Hohlfuß (Pes excavatus), wenn das Längsgewölbe im Fuß überproportional stark angehoben ist.


Der Hohlfuß, auch Pes cavus oder Pes excavatus, ist eine meist erworbene bzw. selten angeborene Fußdeformität, bei der ein ungewöhnlich hoher Fußbogen vorliegt. Der Fußrücken ist dabei stark angehoben. Durch die vermehrte Wölbung des Fußes ist die Auflagefläche beim Gehen und Stehen kleiner. Der Hohlfuß stellt im Grunde das Gegenteil von einem Senkfuß (Plattfuß) dar.
Ein Hohlfuß ist zunächst keine Seltenheit und auch erst einmal nicht gefährlich.
Bei einem sehr stark ausgeprägten Hohlfuß können die Schmerzen beim Stehen und Gehen die Lebensqualität jedoch stark beeinflussen, weshalb eine Behandlung zu empfehlen ist.
Wenn Du den Verdacht hast, dass Du einen Hohlfuß haben könnten, ist ein Facharzt für Orthopädie der richtige Ansprechpartner.
Bei zu großer Unsicherheit kann auch der Hausarzt aufgesucht werden, der Dich dann zum richtigen Facharzt überweisen kann.
Der Arzt kann eine entsprechende Therapie einleiten.
Indikationen für einen Arztbesuch bei einem Hohlfuß sind:
Das Sprunggelenk verbindet den Unterschenkel mit dem Fuß. Es besteht aus 2 Gelenken.
Randnotiz! Mit 52 Knochen befinden sich insgesamt ein Viertel aller Knochen des Menschen im Fuß.
Je nachdem, wo der Hohlfuß lokalisiert ist, unterscheidet man zischen:
Grundsätzlich lassen sich die Ursachen eines Hohlfußes unterscheiden in angeborene (selten) und erworbene (ca. 70%) Ursachen.
Ursächlich für den Hohlfuß sind neurogene Störungen, die zum größten Teil angeboren sind. Es kann aber auch im Rahmen von Infektionen im Kindesalter wie Polio, einer Hirnhaut- oder Gehirnentzündung dazu kommen. Bei allen Erkrankungen kommt es zu einer fehlenden Balance der Unterschenkel- und Fußmuskulatur. Die Mittelfußknochen werden vermehrt nach oben gezogen, wodurch ein höheres Fußgewölbe entsteht. Zusätzlich verkürzen sich die Sehnen der Fußsohle, was den gleichen Effekt hat.
Hinweis! Vor allem bei jüngeren Patienten verursacht ein Hohlfuß oftmals gar keine Probleme. Beschwerden entstehen dann oft nur beim Tragen enger Schuhe.

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Einen Hohlfuß kann man sehr gut durch das reine Betrachten des Fußes erkennen.
Das Längsgewölbe ist dabei stark angehoben und der Mittelfuß verliert den Kontakt zum Boden.
Besonders bei nassen Füßen hinterlässt der Hohlfuß einen markanten Fußabdruck.
Die Behandlung des Hohlfußes richtet sich nach der zugrundeliegenden Ursache.
Je nach Ausmaß der Fehlstellung wird zwischen konservativer und operativer Behandlung unterschieden.
Bei einer leichten Ausprägung des Hohlfußes mit geringfügigen Beschwerden reicht in den meisten Fällen eine konservative (nicht-operative) Therapie aus.
Bei einer sehr stark ausgeprägten Form des Hohlfußes mit erheblicher Belastung (Fußschmerzen) wird in den meisten Fällen zu einer operativen Korrektur geraten.
Medikamente dienen bei einem Hohlfuß in erster Linie, die begleitenden Symptome zu lindern.
Bei einem ausgeprägtem Hohlfuß mit starken Schmerzen und keinem Erfolg durch konservative Therapie ist eine Operation des Hohlfußes angedacht.
Auch im Hinblick auf mögliche, langfristige Folgeschäden am Fuß kann über eine operative Therapie des Hohlfußes nachgedacht werden.
Übersicht der Operationsindikationen:
Beachte! Erst wenn alle konservativen Maßnahmen erfolglos bleiben, solltest Du über eine Operation nachdenken.
Eine Reduktion der Fußschmerzen, eine Vermeidung von Fehlbelastungen und Instabilität kann durch individuelle Einlagen, orthopädische Schuhe, Orthesen und evtl. Physiotherapie erreicht werden.
Helfen diese Maßnahmen nicht oder besteht eine extreme Fußdeformität, stehen operative Methoden zur Verfügung, um die Beschwerden durch den Hohlfuß zu vermindern.
Ziel dieser Behandlungen ist in der Regel eine Schmerzreduktion, Erhalt einer Belastungsfähigkeit im Alltag und eine Verminderung von Gelenkverschleiß.
Wann eine Therapie ohne Operation mittels Einlagen und Orthesen notwendig ist und wann eine operative Therapie, hängt von verschiedenen, individuellen Faktoren ab und muss vom behandelnden Arzt eingeschätzt werden.
Der Verlauf eines Hohlfußes ist abhängig vom Auslöser der Fehlstellung.
2 verschiedenen Szenarien sind denkbar:
Das Gute! Das Fußgelenk ist von vielen Muskeln und Sehnen stabilisiert, die Du selbst gut durch eine Kräftigung verbessern kannst.
Ob und inwieweit sich ein Hohlfuß vorbeugen lässt, ist abhängig von der Ursache.
Bei einem angeborenen Hohlfuß ist keine Vorbeugung möglich, ein erworbener Hohlfuß lässt sich in einem gewissen Rahmen durch spezielle Übungen vorbeugen.
Randnotiz! Unsere Füße tragen uns im Durchschnitt 6.000 Schritte. Im Laufe des Lebens umrunden wir somit zufuß im Durchschnitt dreimal den Äquator.
Von einem Hohlfuß sind meist Menschen betroffen, die eine neurogene Störung haben, also ein Problem mit dem Nervensystem.
Beispiele für solche Erkrankungen sind allgemein Lähmungen, die Spina bifida, eine infantile Zerebralparese oder eine Polio-Infektion.
Diese können wiederum angeboren sein oder im Laufe des Lebens erworben.
Ja, durch die Fehlbelastung bei einem Hohlfuß kann es durchaus zu Schmerzen kommen.
Häufig sind die Schmerzpunkte im Bereich der Fußwurzelknochen und der Mittelfußknochen (Schmerzen im Mittelfuß), insbesondere auf den Seiten des großen und kleinen Zehs.
Bei den Betroffenen bilden sich an dieser Stelle unter anderem Schwielen (Hornhaut).
Außerdem kann es durch den steileren Winkel zu einer Stauchung der Fußknochen und vermehrte Abnutzung kommen, was ebenfalls Schmerzen auslösen kann.
Die Einlagen zur Behandlung eines Hohlfußes sollen diesen in erster Linie entlasten und stabilisieren.
Sie sind mittig erhöht, sodass das verstärkte Fußgewölbe direkt darauf aufgebettet wird und ein Druckausgleich ermöglicht wird.
Dadurch werden auch die Schmerzen im Fuß verringert und weitere Komplikationen des Hohlfußes verhindert.
Es gibt verschiedene Modelle der Nachtschienen bei einem Hohlfuß.
Die meisten beruhen auf einem verstärktem Zug des Fußes nach oben, sodass die verkürzten Sehnen der Fußsohle gedehnt werden.
Vor allem im Kindesalter in der Wachstumsphase können diese Schienen eine große Wirkung entfalten und Komplikationen der Fehlstellung vorbeugen.
Es gibt in der Tat Übungen, die bei einem Hohlfuß helfen können und auch in der Physiotherapie zum Einsatz kommen.
Im Vordergrund steht dabei, die Dysbalance der Muskulatur gezielt auszugleichen und verkürzte Sehnen zu dehnen.
Eine exemplarische Übung für zu Hause ist im Sitzen einen Tennisball (Faszienball / Faszienrolle) unter die Fußsohle zu legen.
Dieser wird auf dem Boden über die Sohle für einige Minuten auf und ab gerollt. Das fördert die Dehnung, Durchblutung und Regeneration der Sehnen.
Um die Übungen korrekt auszuführen, sollte zu Beginn der Therapie ein Physiotherapeut aufgesucht werden und die Übungen daraufhin regelmäßig zu Hause durchgeführt werden.
→ siehe Abschnitt Übungen
Barfuß laufen soll die muskuläre Dysbalance korrigieren und dadurch auch bei einem Hohlfuß helfen.
Zu Hause ist dies gut möglich, aber als Alternative bietet sich spezielles Schuhwerk oder auch die Einlagen.
Vorsichtig sollte man außerdem sein, wenn neben der Fußfehlstellungen Gangunsicherheiten auftreten, da es ohne Stabilisierung zu weiteren Verletzungen kommen kann.