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pfeilWas ist das?

Die Peronealsehnenentzündung betrifft die beiden Sehnen, die an der Wadenaußenseite verlaufen und das Wadenbein (Fibula) mit dem Fuß verbinden. Diese Sehnen spielen eine wichtige Rolle bei der Stabilität und Bewegung des Fußes. Bei Überlastung oder Reizung kann es zu einer Entzündung kommen, die zu Schmerzen, Schwellungen und Bewegungseinschränkungen führen kann.

Zusammenfassung Peronealsehnenentzündung

  • Die zwei Peronealsehnen befinden sich an der Außenseite des Fußgelenks und verbinden Wadenbein mit Fuß.
  • Eine Entzündung dieser Sehnen ist in vielen Fällen auf eine Überbelastung zurückzuführen.
  • Es entstehen Schmerzen an der Fußaußenkante.
  • Der betroffene Fuß muss geschont werden.
  • Bei Einhalten der Therapiemaßnahmen ist die Prognose sehr gut.
pfeilIst das gefährlich?

Eine Peronealsehnenentzündung ist in der Regel nicht gefährlich, jedoch kann sie zu erheblichen Beschwerden und Beeinträchtigungen führen, insbesondere wenn die Entzündung nicht behandelt wird.

Es ist wichtig, vor allem bei lang anhaltenden und starken Beschwerden einen Arzt aufzusuchen, um langfristige Komplikationen zu vermeiden und die Stabilität und Funktionalität des Sprunggelenks beizubehalten.

pfeilWann zum Arzt?

Es gibt einige Anzeichen, bei denen Du einen Arzt (Orthopäden) aufsuchen solltest:

  • starke Schmerzen im Bereich des äußeren Knöchels.
  • Schwellung und Rötung im Bereich der äußeren Knöchelregion.
  • Bewegungseinschränkung – Eingeschränkte Bewegungsfreiheit im Sprunggelenk, vor allem beim Gehen und sportlicher Aktivität.
  • Anhaltende Beschwerden – Wenn die Beschwerden über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben und sich auch durch Schonen nicht verbessern.
  • Frühere Verletzungen – Wenn bereits in der Vergangenheit Verletzungen am Sprunggelenk vorgekommen sind oder der Betroffene eine Sportart mit hohem Verletzungsrisiko der Sehnen treibt.
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Ursachen Peronealsehnenentzündung

  • Überlastung – In sehr vielen Fällen liegt die Ursache der Peronealsehnenentzündung in einer Überbelastung des Fußes, bzw. der Sehne.
    • Falsche Trainingstechnik und Fehlbelastung.
    • Abruptes Steigern der Trainingsintensität.
    • Neue, ungewohnte Belastung des Fußgelenks.
  • Falsches Schuhwerk
  • Anatomische Fußfehlstellungen (z. B. Hohlfuß)
  • Unzureichendes Aufwärmen 
  • Verletzung bzw. Trauma – Vor allem beim Umknicken (sog. Supinationstrauma) kann es neben einer Bandverletzung zu einer Peronealsehnenentzündung kommen.
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Symptome Peronealsehnenentzündung

  • Schmerzen an der Fußaußenkante – an der Außenseite des Unterschenkels, insbesondere hinter dem äußeren Knöchel (lateraler Malleolus).
    • Empfindlichkeit – Die Haut im Bereich der Sehne kann besonders empfindlich und gerötet sein.
  • Ggf. Schwellung (geschwollener Knöchel) – vor allem im Bereich des äußeren Knöchels.
  • Bewegungseinschränkung des Fußes – Das Strecken und Beugen des Fußes kann schmerzhaft sein.
  • Veränderte Gangart – um die Schmerzen zu kompensieren.
  • Instabilität des Sprunggelenks – In schweren Fällen kann es zu einer Instabilität im Sprunggelenk kommen, welche zu Problemen beim Gehen und Stehen führen kann.
  • Knirschendes Geräusch – In manchen Fällen ist beim Bewegen des Knöchels ein Knirschen und Knacken zu hören.
  • Nervenreizung – und damit brennendes oder kribbelndes Gefühl.

Ein Bluterguss (Hämatom) oder Wassereinlagerungen (Ödeme) treten bei einer Peronealsehnenentzündung eher selten auf.

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Differenzialdiagnose

Andere Erkrankungen, bei denen ähnliche Symptome auftreten, sind:

  • Sprunggelenksarthritis
  • Fersenbeinfraktur
  • Bänderriss im Sprunggelenk
  • Sinus-tarsi-Syndrom
  • Tarsaltunnelsyndrom
  • a. A.
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Behandlung Peronealsehnenentzündung

  • Ruhe und Schonung – Es gilt, die Belastung auf die Sehne so gering wie möglich zu halten.
  • Kältebehandlung – Ein Eispack auf der betroffenen Stelle kann helfen, die Schmerzen und die Schwellung zu reduzieren. Das Eis sollte keinen direkten Kontakt zur Haut haben und in ein Tuch gewickelt werden.
  • Medikamentöse Behandlung – Entzündungshemmende Medikamente wie Ibuprofen oder Diclofenac sowie weitere Schmerzmittel können dabei helfen, die Schmerzen und die Entzündung zu lindern.
  • Physiotherapie – Eine Physiotherapie kann die Flexibilität, Stabilität und Kraft im betroffenen Bereich verbessern. 
  • Orthopädisch Hilfsmittel – spezielle Einlagen, Schuhe und Bandagen können die Sehnen entlasten und den Fuß stabilisieren.
  • Kortikosteroid-Injektion – In manchen Fällen kann die Injektion von Kortikosteroiden in die betroffene Region bei der Linderung der Schmerzen und der Entzündung helfen. Dies sollte jedoch nur unter der Empfehlung und Anleitung eines Arztes erfolgen, da sie nicht für jeden Patienten geeignet sind.
  • Chirurgische Intervention – Nur in schweren Fällen kann ein operativer Eingriff erforderlich sein, um geschädigtes Gewebe zu reparieren oder zu entfernen.
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Übungen bei Peronealsehnenentzündung

Bevor Du trainierst!
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Bitte bespreche Übungen im Vorfeld immer mit Deinem Arzt oder Therapeuten!

Bei starken Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Ausfallerscheinungen solltest Du von Übungen absehen. Übungen sollten den Schmerz nie verschlimmern.

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Medikamente

  • NSAR – Nichtsteroidale entzündungshemmende Medikamente (z. B. Ibuprofen, Diclofenac oder Naproxen)
  • Topische entzündungshemmende Gele/Salben/Cremes – mit Wirkstoffen wie Ibuprofen oder Diclofenac.
  • Schmerzmittel – z. B. Tramadol (verschreibungspflichtig) oder Paracetamol (verschreibungsfrei)
  • Kortikosteroid-Injektion – Injektion von Kortikosteroiden in die betroffene Region kann dabei helfen, die Entzündung zu hemmen und Schmerzen zu lindern. Sie ist jedoch mit einem erhöhten. Risiko für Nebenwirkungen und Komplikationen verbunden und sollte daher nur in Absprache mit einem Arzt in Erwägung gezogen werden.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Prognose

Die Prognose ist bei einer Peronealsehnenentzündung in der Regel sehr gut.

In den meisten Fällen ist die Erkrankung durch Überlastung und Überbeanspruchung bedingt und lässt sich mit einer rechtzeitigen Diagnose und angemessenen Therapie gut behandeln.

In seltenen schweren Fällen oder bei einer chronischen Entzündung kann die Prognose jedoch weniger günstig sein.
Hier ist eine rechtzeitige und intensive Behandlung nötig, die unter Umständen auch einer chirurgischen Intervention bedarf, um mögliche Komplikationen zu vermeiden und die bestmögliche Heilung zu erzielen.

Hinweis! Eine frühzeitige Diagnose und Therapieeinleitung verbessern die Prognose in den meisten Fällen erheblich.

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Komplikationen

In seltene Fällen können unter Umständen bei ausbleibender Behandlung Komplikationen auftreten.

  • Chronische Entzündung – Wenn die Entzündung unbehandelt oder unzureichend behandelt wird, kann sie einen chronischen Verlauf annehmen. Dies kann zu langfristigen Beschwerden, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen führen.
  • Instabilität im Sprunggelenk – Unter Umständen kann eine Peronealsehnenentzündung zu einer Instabilität im Sprunggelenk führen, welche mit einem erhöhten Verletzungsrisiko verbunden ist.
  • Degenerative Veränderungen – Langfristig kann die Entzündung zur Degeneration des Gewebes führen und beispielsweise einen Sehnenriss oder eine Sehnenverdickung auslösen.
  • Bewegungseinschränkung bzw. Funktionsverlust – In schweren Fällen kann eine unbehandelte Sehnenentzündung zu einem eingeschränkten Bewegungsradius bzw. Verlust der Funktion im betroffenen Fuß führen.
  • Knöchelfehlstellungen – Die Peronealsehnenentzündung kann unter Umständen zu einer Fehlstellung im Fuß führen, welche mit einer Beeinträchtigung der Stabilität und Funktion des Fußes verbunden ist.
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Dauer

Die Dauer einer Peronealsehnenentzündung kann stark variieren und hängt von verschiedenen Faktoren wie der Schwere der Erkrankung, der Behandlungsart und der Einhaltung der therapeutischen Maßnahmen ab. 

In den meisten Fällen beläuft sich die Dauer bei frühzeitiger Diagnose und angemessener Therapie auf wenige Wochen bis Monate.

In schweren oder chronischen Fällen kann die Behandlung und Genesung durchaus länger dauern, da eine intensivere Behandlung nötig ist, die beispielsweise längere Ruhezeiten und chirurgische Intervention mit einschließt.

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Vorbeugung

Um einer Peronealsehnenentzündung vorzubeugen, gilt es in erster Linie, die Überbelastung des Fußes zu vermeiden. Folgende Maßnahmen helfen bei der Prophylaxe.

  • Angemessenes Schuhwerk
  • Aufwärmen und Abwärmen – vor bzw. nach dem Training.
  • Progressive Belastungssteigerung – langsames schrittweises Steigern der Trainingsintensität
  • Stärkung der Muskulatur
  • Ausreichende Erholungsphasen
  • Gewichtskontrolle
  • Faszientraining – zur Verbesserung der Flexibilität der Sehnen und Lösen von Verspannungen.
  • Technikschulung – Korrekte Lauf- und Trainingstechnik.
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Lokalisation

Lokalisation Peronealsehnenentzündung
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Die Peronealsehnen befinden sich an der Außenseite des Fußgelenks.

  1. Sehne des M. peroneus brevis (kurzer Wadenbeinmuskel) auch genannt: M. fibularis brevis
  2. Sehne des M. peroneus longus (langer Wadenbeinmuskel) auch genannt: M. fibularis longus
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Bei Kindern

Die Peronealsehnenentzündung tritt bei Kindern weniger häufig auf und verläuft jedoch ähnlich wie bei Erwachsenen.

pfeilIn der Schwangerschaft

Die Entwicklung einer Peronealsehnenentzündung ist durch die vielen Veränderungen im Körper der schwangeren Frau möglich.

Faktoren wie die Gewichtszunahme, veränderte Gangart und hormonelle Veränderungen führen zu einer erhöhten Belastung der Sehnen und erhöhen somit das Risiko einer Entzündung. 

Es ist wichtig bei Beschwerden im betroffenen Bereich bzw. Verdacht, einen Arzt zu konsultieren, um eine genaue Diagnose zu stellen und eine angemessene Behandlung zu erhalten, um das Wohlbefinden von Mutter und Kind zu sichern.

Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.

aktualisiert: 30.04.2025
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Tobias Kasprak, Mario Habersack

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  • Anamnese (ärztliches Untersuchungsgespräch) – Der Arzt befragt den Patienten, um Informationen über die Krankheitsgeschichte, Symptome und Art der Beschwerden des Patienten herauszufinden.
  • Klinische Untersuchung – der Arzt untersucht den betroffenen Bereich des Fußes und den Knöchel auf Zeichen einer Entzündung wie z.B. Schwellung, Empfindlichkeit und Bewegungseinschränkung
  • Funktionstests – Diese Tests helfen dabei, die Stabilität, Beweglichkeit und Kraft des Fußes zu beurteilen. Beispiele hierfür sind das Abrollen des Fußes oder das Strecken bzw. Beugen.
  • Bildgebende Verfahren – können zur Bestätigung und genauen Beurteilung des Zustandes der Peronealsehnen und umgebenden Gewebes eingesetzt werden.
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