Morbus Köhler, wenn es zu einer Durchblutungsstörung der Mittelfußknochen im Kindes und Jugendalter kommt. (Albert Henry Freiberg 1914, Alban Köhler 1915)


Morbus Köhler bezeichnet eine Durchblutungsstörung, die typischerweise im Kindesalter auftritt. Beim Morbus Köhler I ist das Kahnbein (Os naviculare) betroffen, während es beim Morbus Köhler II der Mittelfußknochen (insbesondere des zweiten Strahls) ist. Es handelt sich um eine Form der Knochennekrose. Genaue Daten bezüglich der Verbreitung des Morbus Köhler sind nicht bekannt. Es ist aber eine relativ seltene Krankheit mit einer Verbreitung von unter 2 %. Am häufigsten sind Kinder und Jugendliche betroffen. Zumeist ist der Morbus Köhler nur einseitig, kann aber auch hin und wieder beide Seiten betreffen.
Treten bei Deinem Kind Schmerzen und Schwellungen im Bereich des Mittelfußes auf, solltest Du zeitnah einen Kinderarzt oder Orthopäden aufsuchen, um die Ursache zu klären.
Beachte! Bei einem Morbus Köhler ist eine frühzeitige Diagnose wichtig.
Morbus Köhler kann eingeteilt werden in:
Eine genaue Ursache für den Morbus Köhler ist nicht bekannt.
Vermutet wird vor allem ein Zugrundegehen des Knochens durch Unterversorgung bei Gefäßverschluss.
Dieser kann durch einen Thrombus zustande kommen, aber auch durch Gefäßspasmen, Traumata oder durch Gefäßfehlbildungen.
Auch können sich durch Anomalien der Blutzellen, wie der Sichelzellanämie, die Gefäße leichter verstopfen.
Es wird gesagt, dass Ernährung wahrscheinlich eine Rolle in der Entstehung des Morbus Köhler spielt, jedoch ist noch nicht klar wie genau.
Des Weiteren ist zu beobachten, dass durch das Tragen von zu engen und unbequemen Schuhen, ein Morbus Köhler wahrscheinlicher wird.
Bewiesen ist, dass die Chance an einem Morbus Köhler zu erkranken höher ist, wenn nahestehende Familienmitglieder diese Erkrankung auch von einem Morbus Köhler betroffen waren.
Die Symptome des Morbus Köhlers sind, egal ob es sich um Typ I oder Typ II handelt ähnlich.
In beiden Fällen klagen die Betroffenen Schmerzen und im Zuge des Zugrundegehen des Knochens Bewegungseinschränkungen.
Hinweis! In den meisten Fällen ist nur ein Fuß betroffen.
Der Morbus Köhler wird mit einer Röntgenaufnahme diagnostiziert, auf dem ein Umbau oder Frakturen zu sehen sind.
Da aber auch die in Frage kommenden Differentialdiagnosen mit dem Röntgen diagnostiziert werden, werden im Anschluss meist noch ein MRT (Magnetresonanztomografie) durchgeführt und diese Krankheiten voneinander zu unterscheiden. Eine digitale Volumentomographie kommt zur Diagnosesicherung auch in Frage.
In seltenen Fällen ist auch eine zufällige Erstdiagnose möglich. Wenn die Beschwerden als Kind da waren und im Erwachsenenalter nachgelassen haben, ist eine Diagnose mit bildgebenden Verfahren immer noch möglich.


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Bei langjähriger Erkrankung kann man bei einem Morbus Köhler eine Verdickung, Vernarbung (Osteonekrose) und Fehlstellung beim Betrachten des Mittelfußknochens erkennen
Bei Schmerzen im Bereich des Mittelfußes oder des Bereiches des Grundgelenkes des zweiten Zehs, sollen als mögliche Differentialdiagnosen auch ein Knochenbruch, eine Knochenzyste, eine Osteomyelitis (Knochenmarksentzündung) oder ein Knochentumor in Betracht gezogen werden.
Es könne auch sein, dass sich der Knochen in der Entwicklungsphase falsch geformt oder entwickelt hat und das nun zu Schmerzen führt.
Differentialdiagnosen zum Morbus Köhler 1:
Hinweis! Der Morbus Köhler ist selbstlimitierend. Das bedeutet, dass die Erkrankung mit Wachstumsabschluss nicht weiter voranschreitet.
Ziel der Therapie ist eine Entlastung der Vorfußes und eine Beschwerdefreiheit sowie die Vorbeugung vor einer späteren Arthrose.
Bei einem Morbus Köhler besteht selten eine Operationsindikation.
Eine Operation kommt meist nur in Frage, wenn der Knochen eine
ehlstellung aufweist und die Schmerzen durch andere Therapien nicht mehr in den Griff zu bekommen sind. Dies ist meist der Fall, wenn die Krankheit nicht rechtzeitig erkannt und dadurch zu spät therapiert wird.
Auch kann es vorkommen, dass der Morbus Köhler im Kindesalter auftritt, nicht bemerkt und behandelt wurde und die Schmerzen Jahre später zurückkommen.
In diesen Fällen ist manchmal auch eine Operation nötig, da der knöcherne Umbau schon stattgefunden hat.
Die Prognose des Morbus Köhlers hängt von dem Zeitpunkt der Diagnosestellung und der Therapieeinleitung ab.
Wird die Krankheit früh erkannt und der Patient entlastet korrekt und ausreichend, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass die Beschwerden innerhalb einiger Wochen oder weniger Monate nachlassen und die Krankheit als geheilt gilt.
Wird der Morbus Köhler jedoch nicht rechtzeitig behandelt, kann es zu Fehlbildungen und Knochenschäden führen, deren Schmerzen im Endeffekt operativ behandelt werden müssen.
Bei einer späten Diagnose des Morbus Köhler 2 kann es zu Folgeschäden im Fuß kommen.
Die Dauer des Morbus Köhler hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Schwere der Erkrankung, dem Alter des Patienten und der Behandlungsart.
Abhängig von der individuellen Situation des Patienten kann die Behandlung Wochen bis Monate dauern.
Die Heilungsdauer eines Morbus Köhler beträgt bis zu zwei Jahre betragen.
Sowohl bei Morbus Köhler I und II ist die Ursache für die Erkrankung noch ungeklärt, weshalb sich noch keine präventiven Maßnahmen ergeben haben.
Man sollte jedoch auf frühe Anzeichen achten und bei Verdacht direkt einen Arzt aufsuchen.
Eine frühzeitige Diagnose ist wichtig für eine gute Prognose und den Krankheitsverlauf.
Morbus Köhler II (radiologische Einteilung der Stadien)
Eine eigene Stadieneinteilung für Morbus Köhler I existiert bisher noch nicht.
Der Morbus Köhler tritt vor allem im Kindesalter auf.
Der Morbus Köhler ist heilbar durch eine rechtzeitige Entlastung des Fußes.
Wird diese Therapie rechtzeitig eingeleitet, kann der Morbus Köhler geheilt werden, ohne dauerhafte Schäden am Knochen verursacht zu haben.
Wird der Morbus Köhler zu spät erkennt, ist eine Heilung im Sinne einer Heilung der Schmerzen durch eine Operation möglich.
Das Gelenk ist aber schon zerstört und kann nicht mehr in seinen ursprünglichen Zustand gebracht werden.