Hammerzehe (Digitus malleus), wenn es zu einer Beugung im Zehenmittelglied kommt.


Die Hammerzehe, auch Hallux malleus oder Digitus malleus bezeichnet, ist eine Zehenfehlstellung bzw. Fußfehlstellung, bei der eine verstärkte Beugung des Mittelglieds der Zehe (proximales Interphalangealgelenk) vorliegt. Am häufigsten betroffen sind die zweite bis vierte Zehe. Eine Hammerzehe stellt sich dar mit einer Überstreckung im Grundgelenk, einer starken Beugung im Mittelgelenk (PIP) und einer Streckung im Endgelenk (DIP). So ergibt sich das Bild eines zum Boden gerichteten Hammer der Zehenspitze, während das Mittelglied nach oben über das Niveau der anderen Zehen herausragt. Oft ist die Hammerzehe mit anderen Vorfußdeformitäten einhergehend, z. B. mit dem Hallux valgus (Ballenzehe).
Hammerzehe sind zwar nicht gefährlich und in einigen Fällen „nur“ optisch störend.
Da jedoch mit einem fortschreitendem Verlauf zu rechnen ist, sollte man Hammerzehe auch nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Bei Veränderungen der Zehenform, bzw. Schmerzen im Zeh solltest Du zeitnah einen Orthopäden aufsuchen um bereits eine Behandlung im frühen Stadium einzuleiten.
Beachte! Je früher die Diagnose und Behandlung, desto besser ist die Prognose und unwahrscheinlicher eine operative Korrektur.
Die Zehenglieder besitzen insgesamt 3 Gelenke
Die Gelenke der Zehen sind zusammen mit der Großzehe für das Abrollverhalten und die Stabilität bei Gehen, Laufen, Tanzen etc. wichtig.
Eine Hammerzehe kann man generell einteilen in:
Ein Hammerzeh ist eine fortschreitende Erkrankung und entwickelt sich allmählich im Laufe des Lebens.
Bei einem Hammerzeh ist das Zehengrundgelenk und Zehenendgelenk gestreckt, das Mittelgelenk der Zehe jedoch zu stark gebeugt.
Durch diese Beugung des Zehenmittelgelenks erscheint der betroffene Zeh optisch wie ein Hammer.
Bei der Behandlung einer Hammerzehe kann zwischen konservativen und operativen Maßnahmen unterschieden werden.
Die Entscheidung, welche Therapie infrage kommt, wird der Arzt individuell, nach Schwere der Fehlstellung und auftretenden Beschwerden entscheiden.
Bei einem weit fortgeschrittenem Hammerzeh ist oftmals eine Operation das erste Mittel der Wahl.
Die Prognose bei Hammerzehen hängt von verschiedenen Faktoren wie der Schwere der Deformität, der Ursache, dem Zeitpunkt der Behandlung und der Art der Therapie ab
Hat sich die Zehendeformität erst einmal manifestiert, handelt es sich meist um einen langsam fortschreitenden Prozess. Ohne OP kann vor allem die kontrakte Form der Hammerzehe nicht geheilt werden.
Eine Therapie sollte so früh wie möglich begonnen werden, um das Fortschreiten zu verhindern.
Nach der Operation ist die Prognose gut, sofern Maßnahmen wie passendes Schuhwerk und regelmäßige Bewegung eingehalten werden.
Bei den Hammerzehen handelt es sich um eine fortschreitende Erkrankung.
Die Fußdeformität bleibt ohne operative Korrektur dauerhaft bestehen.
Um eine gesunde Zehenfunktion zu erhalten, ist es wichtig, die Zehen regelmäßig und gründlich zu bewegen. Kleine Alltagsübungen, wie z. B. einen heruntergefallenen Gegenstand mit dem Fuß aufzuheben oder beim Zähneputzen immer wieder in den Zehenstand zu gehen, können hierbei schon sehr hilfreich sein.
Außerdem ist es ratsam, nach Möglichkeit viel barfuß zu gehen und wenn dies nicht möglich ist, auf geeignetes Schuhwerk zu setzen, das in erster Linie nicht zu klein und zu eng am Vorfuß geformt ist.
In den meisten Fällen tritt eine Hammerzehe an der zweiten Zehe auf.
Das Stadium der Hammerzeh wird aufgrund der Beweglichkeit eingeteilt.
Hammerzehen verschwinden nicht von selbst.
Ganz im Gegenteil, es ist eher ein Fortschreiten der Hammerzehen zu erwarten.
Eine rechtzeitige Diagnose und frühzeitige Einleitung einer Behandlung sind daher besonders ratsam, um das Fortschreiten der Erkrankung auszubremsen.
Ab einem gewissen Grad der Fehlstellung und damit verbundenen Beschwerden ist oftmals nur noch eine operative Therapie möglich.
Eine Schiene bietet keine kausale Lösung für die Hammerzehe.
Das heißt, die Hammerzehe kann nicht geheilt bzw. die Fehlstellung korrigiert werden.
Hilfreich können Schienen sein, um einen Progress (Fortschreiten der Hammerzehe) vorzubeugen oder bestehende Schmerzen zu lindern.
Hierfür gibt es Schienen zum Laufen oder Nachtschienen, die beim Schlafen getragen werden.
Beachte! Die Wirksamkeit der Schienen ist wissenschaftlich nicht belegt.
Übungen können nur das Fortschreiten der Hammerzehen positiv beeinflussen oder der Entstehung entgegenwirken.
Vor allem Zehengymnastik hilft dabei, die Beweglichkeit der Zehen aufrecht zu erhalten.
Hierzu zählen die aktive Zehenbeugung und -streckung oder Kräftigungsübungen, bei denen bspw. Gegenstände mit den Zehen vom Boden aufgehoben werden müssen.
Auch Lockerung und das Dehnen der Waden- und Fußbodenmuskulatur unterstützen die gesunde Zehenfunktion. Zur Hilfe genommen werden kann hierfür z. B. ein Faszienball.
→ Siehe Abschnitt Übungen
Ja, für Hammerzehen gibt es Spezialschuhe, die eine erweiterte, breitere Schuhkappe haben.
Dadurch stoßen die deformierten Zehen nicht an und es bilden sich weniger Druckstellen oder Schwielen (weniger Hornhaut an den Füßen).
Zusätzlich können Einlegesohlen oder Druckpolster, die zur Druckumverteilung in den Schuh eingeklebt werden, Abhilfe schaffen.
Ergänzend zu speziellem Schuhwerk ist im Übrigen auch häufiges Barfußgehen essenziell, um eine gesunde Zehenfunktion zu fördern.
Druckpolster aus Schaumgummi oder Silikon, die unter den Zehen platziert werden, sollen für Entlastung der betroffenen Zehen sorgen.
Diese können eine bestehende Fehlstellung allerdings nicht korrigieren und wirken daher „nur“ symptomatisch.
Die Erfahrung mit Zehenpolstern ist sehr subjektiv und nicht wissenschaftlich belegt.