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pfeilWas ist das?

Als Plantarfasziitis bezeichnet man eine Entzündung der Sehnenplatte der Fußsohle, die häufig durch Überbelastung entsteht. Die Betroffenen leiden unter Schmerzen und sind in ihrem Alltag stark eingeschränkt. Der Entzündungsbereich liegt meist bei Sehnenansatz der Plantarfaszie am Fersenbein (Calcaneus).

pfeilIst das gefährlich?

Eine Plantarfasziitis ist zwar nicht gefährlich, kann jedoch in Bezug auf Heilungsdauer sehr hartnäckig sein.

Vor allem Sportler leiden unter der Notwendigkeit, die Trainingsbelastung zu reduzieren.

Eine frühzeitige Diagnose und Therapieeinleitung ist daher notwendig.

pfeilWann zum Arzt?

Treten bei Dir Schmerzen im hinteren Bereich der Fußsohle auf, solltest Du rechtzeitige einen Orthopäden aufsuchen, um die Ursachen abzuklären.

Je früher die Diagnose gestellt wird und eine entsprechende Therapie eingeleitet wird, desto besser ist die Prognose.

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Abgrenzung zu Fersensporn

Oft wird eine Plantarfasziitis mit einem Fersensporn gleichgesetzt.

Auch wenn eine ähnliche Symptomatik vorliegt und beide Krankheitsbilder gleichzeitig auftreten können, liegt beim Fersensporn eine kleine Knochenbildung am unteren Fersenbein vor, während die Plantarfasziitis einen entzündlichen Zustand der Faszie bezeichnet.

Bei einem Fersensporn kommt es oftmals zusätzlich zur Entzündung der Plantarfaszie. Erst dann nämlich treten die typischen Beschwerden auf und ein Arzt wird aufgesucht.
Ein Fersensporn an sich verursacht keine Beschwerden.

Zum Thema Fersensporn

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Anatomie

Die Plantarfaszie (Aponeurosis plantaris) ist ein Gewebeband und verläuft entlang des Fußlängsgewölbes. Die Faszie verbindet sozusagen Ferse mit Fußballen.

Die Sehne entspringt an der Fußsohle im vorderen Bereich des Fersenbeins am Fersenbeinhöcker (Tuber calcanei) und verbindet Fußwurzel, Mittelfußknochen und Zehengrundgelenke.
Im Verlauf von der Ferse zum Vorfuß spaltet sich die Sehne in 5 Stränge.

Durch ihre Funktion des Aufrechterhaltens der Spannung in den Knochen der Fußsohle sorgt sie beim Gehen und Stehen für das Abfedern des Körpergewichts.

Entzündet sich diese Sehne, spricht man von einer Plantarfasziitis.

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Ursachen Plantarfasziitis

  • Überbelastung – durch sportliche Aktivitäten (Joggen, Wandern ...). Die Plantarfasziitis entsteht häufig, wenn es zu einer sprunghaften Steigerung der Belastung (vermehrtes Training) oder einer neuen, ungewohnten Belastung (sportliche Einsteiger) des Fußes kommt.
    • Übergewicht – Auch ein hohes Körpergewicht überbelastet den Fuß.
  • Alter – die Erkrankung tritt häufiger bei Menschen im Alter von 40 bis 60 Jahren auf.
  • Biomechanische FaktorenPlattfuß, Hohlfuß, Senkfuß, Spreizfuß, Knickfuß, verkürzte Achillessehne
  • Verletzungen des Fußes – können auch zu einer Plantarfasziitis führen.

Beachte! In vielen Fällen sind Läufer von einer Plantarfasziitis betroffen.

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Symptome Plantarfasziitis

  • Druckschmerz (Fersenschmerzen) – im Bereich der vorderen Kante der Ferse.
    • Belastungsabhängiger Schmerz – Die Schmerzen bei einer Plantarfasziitis werden bei Belastung wie z. B. Sprinten oder Springen stärker.
    • Zu Beginn sind die Schmerzen nur bei hoher Belastung, im Verlauf kommt es auch zu Schmerzen in Ruhe.
    • Anlaufschmerz – nach längerem Sitzen oder morgens nach dem Aufstehen ist der Schmerz am stärksten.
    • Die Schmerzen werden von Betroffenen als ziehend, brennend, beschrieben.
  • Einschränkung der Gehfähigkeit

Beachte! Die Symptome beginnen oftmals leicht und verschlimmern sich im Laufe der Zeit zunehmend (Schleichende Symptomatik).

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Diagnose Plantarfasziitis

  • Anamnese – Der Patienten schildert dem Arzt in einem Gespräch die charakteristische Krankengeschichte der Plantarfasziitis.
  • Körperliche Untersuchung– Der Arzt überprüft den Druckschmerz unter der Ferse am Ansatz der Faszie.
    • Provokationstests – z. B. Windlass-Test bei dem passiv eine Extension der Großzehe forciert wird.
  • Bildgebende Verfahren – Röntgen, Ultraschall oder MRT (Magnetresonanztomografie) zur Differentialdiagnose.
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Bilder

Im Normalfall kann man eine Plantarfasziitis nicht von außen erkennen.

In einigen wenigen Fällen ist eine Schwellung der Sehne erkennbar.

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Du kannst natürlich jederzeit eine Entfernung beatragen!
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Behandlung Plantarfasziitis

Bei der Behandlung einer Plantarfasziitis wird zwischen einer konservativen (nicht-operativen) und operativen Therapie unterschieden.
In fast allen Fällen reicht eine konservative Behandlung aus.

Konservative Behandlung

  • Schonung – Übermäßige Belastung muss zunächst vermieden werden. Eine Pause der sportlichen Belastung (Joggen etc.) ist meist unausweichlich. Alternativ kann auf Sportarten umgestiegen werden, welche die Fußsohle weniger stark beanspruchen.
  • Kühlen – Bei akuten Schmerzen hilft Kälte mittels Kühlakku, Eis oder Kaltkompresse die Stelle mehrmals täglich für etwa 15 Minuten kühlen. Direkten Hautkontakt dabei vermeiden.
  • Medikamente – NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika, z. B. Ibuprofen, Diclofenac) bei akuten Beschwerden. Immer nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt und nicht zur Dauerbehandlung geeignet.
  • Trainingstherapie/ Physiotherapie
    • Dehnen – Regelmäßiges Dehnen der Sehne und Unterschenkelmuskulatur (Wadenmuskulatur/ M.gastrocnemius) führt in drei von vier Fällen zu einer Besserung der Symptomatik.
    • Kräftigung - Training der Fußmuskulatur.
    • Faszientraining - der Fußmuskulatur. Am besten eignet sich dafür ein Faszienball (klein).
    • Querfriktionsmassagen.
  • Einlagen – Orthopädische Einlagen zur Unterstützung des Fußlängsgewölbes und Entlastung der Plantarfaszie. Vor allem bei Fußfehlstellungen als Ursache der Plantarfasziitis.
  • Tape – Auch mittels Tapes lässt sich das Längsgewölbe stützen und die Sehne entlasten.
  • Gewichtsreduktion – bei bestehendem Übergewicht.
  • Kortison-Injektion – In sehr schweren Fällen, wenn andere konservative Maßnahmen nicht helfen. Direkt an die Sehne, wirkt entzündungshemmend. (Anwendung nicht zu häufig!)
  • Stoßwellentherapie
  • Röntgenreizbestrahlung

Operative Behandlung

  • Sehr selten – Nur in sehr seltenen Fällen ist ein chirurgischer Eingriff nötig.
  • Verfahren – Offenes oder endoskopisches Ablösen der Plantarfaszie.

Achtung! Ohne entsprechende Behandlung entwickelt sich bei einer Plantarfasziitis in 20 % der Fälle ein chronischer Verlauf!

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Übungen bei Plantarfasziitis

Bevor Du trainierst!
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Bitte bespreche Übungen im Vorfeld immer mit Deinem Arzt oder Therapeuten!

Bei starken Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Ausfallerscheinungen solltest Du von Übungen absehen. Übungen sollten den Schmerz nie verschlimmern.

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Medikamente

  • Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR)
  • Kortison-Injektionen - Bei hartnäckigen Beschwerden.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Hausmittel Plantarfasziitis

  • Salben – mit Arnika, Rizinusöl oder Capsaicin.
  • Kälte – Eine Kühlung mit (Cool-Packs) der Ferse bei akuten Beschwerden.
  • Wärme – Wenn der akute Schmerz nachlässt, fördert Wärme die Durchblutung und regt die Heilung an.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Hausmittel sind oft eine gute Ergänzung, haben jedoch bei einigen Erkrankung ihr Grenzen! Bei Unklarheit wende Dich an Deinen Arzt.
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Prognose

Die Prognose bei einer Plantarfasziitis ist sehr gut, insbesondere wenn die Erkrankung frühzeitig diagnostiziert und angemessen behandelt wird.

In den meisten Fällen bedarf es keinem chirurgischen Eingriff und die Patienten können bei konservativer Behandlung schon nach einigen Wochen eine deutliche Besserung sehen.

Jedoch kann sich der Heilungsprozess auch über ein bis zwei Jahre erstrecken.
In diesen Fällen ist es wichtig, trotz der Langwierigkeit geduldig zu sein und Risikofaktoren zu vermeiden, um keine Rückschläge zu erfahren.

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Dauer

Eine Plantarfasziitis kann durchaus sehr hartnäckig werden und eine langwierige Behandlung nach sich ziehen.

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Vorbeugung

Um einer Plantarfasziitis vorzubeugen, müssen die auslösenden Faktoren vermieden werden. Vor allem eine sprunghafte Belastungssteigerung der Fußsohle muss unbedingt vermieden werden.

  • Dehnübungen – Dehnen und Aufwärmen vor dem Sport.
  • Kräftigung – der Fußmuskulatur.
  • Schuhe – angemessenes Schuhwerk, vor allem bei hoher Beanspruchung der Füße (Joggen, Wandern etc.).
    • Einlagen – orthopädische Einlagen für die Sportschuhe (v.a. wenn eine vorausgehende Fußdeformität bekannt ist).
  • Vermeiden von Übergewicht

Randnotiz! Muskeln, Sehnen aber auch Knochen werden durch regelmäßige Belastung stärker. Ein sprunghafter Anstieg führt häufig jedoch zu Überbelastungserscheinungen.

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Lokalisation

Lokalisation Plantarfasziitis
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Die Schmerzen bei einer Plantarfasziitis treten vor allem im vorderen Bereich des Fersenbeins (ca. 5cm vom hinteren Rand des Fußes entfernt) auf.

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Heilung

In den meisten Fällen kommt es bei konsequenter Behandlung mit konservativen Methoden zu einer vollständigen Heilung der Plantarfasziitis.

Auch im Falle eine Operation sind die Aussichten auf eine Heilung mit über 80 % sehr gut.

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Zahlen & Statistiken

  • Alter – Vor allem Menschen im Alter zwischen 40 und 50 Jahren sind von einer Plantarfasziitis betroffen.
  • Geschlecht – Frauen sind häufiger von einer Plantarfasziitis betroffen als Männer.
  • Häufigkeit – In etwa jeder 10. Mensch wird im Laufe des Lebens einmal Probleme aufgrund einer Plantarfasziitis bekommen.
Epidemiologische FaktenHäufigkeitoft
Alters FaktenAlter~ 45 - 65
Geschlecht FaktenGeschlecht2 : 1
aktualisiert: 30.04.2025
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Oft wird eine Plantarfasziitis mit einem Fersensporn gleichgesetzt.

Auch wenn eine ähnliche Symptomatik vorliegt und beide Krankheitsbilder gleichzeitig auftreten können, liegt beim Fersensporn eine kleine Knochenbildung am unteren Fersenbein vor, während die Plantarfasziitis einen entzündlichen Zustand der Faszie bezeichnet.

Bei einem Fersensporn kommt es oftmals zusätzlich zur Entzündung der Plantarfaszie. Erst dann nämlich treten die typischen Beschwerden auf und ein Arzt wird aufgesucht.
Ein Fersensporn an sich verursacht keine Beschwerden.

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Hinweis: Diese Tabelle dient der strukturierten Datenaufbereitung für KI-gestützte Informationsverarbeitung und Assistenzsysteme.
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