Ektropium, wenn sich das Augenlid nach außen dreht und den Kontakt zum Augapfel verliert. Das Gegenteil ist ein Entropium.


Ein Ektropium bezeichnet eine Augenfehlstellung, in Form eines nach außen gedrehten Augenlids. Meist tritt es als sog. sensibles Ektropium auf, an dem ältere Menschen erkranken. Das Auge ist dabei gereizt, gerötet und tränt. Größtenteils ist das Unterlid betroffen. Je nach Ursache können bei einer frühzeitigen Operation Komplikationen vermieden werden.
Von einem Ektropium geht keine Gefahr aus.
Wenn Du Dich im Alltag durch das Ektropium beeinträchtigt fühlst, oder das Auge schmerzt, tränt oder dauerhaft gerötet ist, solltest Du einen Augenarzt kontaktieren.
Beim Augenlid handelt es sich um eine Hautfalte über dem Auge.
Durch die Funktion des Schließens schützt das Augenlid das Auge vor äußeren Einflüssen und Austrocknung.
Das Ektropium (ein nach außen gestülptes Lid) wird je nach Ursache in folgende Untergruppen eingeteilt:
In seltenen Fällen kann ein Tumor ein sog „mechanisches“ Ektropium verursachen, wenn dieser das Augenlid mechanisch vom Auge wegzieht.
Ein Ektropium kann zu verschiedenen weiteren Beschwerden führen, die auch Auslöser für weitere Erkrankungen sein können. Zu diesen zählen folgende:
Ein Ektropium kann von einem Augenarzt durch das reine Betrachten des Auges diagnostiziert werden.
Demnach wird es mittels Blickdiagnose diagnostiziert.
In der klinischen Untersuchung sieht der Arzt das Ektropium.
Andere Untersuchungen sind in der Regel nicht notwendig.
Der richtige Ansprechpartner bei einem Ektropium ist der Augenarzt (Ophthalmologe).
Bei einem Ektropium erscheint das Augenlid nach außen gedreht, als würde es man nach außen aufwickeln.

Du möchtest wissen, wie ein Ektropium aussieht?
Hier klicken!Ein Ektropium kann Ursache für eine Bindehautentzündung oder Hornhautschäden, aber auch durch diese bedingt sein.
Eine Lähmung des Fazialisnervs, des Nervs, der die meisten Gesichtsmuskeln versorgt, kann auch zu einem Ektropium führen.
Ein Ektropium kann auch im Rahmen von angeborenen Erkrankungen oder Syndromen auftreten, wie beispielsweise dem seltenen Elsching-Syndrom.
Die einzige Möglichkeit ein Ektropium zu therapieren ist die operative Korrektur.
Um die Beschwerden zu lindern, können Salben zum Einsatz kommen, die das Auge befeuchten und einen künstlichen Tränenfilm erzeugen.
Diese werden meist nachts aufgetragen.
In der Regel wird ein Ektropium relativ zügig operativ behandelt, da dies die einzige Möglichkeit ist es langfristig zu therapieren.
Zwar können Cremes und Salben zum Einsatz kommen, um die Beschwerden zu lindern, sie lösen aber das grundlegende Problem nicht.
Ist eine Operation beschlossen worden, so folgt ein ausführliches Gespräch mit dem operierenden Augenarzt und dem Anästhesisten, in dem die Details besprochen und offene Fragen geklärt werden.
In der Regel wird hier eine Lokalanästhesie als Verfahren gewählt, da der Eingriff nicht zu lang dauert und relativ klein ist.
Häufig sind mehrere kleine Eingriffe nötig, da man nicht mit einem großen Eingriff das Lid zu sehr raffen und Schritt nach Schritt vorgehen möchte.
Die Operation dauert meist etwas mehr als eine Stunde und hat eine Erfolgsrate von etwa 80%.
Die Kosten werden in der Regel von der Krankenkasse übernommen.
Die Prognose eines Ektropoiums ist bei baldiger Operation nach Diagnosestellung sehr gut.
Zumeist sind jeodch mehrere Eingriffe nötig, aber die Prognose ist auch dabei oft gut.
Liegt dem Ektropium eine angeborene Krankheit oder ein Syndrom zugrunde, das den ganzen Körper betrifft, kann die Prognose dementsprechend anders ausfallen.
Das Ektropium kann in diesem Fall zwar versorgt werden, die Ursache ist in einigen Fällen jedoch nicht einfach zu beheben.
Eine Methode, wie man ein Ektropium vorbeugen kann, gibt es leider nicht.
Sollte man aber den Verdacht haben, dass man ein Ektropium entwickelt, sollte frühzeitig ein Augenarzt aufgesucht werden.
In den meisten Fällen ist das Ektropium am unteren Lid lokalisiert.
Da das Bestehen eines Ektropiums sich auf das Auge beschränkt und den Körper nicht systemisch beeinflusst, ist es zwar unangenehm, jedoch für Schwangere nicht gefährlich.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Unterlid, Lidbändchen, Lidmuskulatur, Tränenfilm |
| Differentialdiagnose | Entropium, Blepharitis, Fazialisparese, Lidverletzungen, Bindehautentzündung |
| Medikamente | Künstliche Tränen, Salben zum Schutz der Hornhaut, entzündungshemmende Tropfen |
| Epidemiologie | häufig bei älteren Menschen, degenerativ bedingt |
| Prognose | gut bei chirurgischer Korrektur, konservativ symptomlindernd |
| Verlauf | zunehmende Lidfehlstellung, chronische Reizung, Gefahr der Hornhautschädigung |
| Pathophysiologie | Schwäche des Lidbändchens, muskuläre Erschlaffung, Narbenzug oder Lähmung des Gesichtsnervs |
| Komplikation | trockene Augen, Konjunktivitis, Hornhautentzündung, Hornhautulzera |
| Behandlung | Befeuchtungstropfen, Salben, Lidbandverstärkung, operative Lidstraffung |
| Primärvorbeugung | Schutz vor Verletzungen, gute Hautpflege, frühzeitige Behandlung von Lidentzündungen |
| Sekundärvorbeugung | regelmäßige Kontrolle, frühzeitige Korrektur der Lidfehlstellung |
| Risikofaktoren | Alter, Bindegewebsschwäche, Fazialisparese, Narbenbildung, chronische Entzündungen |
| Anzeichen | nach außen gedrehtes Unterlid, Tränenlaufen, Rötung, Trockenheit, Fremdkörpergefühl, Brennen |
| Stadien | mildes, moderates, ausgeprägtes Ektropium |
| Diagnostik | klinische Untersuchung, Lidspannungstest, Beurteilung der Tränenwege |