Altersweitsichtigkeit (Presbyopie), wenn es altersbedingt zu einem Fortschreiten des Verlustes der Anpassungsfähigkeit des Nahsehens kommt.
Unter Altersweitsichtigkeit, auch Presbyopie genannt, versteht man die Abnahme der Fähigkeit des Nahsehens mit zunehmendem Alter. Grund dafür ist der Alterungsprozess der Linse.
Die Altersweitsichtigkeit ist ein altersbedingter Prozess, der jedoch keine Gefahr darstellt.
Die Altersweitsichtigkeit ist ein altersbedingter Prozess. Bemerkst Du altersbedingt Schwierigkeiten beim Lesen (Nahsehen), solltest Du einen Termin beim Augenarzt wahrnehmen.
Vermutlich benötigt Du eine Sehhilfe.
Die Entstehung der Altersweitsichtigkeit:
Mit zunehmendem Alter verliert die Linse des Auges an Elastizität, was zu einer verminderten Akkomodationsfähigkeit führt.
Unter Akkomodation versteht man die Anpassung verschiedener Strukturen des Auges an unterschiedliche Entfernungen, um scharf sehen zu können.
Beim Nahsehen kugelt sich die Linse entsprechend ihrer Eigenelastizität ab, was zu einer Erhöhung der Brechkraft führt.
Ist diese Abrundung nur noch eingeschränkt möglich, erscheinen nahe Objekte verschwommen, die Betroffenen benötigen dann oftmals eine Lesebrille.
Dass manche Menschen früher an Altersweitsichtigkeit leiden, kann verschiedene Gründe haben.
Als Risikofaktoren zählen Erkrankungen wie beispielsweise Diabetes oder multiple Sklerose.
Warum manche Grunderkrankungen den Alterungsprozess der Linse beschleunigen, ist nicht bekannt.
Auch genetische Faktoren spielen eine Rolle, lassen sich jedoch nicht auf ein bestimmtes Gen festlegen.
Die Altersweitsichtigkeit äußert sich durch die Verschlechterung des Nahsehens (Sehen von nahen Gegenständen).
Durch die verminderte Elastizität der Linse, rückt der nächste Punkt, der noch scharf gesehen werden kann, mit zunehmendem Alter immer weiter in die Ferne.
Das macht sich besonders beim Lesen oder beim Tippen beispielsweise auf dem Smartphone bemerkbar.
Die Betroffenen können außerdem ein zunehmendes Anstrengungsgefühl beim Nahsehen empfinden, da durch Anspannung der Augenmuskulatur versucht wird, die Anpassungsfähigkeit des Auges zu maximieren.
Die Nutzung einer Lesebrille führt meist zu einer Besserung der Symptomatik.
Die Altersweitsichtigkeit kann von einem Augenarzt oder auch einem Optiker diagnostiziert werden.
Mittels eines speziellen Gerätes kann die Brechkraft des Auges bestimmt werden.
Anschließend wird ein Sehtest durchgeführt, durch den der Dioptrienwert der erforderlichen Sehkorrektur, im Falle der Altersweitsichtigkeit einer Lesebrille, ermittelt werden kann.
Mittels eines Sehtests, lässt sich objektiv feststellen, ob man an Weitsichtigkeit leidet.
Hierzu wird der Abstand von Auge und dem Punkt, der in kleinster Entfernung zum Auge noch scharf gesehen werden kann, gemessen.
Ob es sich bei einer Weitsichtigkeit dann um Altersweitsichtigkeit handelt, hängt vom Alter der betroffenen Person ab
Bei einem jungen Erwachsenen, der an Weitsichtigkeit leidet, handelt es sich folglich nicht um Altersweitsichtigkeit.
Die Ursache einer Weitsichtigkeit bei jungen Menschen liegt meist in einem zu kurzen Augapfel.
Weist die betroffene Person jedoch bereits ein höheres Lebensalter auf und leidet zudem an den typischen Symptomen der stetigen Verschlechterung des Nahsehens, ist eine Altersweitsichtigkeit (Presbyopie) wahrscheinlich.
Der Dioptrienwert stellt das Maß der Brechkraft dar.
Da die Brechkraft der Linse mit zunehmendem Alter abnimmt, braucht eine 45- bis 50-jährige Person eine Lesebrille mit durchschnittlich 0,75 Dioptrien, eine 60-jährige Person benötigt schon durchschnittlich 3 Dioptrien, um die Presbyopie (Weitsichtigkeit) auszugleichen.
Ursache hierfür ist der Verlust elastischer Fasern. Ein natürlicher Prozess des fortschreitenden Alters.
Das eingeschränkte Nahsehen wird mittels einer optischen Korrektur ausgeglichen.
Eine Behandlung im Sinne einer „Heilung“ gibt es nicht, da es sich um einen Alterungsprozess handelt, welcher nicht rückgängig gemacht werden kann.
Bei Weitsichtigkeit kommen Sammellinsen zum Einsatz.
Sie sind konvexförmig und erhöhen die Brechkraft, weshalb sie auch als „Plusgläser“ bezeichnet werden.
Durch die erhöhte Brechkraft kann ein Gegenstand, der sich nah vor dem Auge befindet, wieder scharf gesehen werden.
Es besteht zudem die Option eines Linsenersatzes.
Dieses Verfahren kommt hauptsächlich beim Grauen Star, bei dem die Linse eingetrübt ist, zum Einsatz.
Sie kann allerdings auch zur Behandlung von Fehlsichtigkeiten eingesetzt werden.
Die eigene Linse wird dabei größtenteils entfernt und eine künstliche Linse eingesetzt.
Zur Korrektur der Altersweitsichtigkeit werden Lesebrillen mit Sammellinsen verwendet.
Diese sind konvex, das heißt auf beiden Seiten gewölbt.
Wird ein Gegenstand durch eine konvexförmige Linse wahrgenommen, erhöht sich die Brechkraft, sodass eine weitsichtige Person ein nahes Objekt wieder scharf sehen kann.
Solche Sammellinsen werden auch als Plusgläser bezeichnet.
Das Lasern stellt keine klassische Therapieoption der Altersweitsichtigkeit dar, kommt jedoch durch neue Techniken auf diesem Gebiet allerdings immer häufiger zum Einsatz.
Je nach Beschaffenheit des Auges kann eine Anpassung der Hornhaut mittels Laser zu einer Verbesserung der Symptomatik führen.
Die Lasertechnik kommt außerdem nach einem Linsenersatz zum Einsatz, da es vorkommen kann, dass der Teil der eigenen Linse, der im Auge belassen wird, trüb wird.
Diese Trübung kann durch die Anwendung eines Lasers behoben werden.
Sowohl die Laser- als auch die Linsenersatztherapie kommen für Patienten infrage, die auf ein optisches Hilfsmittel verzichten wollen.
Nein, ein spezielles Training, um die Altersweitsichtigkeit aufzuhalten, gibt es nicht.
Bei der Altersweitsichtigkeit handelt es sich um einen natürlichen Alterungsprozess, der jeden ab einem gewissen Alter betrifft.
Besteht eine Presbyopie bereits, kann es beim Nahsehen, beispielsweise beim Lesen, zu einem Anstrengungsgefühl der Augen oder sogar Kopfschmerzen kommen.
In diesem Fall sollte eine Brille oder Kontaktlinsen verwendet werden.
Außerdem können Entspannungsübungen durchgeführt werden, wie Augenkreisen, eine Kopfmassage oder in die Ferne schauen, um die Augenmuskulatur zu relaxieren.
Ist eine Laserbehandlung geplant, sind zunächst einige Vorbereitungen zu treffen.
Die Behandlung wird in der Regel von einem Arzt für refraktive Chirurgie durchgeführt. Zunächst muss das Auge, insbesondere die Hornhautdicke genau ausgemessen und die Brechkraft beider Augen bestimmt werden.
Bei der Lasertherapie der Altersweitsichtigkeit wird folgendes Prinzip angewandt:
Ein Auge wird optimal an das Sehen in der Ferne, das andere Auge an das Nahsehen angepasst. Die Verarbeitung des Sehreizes des jeweiligen Auges im Gehirn, macht dann das Scharfsehen möglich.
Bei der Lasertechnik wird eine Schicht der Hornhaut eröffnet und der darunter liegende Teil der Hornhaut individuell korrigiert.
Der „Lappen“, der beim Eröffnen entstanden ist, kann dann wieder zurückgeklappt und am Auge befestigt werden.
Grundsätzlich ist das Lasern eine sehr sichere Methode.
Risiken gibt es jedoch, wie bei jedem Eingriff. Zu ihnen gehört im schlimmsten Fall der Verlust der Sehkraft, was allerdings sehr selten ist.
Auch eine Schädigung der Tränendrüse mit folgendem Verlust der Tränenflüssigkeit ist äußerst selten.
Theoretisch sind auch Infektionen möglich, aufgrund der hohen Hygienestandards bei solchen Eingriffen, kommen auch diese nicht häufig vor.
Ein trockenes Auge, einhergehend mit einem Fremdkörpergefühl direkt nach dem Eingriff, kann vorkommen, hält allerdings nur über einen kurzen Zeitraum an.
Es kann außerdem zu einer verstärkten Lichtempfindlichkeit kommen. Das Auge sollte für ein paar Stunden nach dem Eingriff geschont werden, bis sich eine normale Lichtempfindung eingestellt hat.
Die Gesamtdauer des Eingriffs ist sehr kurz und beschränkt sich auf ca. 10 Minuten.
Der Laser selbst kommt dabei oft nur wenige Sekunden zum Einsatz. Eine Verbesserung des Sehens tritt meist schon nach wenigen Stunden nach dem Eingriff ein.
Bis der Zustand des betroffenen Auges vom Patienten wieder als vollkommen normal empfunden wird, können einige Tage vergehen.
In den meisten Fällen ist eine Nachbehandlung nicht notwendig.
Die Korrektur der Fehlsichtigkeit sollte nach der ersten Sitzung erfolgt sein. Ist dies nicht der Fall, kann ggf. eine erneute Laseranwendung durchgeführt werden, sofern es die anatomischen Verhältnisse des betroffenen Auges es zulassen.
Nach der Operation kann eine Nachbehandlung mit Augentropfen in Erwägung gezogen werden, um der Trockenheit des Auges entgegenzuwirken. Sollte eine Infektion auftreten, wird diese mittels antibiotischer Augentropfen behandelt.
Je nach verwendetem Verfahren und Aufwand belaufen sich die Kosten für eine Laserbehandlung auf zwischen 800 und 2.500 Euro pro Auge.
Je nach Indikation ist eine Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich.
Dass die Altersweitsichtigkeit immer weiter fortschreitet, lässt sich nicht aufhalten.
In welchem Zeitraum und Ausmaß dies stattfindet, lässt sich auch nicht vorhersagen.
Die Altersweitsichtigkeit lässt sich durch ein optisches Hilfsmittel oder eine Augenoperation jedoch gut ausgleichen, sodass die Betroffenen im Alltag nicht eingeschränkt sind.
Der Alterungsprozess ist ein schleichender Prozess, der stetig abläuft.
Bereits im jungen Erwachsenenalter nimmt die Elastizität der Linse ab.
Dies macht sich allerdings nicht sofort bemerkbar, da die meisten Tätigkeiten wie Lesen oder Tippen in der Nähe noch problemlos möglich sind.
Den Betroffenen fällt erst auf, dass sie altersweitsichtig sind, wenn bei diesen Aufgaben ein verschwommen-Sehen auftritt.
Die Altersweitsichtigkeit schreitet mit zunehmendem Alter voran, sodass im Verlauf eine Anpassung von Lesebrillen oder Kontaktlinsen erforderlich wird.
Eine Altersweitsichtigkeit ist ein fortschreitender Prozess. Der scharf wahrgenommene Sichtbereich verschiebt sich im Laufe des Alterns immer weiter nach hinten. Ab dem ca. 65. Lebensjahr liegt der scharf-sichtbare Bereich in etwa bei einer Entfernung von 2 Meter. Ab diesem Alter nimmt die Altersweitsichtigkeit in der Regel nicht weiter zu.
Nein, eine Vorbeugung gegen Altersweitsichtigkeit existiert nicht.
Nach dem heutigen Wissensstand gibt es bisher keine präventiven Maßnahmen wie beispielsweise spezielle Übungen, um den Alterungsprozess aufzuhalten.
Heilen lässt sich eine Altersweitsichtigkeit nicht.
Der Prozess der Alterung und der damit verbundene Verlust der Linsenelastizität lässt sich nicht aufhalten.
Durch eine Brille oder Kontaktlinsen oder auch durch einen operativen Eingriff lässt sich die Altersweitsichtigkeit allerdings sehr gut ausgleichen.
Die Altersweitsichtigkeit kommt durch die abnehmende Flexibilität der Linse mit zunehmendem Alter zustande und tritt vor allem ab dem 50. Lebensjahr auf.
Eine währende der Schwangerschaft neu auftretende oder zunehmende Altersweitsichtigkeit beeinflusst weder den Verlauf der Schwangerschaft, noch die Entwicklung des Babys.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
Weitsichtigkeit und dadurch auch die Altersweitsichtigkeit ist ein sehr weit verbreitet.
Der Verband der Augenärzte geht davon aus, dass ca. 35 % der Menschen vor dem 50. Lebensjahr bereits an Weitsichtigkeit leiden.
Ab dem 50. Lebensjahr nimmt die Zahl der Patienten stetig zu.
Unter den Senioren sind ca. 95 % aller Menschen weitsichtig.
Die Weitsichtigkeit ist damit der häufigste Sehfehler.
Bei normalsichtigen, jungen Erwachsenen liegt der Punkt, der in kleinster Entfernung noch scharf gesehen werden kann, ca. 10 cm vor dem Auge.
Die Akkommodationsbreite, also die Anpassungsfähigkeit des Auges liegt hier bei ca. 14 Dioptrien.
Mit zunehmendem Alter nimmt die Nahakkommodationsfähigkeit stetig ab.
Durchschnittlich macht sich das ca. ab dem 45. Lebensjahr bemerkbar.
Grob lässt sich sagen, dass die Stärke, die eine Lesebrille haben muss, um noch scharf sehen zu können, ab diesem Alter um ca. 0,7 Dioptrien zunimmt.
Von Altersweitsichtigkeit ist also jeder betroffen.
Ab welchem Alter sich die Presbyopie bemerkbar macht, ist jedoch individuell unterschiedlich und lässt sich nicht pauschalisieren.
Ganz einfach, es gibt keinen Zusammenhang zwischen den beiden Krankheitsbildern.
Kurzsichtigkeit und Altersweitsichtigkeit liegen unterschiedliche Ursachen zugrunde.
Einige Patienten berichten zwar über eine Verbesserung der Kurzsichtigkeit beim Alterungsprozess, für die meisten Menschen mit Kurzsichtigkeit wird auch das Sehen in der Nähe beim Alterungsprozess zunehmenden anstrengender.
Daher gibt es auch Gleitsichtbrillen.
Hat der Betroffene bisher durch die Kurzsichtigkeit eine Brille benötigt, benötigt er in den meisten Fällen nun eine Brille für das Nahsehen, und eine weitere Brille für das Sehen in der Ferne.
Die Entstehungsprozesse der Altersweitsichtigkeit und der Kurzsichtigkeit unterliegen verschiedenen Prozessen, daher gibt es keinen Zusammenhang.
Einige Patienten berichten dennoch von einer Verbesserung der Kurzsichtigkeit im Alter.
In Folge einer zunehmenden Altersweitsichtigkeit kommt es oft zu einer Einschränkung der Lebensqualität, da je nach Bedarf die Brille bzw. die Kontaktlinsen getauscht, oder eine Gleitsichtbrille verwendet werden muss.
Ist jemand kurzsichtig (→ Kurzsichtigkeit), kann er in der Nähe scharf sehen, hat jedoch Schwierigkeiten beim Sehen in die Ferne.
Ursache ist ein zu langer Augapfel im Verhältnis zur Brechkraft.
Die Brechkraft muss in diesem Fall durch eine Zerstreuungslinse vermindert werden.
Bei der Altersweitsichtigkeit verhält es sich genau andersrum, hier fällt das Nahsehen schwer.
Treten beide optische Störungen miteinander auf, wird von Augenärzten eine Gleitsichtbrille empfohlen, die beide Fehlsichtigkeiten korrigieren kann.
Alternativ können unterschiedliche Brillen zum Lesen und zum Schauen in die Ferne benutzt werden.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Auge, Linse, Ziliarmuskel, Akkommodationsapparat |
| Differentialdiagnose | Hyperopie, Astigmatismus, Katarakt, Diabetesbedingte Sehstörungen, trockene Augen |
| Medikamente | keine direkten Medikamente, befeuchtende Augentropfen bei Begleitsymptomen |
| Epidemiologie | betrifft fast alle Menschen ab etwa 40 Jahren |
| Prognose | progredient bis zum ca. 60. Lebensjahr, danach stabil |
| Verlauf | langsam zunehmende Akkommodationsschwäche durch Elastizitätsverlust der Linse |
| Pathophysiologie | natürliche Altersveränderung der Linse, abnehmende Elastizität, eingeschränkte Nahfokussierung |
| Komplikation | Kopfschmerzen, Überanstrengung der Augen, eingeschränkte Lesefähigkeit |
| Behandlung | Lesebrille, Gleitsichtbrille, Kontaktlinsen, multifokale Linsenimplantate, refraktive Chirurgie |
| Primärvorbeugung | keine möglich, da altersbedingt |
| Sekundärvorbeugung | regelmäßige augenärztliche Untersuchungen, ergonomische Sehabstände |
| Risikofaktoren | Alter, genetische Veranlagung, intensive Naharbeit, wenige Pausen beim Lesen oder Arbeiten |
| Anzeichen | verschwommenes Sehen in der Nähe, Schwierigkeiten beim Lesen, Arme werden zum Lesen „zu kurz“, Augenbrennen, Kopfschmerzen |
| Stadien | anfängliche Nahprobleme, zunehmende Akkommodationsinsuffizienz, vollständige Presbyopie |
| Diagnostik | Sehtest, Refraktionsbestimmung, ausführliche augenärztliche Untersuchung |