Korsakow-Syndrom (Morbus Korsakow), wenn es aufgrund jahrelangen Alkoholkonsums zu unumkehrbaren Folgen im Gehirn mit starken Gedächtnisstörungen kommt. (Sergei Sergejewitsch Korsakow, 1854-1900)

Erfahrungs Berichte
Das Korsakow-Syndrom ist eine Erkrankung des Gehirns, welche nach jahrelangem, starken Alkoholkonsum auftritt und zu starken Gedächtnisstörungen führt. Das Syndrom ist meist, selbst wenn es gut therapiert wird, nicht vollständig heilbar. Es handelt sich um eine durch chronischen Vitamin-B1-Mangel auftretende Form der Amnesie. Ein Korsakow-Syndrom kann, muss aber nicht nach einer Wernicke-Enzephalopathie auftreten. Ist das der Fall spricht man von einem Wernicke-Korsakow-Syndrom. Eine Wernicke-Enzephalopathie geht auch auf einen Vitamin-B1-Mangel zurück, stellt aber einen akuten neurologischen Notfall dar. Der Mangel an Vitamin-B1, der auch bei Mangelernährung anderer Ursachen wie nach operativen Eingriffen im Verdauungstrakt oder Malignomen auftreten kann, führt zu einer Störung der zerebralen (im Gehirn) Energieversorgung und führt so zu neurologischen Funktionsbeeinträchtigungen.
Das Korsakow Syndrom ist sehr gefährlich. Es handelt sich dabei um einen medizinischen Notfall. Unbehandelt versterben ca. 20 % der Betroffenen.
In den meisten Fällen muss mit bleibenden Schäden gerechnet werden.
Besteht bei Dir oder einem Angehörigen der Verdacht auf eine Alkoholabhängigkeit, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden.
Treten Anzeichen von geistiger Verwirrtheit, Bewusstseinsstörungen und Sprachstörungen auf, handelt es sich um einen ersten medizinischen Notfall, der umgehend notfallmedizinisch versorgt werden muss.
Der ausgeprägte Symptomkomplex bei einem Korsakow-Syndrom wird in der Regel durch einen Neurologen untersucht und das Krankheitsbild diagnostiziert.
Auffällig werden können die Symptome aber auch z. B. bei einem Hausarzt, der dann weitere Schritte einleitet.
Die Ursache des Korsakow-Syndroms ist in der Regel der übermäßige Alkoholkonsum.
Weiterer Risikofaktor ist eine unausgewogene Ernährung sowie eine fehlende Substitution z. B. nach operativen Eingriffen in der Adipositas-Chirurgie.
Bei einem Korsakow-Syndrom kommt es zum sogenannten Amnestischen Syndrom.
Dieses zeichnet sich durch schwere antero- und retrograde Amnesien (vorwärts und rückwärts gerichtete Gedächtnisstörungen), einer Neigung zu Konfabulationen (erfundene Inhalte um Gedächtnislücken zu füllen) sowie einer Zeitgitterstörung (zeitliche Eingliederung von Ereignissen und Erinnerungen gestört) aus.
Weitere Symptome sind ausgeprägte Orientierungsstörungen und Störungen der Frontalhirnfunktion, welche sich u. a. in einer Antriebsminderung und einer sogenannten Affektverflachung äußern.
Bei letzterem handelt es sich um eine Abschwächung der gezeigten Gefühlsintensität.
Zusätzlich kann es zu ausgeprägter Müdigkeit und Polyneuropathie (Schädigung peripherer sensibler und motorischer Nerven) kommen.
Ein Korsakow-Syndrom wird in einer Kombination aus klinischer Untersuchung (ausführliche Anamnese und körperliche Untersuchung) sowie neuropsychologischen Tests diagnostiziert.
Diese dienen dazu, die mögliche Amnesie, Konfabulationen oder eine Zeitgitterstörung aufzudecken.
Zusätzlich erfolgt in der Regel ein MRT (Magnetresonanztomografie) des Kopfes, um einer Atrophie (Verkleinerung) bestimmter Hirnareale nachzugehen.
Verschiedene Symptome treten auch bei anderen neurologischen Erkrankungen wie z. B. einer Schizophrenie auf.
Anterograde oder retrograde Amnesien können im Rahmen eines Schädel-Hirn-Traumas auftreten.
In Bezug auf den beim Korsakow-Syndrom ursächlichen Vitamin-B1-Mangel (Thiamin) kommen auch andere Gründe für den Mangelzustand in Frage.
Das geht über die „einfache“ Form der mangelnden Aufnahme, über Aufnahme- und Verwertungsstörungen nach Operationen am Verdauungstrakt bis hin zu einem deutlich erhöhten Verbrauch von Thiamin bei einem Malignom.
Eine spezifische Therapie für ein manifestes (klinisch bemerkbar gemacht) Korsakow-Syndrom existiert nicht.
Wichtigste Säule ist das frühzeitige Erkennen sowie eine passende Therapie einer vorangehenden Wernicke-Enzephalopathie mittels einer Vitamin-Substitution.
Korsakow-Patienten können weiterhin von einer absoluten Alkoholabstinenz und einer ruhigen Umgebung profitieren.
Eine orale Substitution von Vitamin-B1 ist auch hier zu empfehlen.
Bei der Prognose in Bezug auf ein Korsakow-Syndrom muss differenziert werden. Per se ist die Lebenserwartung bei dieser Krankheit nicht eingeschränkt.
Der übermäßige Alkoholkonsum, der für die Entstehung verantwortlich ist, führt allerdings im Körper zu weiteren schwerwiegenden Veränderung wie z. B. der Leberschädigung, die für sich Komplikationen verursacht und zu einer Verkürzung der Lebenszeit führt.
Wird die Krankheit frühzeitig erkannt, insbesondere die Kombination mit einer Wernicke-Enzephalopathie und diese therapiert sowie der Alkoholkonsum deutlich eingeschränkt, verbessert das die Prognose deutlich.
Allerdings bleibt anzumerken, dass bereits eingetretene Veränderungen an Hirnstrukturen oder peripheren Nerven sich in der Regel nicht mehr zurückbilden.
Das Korsakow-Syndrom kann zwar alleine auftreten, der typische Verlauf ist aber das Auftreten im Anschluss an eine Wernicke-Enzephalopathie.
Bei Alkoholikern, v.a. beim Konsum von Alkohol mit niedrigem Promillegehalt, wird der Energiebedarf zum großen Teil durch den Alkohol abgedeckt.
Die daraus resultierende Mangelernährung führt über den Mangel an Vitamin B1 zur Schädigung der Hirnareale und Nerven.
An und für sich kann man das Korsakow-Syndrom als Endstadium einer Wernicke-Enzephalopathie verstehen, bei dem es aufgrund des bereits lang anhaltenden, chronischen Mangel an Vitamin B1 zu signifikanten Schäden an der Hirn- und Nervensubstanz gekommen ist.
Dieser Zustand ist nicht mehr heilbar.
Der Schweregrad der Symptome nimmt mitunter so weit zu, dass eine selbstständige Bewältigung des Alltags für die Betroffenen nicht mehr möglich ist.
Die beste Stellschraube, um einem Korsakow-Syndrom vorzubeugen, ist der Verzicht bzw. die deutliche Einschränkung des Alkoholkonsums.
Eine ausgewogene Ernährung, v.a. mit Vollkornprodukten, Nüssen, Haferflocken und Kartoffeln, welche viel Thiamin (Vitamin B1) enthalten, ist ebenfalls von Bedeutung.
Bei Risikopersonen sollte zusätzlich frühzeitig mit einer Substitution von Vitamin B1 begonnen werden.
An für sich ist die Lebenserwartung bei einem Korsakow-Syndrom nicht durch die Krankheit selbst eingeschränkt.
Der übermäßige Alkoholkonsum, der für die Entstehung verantwortlich ist, führt allerdings im Körper zu weiteren schwerwiegenden Veränderung wie z. B. der Leberschädigung, die für sich Komplikationen verursacht und zu einer Verkürzung der Lebenszeit führt.
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