort ein Notarzt verständigt werden:
Oft wird die Ursache der Sinusvenenthrombose nicht gefunden.
Man weiß zwar, dass die zu starke Gerinnung des Blutes der Grund ist, aber warum das genau auftritt, ist meist unklar.
Ein hohes Risiko haben demnach Menschen, die an einer Gerinnungsstörung leiden und auch Frauen, die die Hormonpille zur Verhütung verwenden.
Diese erhöht nachweislich das Thromboserisiko und das vor allem, wenn die Betroffene dazu auch noch raucht.
Deswegen sollte jeder Frauenarzt vor Verschreiben der Pille darauf aufmerksam machen, das Rauchen, wenn möglich zu unterlassen.
Es ist möglich, dass es nach einem Sturz oder einem Trauma zu einer Thrombenbildung in den Hirngefäßen kommt.
Viel häufiger ist es aber, dass es zu Hirnblutungen kommt oder eine Stauungsblutung vorliegt durch eine Sinusvenenthrombose, die vor dem Sturz schon bestand und nicht bemerkt wurde.
In etwa einem Drittel der Fälle verläuft eine Sinusvenenthrombose asymptomatisch.
Bei den anderen zwei Dritteln ist das Leitsymptom Kopfschmerzen, die in 90 % der Fälle vorkommen.
Dabei können es akute oder auch schon länger bestehende chronische Kopfschmerzen sein.
Andere typische Symptome sind Druckschmerzen, epileptische Anfälle oder Paresen (unvollständige Lähmung). Diese können immer wieder kommen und gehen.
Auch andere Formen von Bewusstseinsstörungen bis hin zu Psychosen können in einigen Fällen auftreten.
Bei bestehendem Verdacht durch auffällige Symptomatik, muss die Diagnose durch bildgebende Verfahren bestätigt werden.
Das Mittel der Wahl ist hierbei die Magnetresonanztomographie mit venöser Angiographie.
Durch das injizierte Kontrastmittel werden Verstopfungen der Gefäße in der Bildgebung sichtbar.
Eine CT-Untersuchung wäre auch eine Alternative, wird aber wegen der hohen Strahlenbelastung nicht bevorzugt.
Als Differentialdiagnose kommen andere Krankheiten infrage, die auch das Gehirn und die versorgenden Gefäße betreffen.
Zu diesen zählen die intrakraniellen Blutung und die Subarachnoidalblutung, der Schlaganfall im Zuge eines thromboembolischen Ereignisses, die Enzephalitis bei Herpes-simplex Infektion und auch Raumforderungen im Gehirn.
Manchmal können diese unbekannt sein und erst bei der Untersuchung dieser Symptome auffallen.
Eine Sinusvenenthrombose kann lebensgefährlich sein und muss daher sehr schnell behandelt werden.
Der Patient wird dabei auf einer Station behandelt, auf der er permanent beobachtet werden kann, wie die Schlaganfallstation oder die Intensivstation.
Das zentrale Ziel der Therapie ist es, das Gerinnsel loszuwerden.
In der Regel wird mittels Heparin das Blut verflüssigt und das Gerinnsel so aufgelöst.
Ist das Gerinnsel zu groß oder wirkt die alleinige Heparintherapie nicht, kann versucht werden den Thrombus noch zusätzlich mit Alteplase oder einem ähnlichen Präparat aufzulösen.
Schlägt auch dies fehl, ist eine operative Entfernung des Gerinnsels der nächste Schritt.
Im Vergleich zu anderen Formen der Gefäßverstopfung im Gehirn hat die Sinusvenenthrombose noch die beste Prognose.
Bei richtiger Behandlung wird meist in einigen Wochen eine Heilung erreicht.
In 10-15 % der Fälle entstehen im Zuge der Verstopfung jedoch bleibende Schäden. Des Weiteren wird ein Rückfall bei etwa 2% der Betroffenen beobachtet.
Bei schneller und adäquater Therapie der Sinusvenenthrombose sind in den meisten Fällen keine langfristigen Folgen zu erwarten.
Wird die Thrombose aber zu spät erkannt oder kommt es zu Komplikationen wie einem Schlaganfall oder einer Stauungsblutung im Verlauf, kann es sein, dass es langfristig zu neurologischen Spätfolgen kommt.
Hierzu zählen anhaltende Paresen oder Sehstörungen und epileptische Anfälle, die durch die Schädigung des Gehirns auftreten.
Ja, eine Sinusvenenthrombose ist lebensgefährlich und etwa 10 % der Betroffenen versterben daran.
Besonders Betroffene, die älter sind, im Koma liegen oder zusätzlich andere schwerwiegende Erkrankungen haben, weisen ein höheres Risiko auf, durch die Sinusvenenthrombose zu versterben.
Richtig vorbeugen kann man eine Sinusvenenthrombose leider nicht.
Risikofaktoren sollten eliminiert werden, sofern dies möglich ist.
Die Einnahme hormoneller Verhütungsmittel steigert bekanntlich das Thromboserisiko. Daher sollten Frauen, die schon einmal eine Form der Thrombose hatten, darauf verzichten und zu anderen Mitteln greifen.
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