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Die häufigsten Auslöser

Eingeschlafener Arm

  • Temporäre Störung der Blutzufuhr aufgrund einer Körperhaltung. (Blutzufuhr abgeklemmt)
  • Kribbeln im Arm – Das Kribbeln (Taubheit) hält nur wenige Minuten an.

Durchblutungsstörungen

  • Blasse Haut
  • Verzögerte Wundheilung
  • Kalte Hände/Füße
  • Schwach tastbarer Puls
  • Abgeschwächte Leistungsfähigkeit (bei Ausdauersportarten)
  • Kribbeln im Arm – In Form von Taubheit in Armen und Beinen

Nervenkompression

  • Greifen und Fühlen problematisch
  • Ggf. Muskelschwund (weniger Kraft)
  • Kribbeln im Arm – mit Taubheitsgefühlen

Nervenverletzung

  • Gleiche Symptomatik wie bei Nervenkompression, bis hin zur Lähmung

Nährstoffmangel

  • Gefühlsverlust
  • Muskelschwäche
  • Verwirrung, Demenz
  • Missempfindungen meist an Armen, Beinen und Füßen

Alkoholmissbrauch

  • Depressive Stimmung
  • Erhöhte Reizbarkeit/ Aggression
  • Stimmungsschwankungen
  • Sozialer Rückzug
  • Kribbeln im Arm – Toxische Wirkung auf die feinen Nervenfasern (meist in Kombination mit Nährstoffmangel)

Medikamente

Medikamente, die ein vorübergehendes Kribbeln im Arm auslösen können:

  • Immunsuppressiva/ Immunmodulatoren
  • Bestimmte Wirkstoffe gegen Infektionen
  • Tumormedikamente
  • Einige Antiepileptika, Herz-Kreislauf-Medikamente

Mausarm

  • Arbeit am Computer (Computermaus)
  • Dauerhafte Belastung der Finger Handgelenke
  • Nackenschmerzen, Schulterschmerzen, Handschmerzen
  • Kribbeln im Arm – Missempfindungen, Sensibilitätsstörungen auf der betroffenen Seite.

Zum Thema Mausarm

Diabetes mellitus

  • Bei Kindern – Bettnässen, Wachstumsstörung, Gewichtsabnahme
  • Durst & häufiges Wasserlassen
  • Abgeschlagenheit
  • Sehverschlechterung (wechselhafte Sehstärke)
  • Trockene Haut
  • Appetitlosigkeit
  • Bauchschmerzen
  • Heißhunger
  • Muskelkrämpfe
  • Nervenerkrankungen
  • schlecht heilende Wunden
  • Anfälligkeit für Infekte
  • Kribbeln im Arm – Als langfristige Folge von Schädigung der kleinen Nerven.

Zum Thema Diabetes mellitus

Multiple Sklerose

  • Gleichgewichtsstörungen/ Gangunsicherheit
  • Probleme beim Greifen
  • Lähmungserscheinungen
  • Schwindel
  • Prickeln, Taubheit
  • Kribbeln im Arm – Sensibilitätsstörungen als frühe Anzeichen

Zum Thema Multiple Sklerose

pfeilEinleitung

Kribbeln in den Armen fällt unter die Kategorie der Sensibilitätsstörungen und wird meist an der Hautoberfläche empfunden. Die häufigsten Auslöser sind Schädigungen von Nerven durch eine Einklemmung, Infektion oder ein Gift (u. A. auch durch Alkoholabusus).

ArrowDownIst das gefährlich?

Die Gefährlichkeit von Kribbeln im Arm steht in engem Zusammenhang mit der Ursache und deren Therapiemöglichkeiten.

Dennoch handelt es sich bei einem Kribbeln in den Armen häufig um ein harmloses und nur vorübergehendes Symptom, welches durch eine längere ungünstige Armposition und der damit einhergehenden Durchblutungsstörung und Irritation des Nerven in Verbindung steht.

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Wann zum Arzt?

Ärztlicher Rat sollte dann hinzugezogen werden, wenn die Sensibilitätsstörung plötzlich, ohne ersichtlichen Grund oder mit Begleitsymptomen wie Übelkeit, Schwindel, Sehstörungen oder Hautausschlägen auftritt.

Insbesondere starke Missempfindungen, die langanhaltend sind oder periodisch auftreten, sollten abgeklärt werden.

Mit welchen Anzeichen Notarzt verständigen

  • Ein Kribbeln in den Armen und Beinen kann auch bei medizinischen Notfällen wie einem Schlaganfall auftreten. Weitere Anzeichen eines Schlaganfalls sind Taubheit, einseitige Lähmungserscheinungen, Sprach- und Sehschwierigkeiten, wobei sofort ein Notarzt gerufen werden sollte.
  • weitere gefährliche Anzeichen sind ein Taubheitsgefühl von Armen nach einer Kopf-, Nacken- oder Rückenverletzung, Bewusstlosigkeit oder Verwirrtheit, Atemprobleme, Bewegungseinschränkungen/ Lähmungen, verschwommene Sprache und Sehprobleme.
pfeilLokalisation des Symptoms
Lokalisation Kribbeln im Arm
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Die Lokalisation des Kribbelns im Arm dient immer als eine Hilfestellung bei der Identifikation des für die Sensibilitätsstörung zuständigen Nervs bzw Rückenmarksegments und kann somit wichtige Hinweise bei der Diagnosestellung liefern

Beschwerden im Finger-, Arm- oder Schulterbereich beispielsweise sind in der Regel auf die Halswirbelsäule zurückzuführen, wobei der genau betroffene Hautbereich wiederum einzelnen Bereichen des Rückenmarks in der Halswirbelsäule zugeordnet werden kann.

So löst etwa eine Schädigung der siebten Nervenwurzel des Halssegments ein Kribbeln auf der Armrückseite und meist auch am Zeige- Mittel- und Ringfinger aus.

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Verlauf des Symptoms

Der Verlauf bei einem Kribbeln im Arm ist ähnlich der Prognose stark mit der Ursache verbunden.

  • Kurzer Verlauf – Vergleichsweise harmlose Auslöser wie ein Ellbogenstoß können ein plötzlich auftretendes, aber dafür nur wenige Minuten bis Stunden anhaltendes, Kribbeln verursachen, das in der Regel selbstständig verschwindet.
  • Subakuter Verlauf – Ein subakuter Verlauf entwickelt sich bei beginnender Nervkompression oder durch wiederholte Belastung über mehrere Tage bis Wochen.
    Die Symptome dauern in der Regel mehrere Wochen bis Monate und müssen meist gezielt behandelt werden. Ein Beispiel hierfür kann ein sich langsam entwickelndes Karpaltunnelsyndrom oder ein entstehender Bandscheibenvorfall sein.
  • Dauerhaftes Kribbeln – Chronisches Kribbeln entwickelt sich langsam über Monate oder Jahre hinweg, meist durch chronische Erkrankungen wie Diabetes mellitus und Multiple Sklerose. Die Symptome lassen sich durch dauerhafte Behandlung kontrollieren, die Ursachen dafür jedoch nicht heilen.
arrow downBegleitende Symptome

Ein Kribbeln im Arm wird häufig von weiteren Symptomen begleitet.

  • Ein Kribbelgefühl bzw. Ameisenlaufen auf der Haut ist meist ein Anfangssymptom einer Schädigung, Irritation oder Kompression eines Nerven und geht häufig auch mit einem Brennen, Taubheitsgefühl und vermindertem Fühl- und Tastsinn einher.
    Sollten nicht nur sensible Nervenfasern, sondern auch bewegungssteuernde Nervenfasern betroffen sein, kommen Muskelschwäche und Kraftlosigkeit bis hin zu Lähmungen in schweren Fällen hinzu.
  • Nimmt eine Missempfindung und/oder ein Taubheitsgefühl über Minuten bis Stunden zu und wird von meist halbseitigen Kopfschmerzen oder Lähmungserscheinungen begleitet, handelt es sich um einen Notfall, welcher auf einen Schlaganfall, eine Hirnaneurismablutung, eine Migräne oder auch eine Hirnvenenthrombose zurückzuführen sein kann
  • Weiß verfärbte, taube und kribbelnde Finger weisen auf das Raynaud-Syndrom hin, bei welchem anfallsartige, schmerzhafte Gefäßkrämpfe auftreten, die die Durchblutung vermindern.
  • Kribbeln in Verbindung mit Muskelkrämpfen und Herzrhythmusstörungen weist auf einen Magnesiummangel hin.
  • Kribbeln in Armen und Beinen mit Symptomen wie einem Taubheitsgefühl, schwer heilenden Wunden und einem brennenden Gefühl in den Extremitäten kann ein Anzeichen eines Diabetes mellitus oder Folge eines Alkoholabusus sein.
  • Kribbelempfindungen, welche über den Arm hinaus am Körper verteilt auftreten, sind in der Regel durch eine zugrundeliegende Allgemeinerkrankung ausgelöst und haben keine lokalisierte Ursache
    • dazu gehören etwa Autoimmunerkrankungen (z.B. Lupus), Durchblutungsstörungen (z.B. periphere arterielle Verschlusskrankheit in einem fortgeschrittenen Stadium) oder Multiple Sklerose
    • Typisch für die Multiple Sklerose sind beispielsweise Sehstörungen, Koordinationsstörungen, Schwindel, Muskelschwäche und Spastik.
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Zeitliches Auftreten

Ein Kribbelgefühl an den Armen kann je nach dem zeitlichen Auftreten in drei verschiedene Gruppen eingeteilt werden:

  1. Akutes Kribbeln – Dies tritt meist plötzlich auf, etwa nach längerem Verharren in einer ungünstigen Position oder einer Verletzung.
    Ein häufiges Beispiel ist ein kurzes Kribbeln im Arm nach einem Stoß gegen den Ellenbogen, da dort der Ulnarisnerv getroffen wird, welcher nah unter der Hautoberfläche verläuft.
  2. Chronisches Kribbeln – Dies hält im Vergleich zum akuten Kribbeln über mehrere Wochen, Monate oder sogar Jahre an. Die Ursache liegt dann in einer chronischen Erkrankung (z.B. Diabetes mellitus, Multiple Sklerose) oder einem anhaltenden Nervenschaden (z.B. durch chronischen Alkoholmissbrauch oder ein Karpaltunnelsyndrom).
  3. Intermittierendes Kribbeln – Intermittierendes Kribbeln zeichnet sich durch sein unregelmäßiges Auftreten, abhängig von bestimmten Auslösern, aus.
    Ein Beispiel wäre hier ein Kribbeln im Arm, welches durch einen Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule ausgelöst wird und nur bei denjenigen Bewegungen des Kopfes auftritt, welche die Nervenwurzel komprimieren.
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Diagnose Kribbeln im Arm

  • Die Diagnose Kribbel im Arm umfasst eine Anamnese und körperliche Untersuchung.
  • Blutuntersuchung – Weiter kann eine Blutprobe ins Labor geschickt werden und dort beispielsweise je nach Verdacht Vitaminspiegel, Blutzucker, Schwermetallbelastung oder Entzündungsparameter kontrolliert werden.
  • Bildgebende Verfahren – wie eine Magnetresonanztomographie oder Computertomographie können beispielsweise bei Verdacht auf einen Bandscheibenvorfall, eine Verengung des Nervenkanals (Spinalkanalstenose) oder Epilepsie zum Einsatz kommen.
    Mithilfe einer Ultraschalluntersuchung in der sogenannten Dopplersonografie können Durchblutungsstörungen abgeklärt werden.
  • Neurologische Untersuchungen – geben Auskunft über die Funktionalität von Nervenfasern. Verschiedene Verfahren werden hierbei angewandt.
    • Elektroneurographie (ENG) – mittels einer Elektroneurographie wird die Nervenleitgeschwindigkeit gemessen.
    • Elektromyografie (EMG) – Bei einer Elektromyografie wird die elektrische Muskelaktivität analysiert.
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Behandlung Kribbeln im Arm

Empfindungsstörungen im Arm werden abhängig von ihrer Ursache unterschiedlich behandelt

  • Keine Behandlung – Bei einem kurzfristigen Kribbeln, aufgrund einer kurzzeitig gestörten Durchblutung oder Nervenkompression bessern sich die Symptome meist rasch  nachdem die Kompression aufgelöst wurde.
  • Physiotherapie – Ist die Ursache der Empfindungsstörung eine Quetschung des Nervs oder Verspannung der Muskulatur, können Physiotherapie verschrieben werden und medizinische Massagen indiziert sein.
  • Bei eingeklemmten Nerven können – vorausgesetzt sie sind nicht abgestorben, minimalinvasive operative Eingriffe die Problematik beheben. Bei einem Kribbeln durch eine Kompression, zum Beispiel im Rahmen eines Karpaltunnelsyndroms, werden häufig Schienen zur Stabilisierung des Gelenks angeordnet.
  • Bei Grunderkrankungen – Bei zugrunde liegenden Allgemeinerkrankungen wie beispielsweise Diabetes mellitus oder Multipler Sklerose werden diese entsprechend therapiert.
    • Diabetes – Beim Diabetes mellitus umfasst dies etwa eine Insulintherapie oder die Einnahme oraler Antidiabetika.
    • Multiple Sklerose – Bei einer Multiplen Sklerose wird mithilfe von Immunmodulatoren wie Interferon-beta oder Immunsuppressiva die Krankheitsaktivität kontrolliert und ein Fortschreiten verlangsamt. 
  • Vitaminpräparaten – Niedrige Vitaminspiegel (z. B. B12-Mangel) werden mit entsprechenden Vitaminpräparaten behandelt.
  • Medikamente absetzen – Medikamente, die ein Taubheitsgefühl oder Kribbeln verursachen, müssen möglicherweise von einem Arzt abgesetzt und durch andere Präparate ersetzt werden.
    • Alkoholverzicht – Gleichermaßen muss auch ein Alkoholabusus verhaltenstherapeutisch kontrolliert werden, damit sich mögliche Schäden regenerieren können.
  • Bei einem Tumor – Tumore werden je nach Art und Ausprägung im Rahmen einer Krebstherapie behandelt. Insbesondere bei bösartigen Geschehen steht jedoch die Behandlung der Missempfindung nicht an erster Stelle und wird nur selten neben dem Tumor separat behandelt.
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Medikamente

Die Auswahl der Medikamente bei Kribbeln im Arm ist abhängig vom jeweiligen Auslöser.

Zu den möglichen Medikamenten gehören:

  • Antidepressiva
  • Antiepileptika (bei neuropathischen Schmerzen)
  • Vitaminpräparate (bei Mangelzuständen)
  • Vasodilatatoren und Blutverdünner (bei Durchblutungsstörungen)
  • Kortikosteroide (bei entzündlichen Ursachen)
arrow downHausmittel Kribbeln im Arm

Es existieren verschiedene Maßnahmen, die Betroffene selbst ergreifen können.

  • Körperhaltung – Zunächst sollten Betroffene ihre Körperhaltung analysieren und Positionen vermeiden, die Nerven komprimieren und ein Kribbeln auslösen. Darunter fallen etwa eine über längere Zeit gebückte Oberkörperhaltung oder das Abstützen der Ellbogen auf den Tisch.
  • Nährstoffmangel ausgleichen – Bei einem Vitamin- oder Nährstoffmangel ist eine Anpassung der Ernährung sinnvoll. Vitamin B12 findet sich etwa vermehrt in Fleisch, Fisch, Milchprodukten und Eiern, während Vollkornprodukte, Leber, Geflügel, Fisch, Milchprodukte und Kartoffeln gute Magnesiumquellen darstellen.
  • Bewegung – Um einem Kribbeln durch Minderdurchblutung entgegenzuwirken, sollte auf ausreichende Bewegung und körperliche Aktivität geachtet werden, da diese den Kreislauf in Schwung bringen.
    Spaziergänge, Joggen oder Radfahren stellen hier gute Möglichkeiten dar, aber auch Dehnübungen haben eine durchblutungsfördernde Wirkung.
  • Pausen einhalten – Wichtig ist überdies auch das Einlegen regelmäßiger Pausen bei längeren Tätigkeiten in monotoner Körperhaltung (z. B. Computerarbeit).
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Hausmittel sind oft eine gute Ergänzung, haben jedoch bei einigen Erkrankung ihr Grenzen! Bei Unklarheit wende Dich an Deinen Arzt.
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Prognose

Auch die Prognose ist stark abhängig von der Ursache der Missempfindungen.

  • Meist steckt hinter dem Kribbeln im Arm eine harmlose Ursache wie eine einseitige Belastung oder eine falsche Schlafposition. In diesen Fällen herrscht grundsätzlich eine sehr gute Prognose, da die Symptome schnell vergehen und die Auslöser sich gut meiden lassen.
  • Grundsätzlich lassen sich auch ein Vitamin- und Nährstoffmangel, Alkoholmissbrauch (nur bis zu einem gewissen Ausmaß), Karpaltunnelsyndrom oder Medikamentennebenwirkungen gut behandeln, mit Aussicht auf eine vollständige Beseitigung der Symptome.
  • Eine durch Nerveneinklemmung im Arm oder Verspannungen ausgelöste Missempfindung lässt sich oftmals gut durch Physiotherapie oder Massagen beheben, während die Behandlung sich bei Einklemmungen im Wirbelbereich (z. B. durch einen Bandscheibenvorfall oder eine Spinalkanalstenose) komplizierter gestaltet.
    Hierbei kann die Behandlungsdauer durch Krankengymnastik und eine Operation mehrere Wochen bis Monate dauern und gegebenenfalls keine vollständige Heilung der Symptome ermöglichen.
  • Eine unsichere Prognose gilt bei Durchblutungsstörungen und Nervenverletzungen. Hier variieren die Aussichten je nach spezifischer Erkrankung, deren Ausmaß und dem Ansprechen auf die Behandlung.
    • Kleinere Nervenverletzungen entlang deren Laufbahn außerhalb des Rückenmarks sind heilungsfähig, während schwere Verletzungen nur teilweise bis gar nicht heilen können.
  • Bisher nicht heilbar, aber behandelbar sind chronische Erkrankungen wie die Multiple Sklerose, Autoimmunerkrankungen oder eine Mangeldurchblutung durch Diabetes mellitus.
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Komplikationen

  • Nervenschäden – Ein Unterlassen der Behandlung von Nervenproblemen kann zu dauerhaften Schäden führen, unter anderem eine Armlähmung, eine permanente Empfindungsstörung oder Taubheit.
  • Weitere – Mögliche weitere Komplikationen umfassen chronische Schmerzen, Funktionseinschränkungen, Muskelatrophie und das Fortschreiten der zugrunde liegenden Erkrankung.

Beachte! Tritt bei Dir das Kribbeln über einen längeren Zeitraum oder wiederkehrend auf, ist eine ärztliche Abklärung angeraten.

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Dauer

  • Wenige Minuten – Kribbeln, das durch kurzfristige Durchblutungsstörungen oder mechanische Kompression (z. B. beim Abstützen auf den Ellbogen oder eine ungünstige Schlafposition) verursacht wird, verschwindet oft schnell innerhalb weniger Minuten bis Stunden
  • Mehrere Tage – Ist das Kribbeln durch reversible Ursachen wie leichte Verletzungen, temporäre Nervenkompressionen oder kurzfristige Vitaminmängel verursacht, kann eine Behandlung hingegen mehrere Tage bis Wochen dauern
  • Langfristig – Langfristig bestehen die Symptome meist bei chronischen Erkrankungen wie einer Multiplen Sklerose oder irreversiblen Nervenschäden wie einer vollständigen Durchtrennung eines Nerven. Bei chronischen Erkrankungen ist deshalb meist eine dauerhafte Therapie zur Symptomlinderung indiziert.

Grundsätzlich gilt! Eine frühzeitige Erkennung und Behandlung kann bei reversiblen Erkrankungen die Dauer erheblich verkürzen und bei chronischen Erkrankungen die Ausprägung der Symptome deutlich vermindern.

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Vorbeugung

Auch wenn man nicht jedem Kribbeln im Arm vorbeugen kann, existieren einige Faktoren, um dem Kribbeln bestmöglich vorzubeugen.

  • Körperhaltung – Eine gesunde Körperhaltung, insbesondere am Arbeitsplatz, und ausreichende körperliche Aktivität tragen maßgeblich zur Vermeidung von Verspannungen der Schulter- und Rückenmuskulatur bei und beugen einem Bandscheibenvorfall vor.
    • Des Weiteren sollte eine dauerhafte Nervkompression, etwa durch Abstützen der Ellbogen auf den Tisch oder einseitige Belastung der Hände, Finger und Handgelenke bei Computertätigkeit geachtet werden. Auch eine ungünstige Schlafposition (z.B. auf der Seite, wobei es zu einer Einklemmung eines Arms unter dem Oberkörper kommt) kann einen Nerv einquetschen oder vorübergehend die Durchblutung stoppen.
  • Pausen am Arbeitsplatz – Ebenso wichtig sind regelmäßige Pausen bei monotonen Tätigkeiten (z.B Computerarbeit), damit die Durchblutung angekurbelt und die Nackenmuskulatur gelockert wird. Gezielte Dehnübungen und Eigenmassagen können auch sehr effektiv in die Pausen eingebaut werden.
  • Ernährung – Darüber hinaus sollte auch auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichender Zufuhr von Vitaminen und Mineralstoffen, die für die Nervenfunktion wichtig sind, geachtet werden (bsp. Vitamin B12, Vitamin D, Magnesium)
  • Bei Grunderkrankungen – Regelmäßige ärztliche Kontrollen bei chronischer Grunderkrankung und eine gute Mitarbeit des Patienten bei ärztlichen Anweisungen hilft maßgeblich dabei, in diesen Fällen die Symptome zu kontrollieren.
  • Giftstoffe vermeiden – Als weitere bedeutende Maßnahme gilt die Vermeidung von Giftstoffen wie Nikotin und Alkohol, um die Nerv- und Gefäßgesundheit zu schützen.
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Bei Kindern

Kribbeln in den Armen kann bei Kindern unterscheidet sich nicht maßgeblich von Erwachsenen, wobei chronische Grunderkrankungen als Auslöser seltener in Frage kommen

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In der Schwangerschaft

  • Während der Schwangerschaft kann es vermehrt zu Flüssigkeitseinlagerungen kommen, welche sich auch auf den Karpaltunnel am Handgelenk auswirken können, indem es dort zu einer Einengung und somit auch Kompression des Medianus-Nervs kommt.
    Folglich bemerken Betroffene häufig ein Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Fingern (ausgenommen der kleine Finger, da dieser nicht zum Versorgungsgebiet dieses Nerven gehört).
  • In der Regel gehen mit der Normalisierung des Hormonhaushalts auch die Wassereinlagerungen und somit auch die Beschwerden selbstständig wieder zurück.
  • Bei starken Beschwerden können spezielle Handgelenksschienen zum nächtlichen Tragen verschrieben werden und eventuell die Notwendigkeit invasiverer Therapien wie einer operativen Entlastung besprochen werden.
aktualisiert: 03.06.2025
Quellenangabe
  • Hacke, W. (2016) – Neurologie, Springer Verlag
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Autor
Tobias Kasprak
Diplom - Sportwissenschaftler
Autor

Tobias Kasprak studierte Diplom-Sportwissenschaft an der Johannes Gutenberg Universität in Mainz und ist Gründer der Seite Docset. Mit seinem Partner Dr. Nicolas Gumpert betreibt er zudem das medizinische Portal Dr-Gumpert.de. Bei Lumedis arbeitet Tobias als Diagnostiker und Trainingstherapeut.

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