Pudendusneuralgie, wenn es zu heftigen, stechenden und brennenden Schmerzen zwischen After und Genitalbereich kommt. (pudor= Scham, Neuralgie=Nerv)

Erfahrungs Berichte
Die Pudendusneuralgie ist eine sehr schmerzhafte Reizung des Pudendusnerven, die sich mit blitzartigen Schmerzen zwischen Genital und After präsentiert. Ausgelöst wird die Pudendusneuralgie durch eine Schädigung des Schamnervs.
Eine Pudendusneuralgie ist nicht lebensbedrohlich.
Es ist ratsam, bei Verdacht einen Arzt aufzusuchen, um zu verhindern, dass sich die Symptome verschlimmern und die Lebensqualität dadurch beeinträchtigt wird.
Der Arzt kann die genaue Diagnose feststellen, gegebenenfalls auch die Ursache ermitteln und eine entsprechende Behandlung einleiten.
Der Schamnerv (Nervus pudendus) ist für die Sinnenwahrnehmung von After, Damm und (Hoden/Schamlippen) verantwortlich.
Der Nerv versorgt unter anderen den äußeren Schließmuskel und ist somit für die Stuhlkontrolle und Harnkontrolle verantwortlich.
Der Nerv verläuft durch eine Engstelle, dem sog. Alcock-Kanal. Einklemmung in diesem Bereich bezeichnet man als Pudendus-Neuralgie.
Hinweis! Die Diagnose der Pudendus-Neuralgie ist oftmals schwierig und benötigt häufig viel Zeit.
Die Behandlung der Pudendusneuralgie richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache.
In vielen Fällen werden verschiedene Wirkstoffe ausprobiert und kombiniert, bis eine individuelle Wirkstoffkombination angewandt wird.
Hinweis! Schmerzmittel (Analgetika) wie z. B. Paracetamol oder Ibuprofen haben oft keine Wirkung bei einer Pudendusneuralgie.
Die Prognose der Pudendusneuralgie ist stark ursachenabhängig und von Fall zu Fall unterschiedlich.
Hinweis! Etwa 7 von 10 Betroffenen sind zwölf Monate nach einer Operation vollständig beschwerdefrei.
Bislang existiert es keine bestätigte, gezielte Vorbeugungsmaßnahme, um eine Pudendusneuralgie zu verhindern.
Ein gesunder Lebensstil mit viel Bewegung kann jedoch den Risikofaktoren einer Pudendusneuralgie entgegenwirken.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Pudendusnerv, Beckenboden, Perineum, äußere Genitalien, Anus |
| Differentialdiagnose | Ischias, Prostatitis, Enddarmentzündung, Hämorrhoiden, interstitielle Zystitis, Beckenbodenmyalgie |
| Medikamente | Neuropathische Schmerzmittel (Gabapentin, Pregabalin), NSAR, lokale Lokalanästhetika |
| Epidemiologie | selten, häufiger bei Frauen, meist zwischen 30–60 Jahren |
| Prognose | variabel; konservative Therapie kann Symptome verbessern, Operation bei therapieresistenten Fällen |
| Verlauf | chronisch, Schmerzen oft stechend oder brennend, verschlimmert beim Sitzen |
| Pathophysiologie | Kompression oder Irritation des Pudendusnervs (z. B. Beckenbodenmuskulatur, postoperativ, durch Trauma) |
| Komplikation | chronische Schmerzen, sexuelle Dysfunktion, psychische Belastung |
| Behandlung | physiotherapeutische Beckenbodenübungen, medikamentöse Schmerztherapie, Nervblockaden, ggf. operative Dekompression |
| Primärvorbeugung | Vermeidung von chronischem Druck auf den Nerv, ergonomisches Sitzen, Trauma vermeiden |
| Sekundärvorbeugung | frühe Therapie bei Nervreizungen, regelmäßige physiotherapeutische Übungen |
| Risikofaktoren | Beckenoperationen, Geburtstrauma, Beckenbodenüberlastung, längeres Sitzen, Übergewicht |
| Anzeichen | stechender, brennender Schmerz im Perineum, Anus oder Genitalbereich, Schmerzen beim Sitzen, Taubheitsgefühl, Drang- oder Sensibilitätsstörungen |
| Stadien | akute Irritation, chronische Neuralgie, therapieresistente Neuralgie |
| Diagnostik | Anamnese, klinische Untersuchung, Nervleitungsstudien, Bildgebung (MRT Becken), diagnostische Nervblockaden |
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