Röteln, wenn es zu einer Ansteckung mit dem Rötelnvirus kommt. Eine besondere Gefahr besteht in der Schwangerschaft für das Ungeborene.

Erfahrungs Berichte
Unter Röteln versteht man eine Erkrankung, die durch das Rötelnvirus ausgelöst wird. Charakteristisch für Röteln sind ein Hautausschlag, der hinter den Ohren beginnt und eine Schwellung der Lymphknoten im Nacken. Röteln verlaufen in der Regel milde. Eine Impfung wird dennoch empfohlen, da Röteln in der Schwangerschaft zu schweren Fehlbildungen des Kindes führen können.
Besteht bei Deinem Kind Verdacht auf Röteln, solltest Du einen Kinderarzt aufsuchen. Röteln kann einen schweren Verlauf nehmen. Zudem besteht bei Röteln Meldepflicht.
Ursächlich für Röteln ist das Rötelnvirus.
Es wird per Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen.
Eine Übertragung über die Nabelschnur in der Schwangerschaft ist ebenfalls möglich. (→ Röteln in der Schwangerschaft)
Risikofaktor für die Ansteckung mit Röteln ist ein fehlender oder unvollständiger Impfschutz.
Röteln führen nur zu einer gering beeinträchtigtem Allgemeinzustand und leichtem Fieber.
Zusätzlich können Kopfschmerzen und Gliederschmerzen sowie leichter Schnupfen in Begleitung einer Bindehautentzündung auftreten.
Klassisch ist auch die Schwellung von Lymphknoten im Nacken und hinter den Ohren.
Einige Tage nach Auftreten dieser Allgemeinsymptome entwickelt sich der Hautausschlag.
Dieser beginnt meist hinter den Ohren und geht dann auf den Körperstamm und die Extremitäten über.
Der Ausschlag wird als fein- bis mittelfleckig beschrieben. Er bildet sich binnen etwa drei Tagen zurück.
In etwa 50 % der Fälle verläuft eine Infektion mit Röteln jedoch asymptomatisch.
Röteln sind in der Regel eine klinische Diagnose (Blickdiagnose und körperliche Untersuchung reichen in der Regel aus).
Der charakteristische Ausschlag und die weiteren Symptome reichen aus, um die Diagnose zu stellen.
Im Blutbild lässt sich ein Anstieg der weißen Blutkörperchen nachweisen.
Sollte Unsicherheit bezüglich der Diagnose bestehen, kann ein Erregernachweis beziehungsweise ein Nachweis von Antikörpern gegen das Virus erfolgen.
Bei Röteln sollte man zu einem Kinderarzt gehen.
Aufgrund hoher Impfquoten sind Röteln selten geworden.
2019 wurden 58 Fälle von Röteln gemeldet.
Der Altersgipfel für Rötelnerkrankungen liegt bei 5 bis 9 Jahren. Röteln treten durch fehlende Auffrischimpfungen jedoch zunehmend bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf.
Röteln erkennt man anhand der kleinen, schwach sichtbaren, hellroten, erhabenen (tastbaren) roten Flecken. Die Flecken verschmelzen nicht miteinander.
Der Ausschlag beginnt meist hinter den Ohren.
Die Therapie der Röteln erfolgt rein symptomorientiert.
Falls nötig können zur Fiebersenkung Ibuprofen und Paracetamol verabreicht werden.
Wichtig ist es, wie bei vielen anderen Erkrankungen auch, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen und sich auszuruhen.
Die Prognose bei Röteln im Kindesalter ist sehr gut.
Die Erkrankung heilt meist innerhalb von wegen Tagen folgenlos aus.
Eine Ansteckung des ungeborenen Kindes im Mutterleib hingegen hat eine deutlich schlechtere Prognose.
Nach der Ansteckung und der Inkubationszeit von zwei bis drei Wochen kommt es zu einem Beginn der Erkrankung mit leichten Allgemeinsymptomen wie
Wenige Tage später kommt es zum Auftreten des Hautausschlages, der hinter den Ohren beginnt und sich von hier aus über den Körper verbreitet.
Der Ausschlag verschwindet nach einigen Tagen wieder und es kommt zu einer folgenlosen Heilung.
In etwa der Hälfte aller Fälle kommt es zu einer Ansteckung mit Röteln, die symptomlos verläuft.
In seltenen Fällen kann es jedoch auch zu Komplikationen wie Gehirnentzündungen, Bronchitis oder Herzmuskelentzündungen durch Röteln kommen.
Da Röteln meist unkompliziert verlaufen, dauert die Heilung von Röteln nur einige Tage.
Dies gilt jedoch nicht für eine Rötelninfektion im Mutterleib.
Die einzige Möglichkeit Röteln vorzubeugen ist eine Impfung gegen Röteln.
Dies ist vor allem wichtig, um schwangere Frauen und ihren ungeborenen Kindern vor der Erkrankung zu schützen.
Röteln sind zwar ansteckend, jedoch nicht besonders hochansteckend.
Eine Ansteckungsgefahr besteht sieben Tage vor bis sieben Tage nach Auftreten des Hautausschlages.
Die Inkubationszeit (Zeitpunkt der Ansteckung bis zum Ausbruch der Erkrankung) bei Röteln beträgt 14 bis 21 Tage.
Die Impfung gegen Röteln erfolgt im Rahmen der Dreifach-Impfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR).
Diese Impfung wird zweimal innerhalb des ersten Lebensjahres verabreicht. Ziel der Impfung ist es, die Röteln in Deutschland auszurotten und Fehlbildungen durch Röteln bei ungeborenen Kindern zu verhindern.
Der MMR-Impfstoff ist ein Lebendimpfstoff, was bedeutet, dass er abgeschwächte Krankheitserreger beinhaltet. Diese führen nicht zu einer Erkrankung, regen jedoch das Immunsystem zur Antikörperproduktion an.
Die Dreifach-Impfung wird in der Regel gut vertragen.
Harmlose Nebenwirkungen wie Rötung, Schwellung und Schmerzen an der Einstichstelle oder leichtes Fieber können in manchen Fällen auftreten. In seltenen Fällen können auch nach einer Impfung sogenannte Impfröteln auftreten. Diese verlaufen jedoch harmlos und sind auch nicht ansteckend.
In seltenen Fällen treten Röteln trotz einer Impfung auf.
Dies passiert in der Regel nur, wenn, statt der üblichen zwei, nur eine Impfung gegen Röteln erfolgt ist.
Nach einmaliger Rötelnimpfung besteht ein Impfschutz von 95 %.
Röteln können bei einer Infektion der Mutter in der Schwangerschaft über die Nabelschnur auf das ungeborene Kind übertragen werden.
Das Übertragungsrisiko ist je nach Schwangerschaftswoche unterschiedlich. Bis zur 10. Woche ist das Risiko am höchsten und liegt bei etwa 50 %.
Nach der 10. Woche sind die Übertragungswahrscheinlichkeit weiter ab und nach der 18. Woche ist das Risiko nur noch sehr gering.
Konnatale Röteln (Rötelninfektion des ungeborenen Kindes) haben bei einer Infektion bis zur 12. Woche die sogenannte Rötelnembryopathie zur Folge.
Diese kann im schlimmsten Fall zu einem Schwangerschaftsabbruch führen.
Weiterhin kann es zu einer Reihe an Fehlbildungen kommen, die unter dem Begriff Gregg’sche Trias zusammengefasst werden.
Hierzu gehören:
Auch eine geistige Behinderung kann durch Röteln hervorgerufen werden.
Eine Infektion nach der 12. Woche wird Rötelnfetopathie genannt.
Es kommt zu:
Die Symptome einer Rötelnfetopathie bilden sich in der Regel wieder zurück.
Aufgrund der schwerwiegenden Folgen der konnatalen Röteln ist es wichtig vor einer Schwangerschaft bei der werdenden Mutter nach einem ausreichend hohen Impftiter zu schauen und im Zweifel noch einmal zu impfen.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
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