Regenbogenhautentzündung (Iritis), wenn es aufgrund unterschiedlicher Ursachen zu einer Entzündung der Regenbogenhaut im Auge kommt.

Die Regenbogenhautentzündung, auch Iritis genannt ist eine Entzündung des farbigen Anteils des Auges, welcher die Pupille umgibt. Man unterscheidet entzündliche und nichtentzündliche Iritiden. Die Regenbogenhautentzündung ist eine Unterform der Uveitis (Entzündung der mittleren Augenhaut).
Eine Regenbogenhautentzündung ist gefährlich.
Wird diese nicht frühzeit erkannt und behandelt, drohen eine Linsentrübung oder ein grüner Star.
Achtung! Im schlimmsten Fall kann es zu einer Erblindung des betroffenen Auges kommen.
Wenn bei Dir Anzeichen von Augenschmerzen, gerötete Augen, Lichtempfindlichkeit oder Sehstörungen auftreten, solltest Du unbedingt einen Augenarzt oder eine Augenklinik aufsuchen.
Eine Regenbogenentzündung bedarf schneller Behandlung
Die Regenbogenhaut [3] (Iris) ist zuständig für die Regulierung des Lichteinfalls und kann Ihre Größe schnell an die Lichtverhältnisse anpassen.
Eine Regenbogenhautentzündung kann viele verschiedene Ursachen haben.
So sind Autoimmunerkrankungen wie Arthritis, Morbus Bechterew und einige rheumatoide Krankheitsbilder Grundlage der Entzündung.
Auch allgemeine Erkrankungen des Körpers wie Diabetes mellitus, Multiple Sklerose oder Leukämie können die Grundlage darstellen.
Eine weitere Ursache stellen Infektionen mit Bakterien oder Viren, wie Herpes-Simplex-Virus, Varizella-Zoster-Virus (Windpocken/ Gürtelrose), Borreliose (durch Zeckenbiss verursacht), dar.
Die Entzündung der hinteren Augenhaut kann zudem auch Folge einer Pilz-Infektion oder eines Parasitenbefalls sein.
Diese können durch Verletzungen oder im Rahmen einer OP ins Auge gelangen und sich dort vermehren, was letztlich die Entzündung hervorruft.
Zuletzt bleibt zu erwähnen, dass nicht selten (in circa der Hälfte aller Fälle) kein genauer Ursprung der Entzündung gefunden oder definiert werden kann. Dies wird als Entzündung idiopathischer Genese bezeichnet.
Hinweis! Um eine eventuell zugrundeliegende Vorerkrankung auszuschließen oder zu erkennen, sind spezifische Fragen und Tests Bestandteil der Untersuchung.
Bei einer Regenbogenhautentzündung kommt es zu einer Rötung des Auges. Auch einer Verklebung der Linse und Iris ist möglich.
Wie bei nahezu allen Krankheitsbildern gilt zu beachten, dass Symptome selten spezifisch für eine Krankheit sprechen.
Die Therapie einer Regenbogenhautentzündung erfolgt je nach Ursache.
In den meisten Fällen wird vom Arzt eine Salbe oder Augentropfen mit Glukokortikoiden verschrieben.
Diese Glukokortikoide wie beispielsweise Cortison haben unter anderem eine entzündungshemmende Wirkung.
Dabei unterbinden sie die Herstellung von Proteinen, die die Entzündung am Laufen halten und greifen in den Zellstoffwechsel der beteiligten Zellen ein.
In der Leber werden die Glukokortikoide ausscheidungsfähig gemacht und verlassen abschließend über die Galle oder die Niere den Körper.
Um zu vermeiden, dass die Regenbogenhaut mit der Linse verklebt, können Medikamente eingesetzt werden, die zur Weitstellung der Pupillen führen.
Dies reduziert zusätzlich die häufig auftretenden Schmerzen.
Ist eine Infektion die Ursache der Regenbogenhautentzündung, wird diese je nach Erreger der Infektion entweder mit Antibiotika oder mit antiviralen Mitteln behandelt.
Sollte die Infektion durch eine Grunderkrankung ausgelöst worden sein, muss zunächst die Grunderkrankung spezifisch behandelt werden, um die Entzündung in den Griff zu bekommen.
In seltenen Fällen, wie bei starken Komplikationen oder einem zu weiten Fortschritt der Entzündung, besteht die Möglichkeit einer operativen Behandlung.
Diese kann beispielsweise die Trübung der Linse beheben oder einen zu stark erhöhten Augeninnendruck senken.
Hinweis! Im Normalfall sollte wenige Tage nach dem Therapiestart eine deutliche Linderung der Symptome vorliegen, die Therapie muss aber einige Wochen, Monate oder teilweise Jahre fortgesetzt werden, um langfristig symptomfrei zu bleiben.
Die Medikamente zur Behandlung einer Regenbogenhautentzündung müssen immer je nach Ursprung der Entzündung gewählt werden.
Zudem sind der Grad der Entzündung und die Verträglichkeit der angewendeten Präparate entscheidend.
Eine Regenbogenhautentzündung kann sehr gut behandelt werden.
Erfolgt dies jedoch nicht frühzeitig, so kann es zur Chronifizierung kommen.
Bei der chronischen Form steigt die Gefahr für stärkere Nebenwirkungen wie Visuseinschränkung, bis hin zum vollständigen Verlust der Sehkraft.
Hinweis! Wird adäquat behandelt, verschwinden die Symptome im Normalfall innerhalb weniger Tage. Trotz regelmäßiger Einnahme der Medikamente kommt es in knapp einem Viertel der Fälle zu Rezidiven.
Eine Regenbogenhautentzündung zeigt verschiedene Symptome.
Die Entwicklung und Vermehrung der Symptome kann über lange Zeit ziehen, was dazu führt, dass die chronische Form der Regenbogenhautentzündungen in vielen Fällen erst sehr spät entdeckt und diagnostiziert wird.
Die rezidivierende Form der Regenbogenhautentzündung ist eine Mischung aus symptomfreien Perioden mit immer wiederkehrenden akuten Schüben.
Hierbei gilt, dass alle Symptome möglich sind, jedoch keinesfalls alle auftreten müssen, um eine Regenbogenhautentzündung zu bestätigen.
Achtung! Unbehandelt kann eine Regenbogenhautentzündung fatale Folgen haben.
Von eingeschränktem Sehvermögen durch Linsen- oder Glaskörpertrübung, über Schäden am Sehnerv (beispielsweise durch zu hohen Augeninnendruck ausgelöst), bis hin zu Netzhautablösungen und vollständiger Erblindung ist alles möglich.
In den meisten Fällen lassen die Symptome einer Regenbogenhautentzündung bereits nach wenigen Tagen nach.
Um langfristig symptomfrei zu bleiben, muss die Therapie jedoch über mehrere Wochen bis Monate weitergeführt werden.
Leider kommt es bei knapp einem Viertel der Betroffenen zu einer immer wiederkehrenden Chronifizierung, welche häufig Komplikationen mit sich bringt. In diesen Fällen kann es Jahre dauern, bis die Regenbogenhautentzündung vollständig abheilt.
Liegt eine auslösende Grunderkrankung vor, richtet sich die Dauer der Heilung vor allem danach, wie schnell und effektiv diese erkannt und behandelt wird.
Es gilt, die vermeidbaren Ursachen möglichst gering zu halten.
Entsprechend sollten die Augen sowohl bei eventuellen Risiken im Beruf als auch im Alltag gegen Sonnenlicht ausreichend geschützt werden.
Zudem können genug Schlaf, eine ausgewogene Ernährung und ein geringes Stresslevel dazu beitragen, das Risiko zu minimieren, da das Immunsystem so auf natürliche Weise unterstützt wird.
Eine Regenbogenhautentzündung ist im Normalfall nicht ansteckend.
In den meisten Fällen geht sie vom geschwächten Immunsystem des Betroffenen aus.
Selbst die Übertragung von Bakterien oder Viren bei einer zugrundeliegenden Infektion löst nicht zwingend auch eine Regenbogenhautentzündung beim Angesteckten aus, sondern wird bestenfalls von dessen intaktem Immunsystem erfolgreich bekämpft.
Die Regenbogenhaut (Iris) befindet sich im vorderen Abschnitt des Auges.
Die Regenbogenhaut gibt dem Menschen die Augenfarbe.
Eine Regenbogenhautentzündung beschränkt sich auf die Augenregion und gefährdet in der Regel weder die Schwangerschaft noch die Entwicklung des Kindes.
Sollte sich die Entzündungsreaktion aber systematisch im Körper ausbreiten oder der Entzündung eine andere Erkrankung zugrundeliegen kann dies sehr wohl gefährlich für das Ungeborene werden.
Daher sollte in jedem Fall eine Untersuchung der Beschwerden und eine Ursachenabklärung beim Arzt erfolgen.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
Auslösen kann Stress eine Regenbogenhautentzündung nicht direkt – dafür aber einen großen Teil zum Erhalt und möglicherweise zur Chronifizierung beitragen.
Hierbei steht vor allem länger andauernder Stress im Vordergrund, egal ob beruflich, privat oder beides.
Wie bei vielen entzündlichen Erkrankungen, „befeuert“ Stress die Entzündungsreaktion.
Dies geschieht, indem die ausgeschütteten Stresshormone die Teilung der Immunzellen vermindern bzw. verhindern, wodurch das Immunsystem geschwächt wird.
Werden weniger Krankheitserreger abgetötet, können diese sich leichter vermehren und so eine sich anbahnende Entzündung fördern oder das Abheilen einer bestehenden Entzündung verzögern.
Beachte! Stress selbst löst zwar ohne weitere Einflussfaktoren keine Regenbogenhautentzündung aus, sollte aber möglichst gering gehalten werden, um eine schnelle Genesung zu unterstützen.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Iris, Ziliarkörper, vordere Augenkammer, Pupillenbereich |
| Differentialdiagnose | Konjunktivitis, Hornhautentzündung, Glaukomanfall, Skleritis, Fremdkörper, Optikusneuritis |
| Medikamente | Cortison-Augentropfen, Mydriatika, nichtsteroidale Antirheumatika, Immunsuppressiva bei schweren Verläufen |
| Epidemiologie | häufigste Form der Uveitis, tritt oft zwischen 20 und 50 Jahren auf |
| Prognose | gut bei früher Behandlung, wiederkehrende Verläufe möglich |
| Verlauf | akut einsetzend, oft rezidivierend, kann chronisch werden |
| Pathophysiologie | Entzündung der Iris, Immunreaktion, häufig assoziiert mit Autoimmunerkrankungen oder Infektionen |
| Komplikation | Synechien, erhöhter Augeninnendruck, sekundäres Glaukom, Katarakt, Makulaödem |
| Behandlung | entzündungshemmende Tropfen, Pupillenerweiterung, Behandlung der Grunderkrankung |
| Primärvorbeugung | nicht möglich, da oft autoimmun oder idiopathisch bedingt |
| Sekundärvorbeugung | Rezidivprophylaxe bei bekannten Autoimmunerkrankungen, frühzeitige Behandlung bei ersten Symptomen |
| Risikofaktoren | Autoimmunerkrankungen, HLA-B27, Infektionen, Trauma, systemische Entzündungen |
| Anzeichen | Augenschmerzen, Rötung, Lichtempfindlichkeit, verschwommenes Sehen, Tränenfluss, kleine Pupille |
| Stadien | akut, rezidivierend, chronisch |
| Diagnostik | Spaltlampenuntersuchung, Nachweis von Zellen und Eiweiß im Kammerwasser, Augeninnendruckmessung, Laboruntersuchungen |