Tränensackentzündung (Dakryozystitis), wenn es aufgrund einer Störung des Tränenabflusses zu einer Entzündung des Tränensackes kommt.
Die Tränensackentzündung ist eine akute oder chronische Entzündung der ableitenden Tränenwege, besonders des am inneren Augenwinkel liegenden Tränensacks. Sie wird in der medizinischen Fachsprache auch Dakryozystitis genannt.
Eine Tränensackentzündung ist an sich nicht gefährlich.
Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich daraus ein Abszess bildet, der im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen kann.
Kommt es zu keiner Verbesserung der Symptome nach etwa einer Woche, solltest Du einen Augenarzt aufsuchen.
Bemerkst Du zusätzlich Fieber, eine Rötung oder Schmerzen im Auge solltest Du sofort einen Augenarzt kontaktieren.
Der Tränensack (Saccus lacrimalis) befindet sich an der Innenseite des Auges und verbindet Tränenkanal und Tränennasengang. Der Tränensack dient hauptsächlich der Reinigung des Augapfels durch Entwässerung der Augenoberfläche.
Die Ursachen, welche eine Tränensackentzündung begünstigen können, sind entweder angeboren oder erworben.
Begünstigende Faktoren sind Fehlstellungen in der Nase, wie zum Beispiel eine schiefe Nasenscheidewand (Septumdeviation), die angeboren oder nach einem Nasenbruch entstehen kann.
Vor allem im Kleinkindalter kann eine Tränensackentzündung angeboren sein und direkt zu einer Entzündung führen oder aber durch Reiben mit schmutzigen Händen diese begünstigen.
Auch eine Verengung des Tränengangsystems, was vor allem bei Frauen auftritt, kann zu einer Entzündungsreaktion führen.
In seltenen Fällen kann es auch durch das Vorliegen von Tränensteinen (Dakryolithen) oder vorangegangenen Infektionen, die diesen Bereich betreffen, hervorgerufen werden.
Zu den vorangegangenen Infektionen gehören vor allem Infektionen mit Windpocken, Nasennebenhöhlenentzündungen, Scharlach, Diphtherie oder eine Grippe.
Diese Faktoren bieten einen guten Nährboden für Bakterien, die hierdurch eine entzündliche Reaktion hervorrufen können. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Streptokokken oder Pneumokokken, aber auch Staphylokokken können sich hier ansiedeln.
In seltenen Fällen können allerdings auch Viren, Pilze oder Parasiten wie Myiasis diese Reaktion hervorrufen.
In sehr seltenen Fällen können Tränensackentzündungen auch Ausdruck einer Infektion mit Tuberkulose, Syphilis, Lepra oder Sarkoidose sein.
Auch Fremdkörper, Traumata oder Tumorgeschehen in diesem Bereich führen zu Verengungen und fördern damit das Auftreten von Tränensackentzündungen.
Wird eine akute Tränensackentzündung nicht direkt behandelt, so kann sich aus ihr eine chronische Tränensackentzündung entwickeln.
Zu den allgemeinen Risikofaktoren gehören neben dem höheren Lebensalter oder dem Kleinkindalter, das weibliche Geschlecht, angeborene Fehlstellungen im Tränengangsystem oder den umliegenden Strukturen und vorangegangene Infektionen, die diesen Bereich betreffen.
In der Regel kann eine Tränensackentzündung anhand der klinischen Anzeichen relativ schnell diagnostiziert werden.
Oftmals beginnt der behandelnde Arzt die Untersuchung jedoch mit einer Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese).
Hierbei werden alle auftretenden Symptome besprochen und der Zeitraum diskutiert, seit wann die Beschwerden bestehen.
Anschließend inspiziert der Arzt das betroffene Auge und führt gegebenenfalls eine Palpation (Anfassen) des Tränensacks durch.
Dabei tastet er vorsichtig den entzündeten Bereich und kann gegebenenfalls Sekret bei Druck auf den Tränensack herausdrücken.
In manchen Fällen, vor allem aber, wenn eine Therapie nicht den gezielten Effekt aufweist, kann ein Abstrich aus dem abgesonderten Sekret entnommen und eine Bakterienkultur angelegt werden.
Dabei kann der genaue Erreger, der zur Entzündungsreaktion geführt hat, genau ermittelt werden.
Hat sich die Entzündung bereits auf den gesamten Körper ausgewirkt, so kann zusätzlich noch ein Blutbild erhoben werden, um neben den Blutwerten auch der Entzündungswert CRP (C-reaktive Protein) zu ermitteln.
Liegt eine chronische Tränensackentzündung vor, so können mit Hilfe einer Tränenwegspülung oder -endoskopie die Tränenwege geprüft werden, um die genaue Engstelle zu ermitteln.
Eine Tränensackentzündung äußert sich oftmals durch eine Rötung im Bereich des inneren Lidwinkels.
Dieser Abschnitt liegt zwischen dem Auge und der Nase.
Neben einer Rötung ist hier oft auch eine Schwellung sichtbar, die sich ödematös vergrößern kann.
In seltenen Fällen kommt es zu einer Abszessbildung oder einer Fistel, die mit Eiterablagerungen einhergehen.
Sichtbar wird dies durch eine gelbe Flüssigkeitsabsonderung, die das Auge auch etwas verkleben kann.
Die Betroffenen halten daher das entzündete Auge geschlossen, da durch das verklebte Sekret das Auge ohnehin nur schwer zu öffnen wäre.

Du möchtest wissen, wie eine Tränensackentzündung aussieht?
Hier klicken!Schwellungen und Rötungen im Bereich des Auges, die mit oder ohne Schmerzen einhergehen, können neben einer Tränensackentzündung auch durch andere Erkrankungen verursacht werden.
Die Behandlung einer Tränensackentzündung richtet sich nach der Ursache und der Ausprägung der Entzündungsreaktion.
Auch das Alter des Betroffenen ist bei der Auswahl der richtigen Therapiemöglichkeit wichtig.
Der behandelnde Arzt verschreibt dem Betroffenen meist ein Antibiotikum mit einem breiten Erregerspektrum.
In der Regel wird dabei eine antibiotische Salbe verwendet, die direkt in das Auge hineingegeben werden kann.
Ist die Infektion bereits fortgeschritten, so kann eine systemische antibiotische Therapie (mit Tabletten), die den ganzen Organismus betrifft, ebenfalls helfen.
Dabei werden antibiotische Tabletten zur oralen Aufnahme mit einem Penicillin oder dem Wirkstoff Cefuroxim verabreicht.
Wenn die Therapie nicht anschlägt oder nicht den gewünschten Effekt bringt, so kann der behandelnde Arzt durch einen Abstrich an der entzündeten Stelle den Erreger ermitteln und gezielt ein Antibiotikum gegen diesen verabreichen.
Hat sich bereits ein Abszess gebildet, so eröffnet der Arzt ihn, damit die Erreger und das eitrige Sekret abfließen können.
Dadurch kann eine Ausbreitung der Infektion auf benachbarte Strukturen oder Komplikationen vermieden werden.
Handelt es sich um eine chronische Tränensackentzündung, so muss ein normaler Tränenabfluss gewährleistet werden.
Dies kann meist operativ erfolgen, indem der Operateur eine direkte Verbindung zwischen Tränensack und unterem Nasengang herstellt.
Für die Behandlung bei Kindern mit angeborener Tränengangstenose oder wiederkehrenden Tränensackentzündungen wird ebenfalls eine frühzeitige Operation in Erwägung gezogen.
Neben der antibiotischen und der operativen Behandlung können auch Schmerzmittel und entzündungshemmende Präparate eingesetzt werden. Auch warme Kompressen können den Heilungsverlauf unterstützen.
Bei der Behandlung von Tränensackentzündungen können unterschiedliche Medikamente zum Einsatz kommen.
Beachte! Es sollte zur Therapie immer ein ärztlicher Rat eingeholt werden, um mögliche Begleiterscheinungen oder unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.
Wichtig bei einer Tränensackentzündung ist die Eindämmung der Entzündungsreaktion.
Dies kann durch ein paar Hausmittel im besten Fall erreicht werden.
Achtung! Kamillenblüten haben ebenfalls einen entzündungshemmenden Effekt, sollten allerdings bei einer Tränensackentzündung nicht verwendet werden.
Hierdurch kann es zu einer Förderung der Reizung kommen und allergische Hautausschläge begünstigen.
Eine Tränensackentzündung kann entweder akut oder chronisch auftreten.
Oftmals geht aus einer akuten Erkrankung ein chronischer Verlauf hervor, wenn erstes nicht richtig behandelt wird oder noch nicht ausgeheilt ist.
Handelt es sich bei der Ursache um eine anatomische Fehlstellung, die zu einer Entzündungsreaktion führt, so beginnt diese oftmals ebenfalls mit vermehrter Tränenflüssigkeit und den typischen Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung und Schmerzen.
Diese Entzündungsreaktion bietet für Bakterien, sofern keine Therapie eingeleitet wird, den idealen Nährboden für Infektionen, die neben lokalen Symptomen auch zu übergreifenden Beschwerden wie Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl führen können.
Auch Eiter kann im Entzündungsbereich sichtbar werden.
Treten Komplikationen auf, so kann es im weiteren Verlauf zur Abszessbildung oder Fisteln kommen.
Auch die Ausbildung einer sogenannten Orbitalphlegmone, also eine Entzündung, die die Augenhöhle betrifft, oder eine Blutvergiftung (Sepsis) sind möglich.
Beachte! In der Regel kann eine Tränensackentzündung jedoch gut behandelt werden, sofern sie frühzeitig diagnostiziert wird und geht daher mit einem eher milden Verlauf einher.
Bleibt eine Tränensackentzündung unentdeckt, so kann es auch zu Komplikationen kommen.
Die Heilungsdauer einer Tränensackentzündung ist abhängig von der Ursache und der Ausprägung der Entzündungsreaktion.
Eine durch Viren verursachte Tränensackentzündung dauert in der Regel zwischen 4 und 6 Wochen und heilt von alleine wieder aus.
Ist die Entzündung durch Bakterien verursacht, so bestimmt die Art der Bakterien und die Ausprägung die Dauer der Heilung.
Durch die Gabe von Antibiotika, die die Bakterien letztendlich abtöten, kommt es häufig schon innerhalb von 24 Stunden zu einer Besserung der Beschwerden.
Oftmals dauert es allerdings ein paar Tage, bis die Entzündung besser wird und letztendlich komplett abklingt.
Treten neben den typischen Symptomen noch Begleiterscheinungen oder Komplikationen wie eine (seltene) Blutvergiftung auf, so kann sich die Heilungsdauer über mehrere Wochen bis Monate erstrecken.
Eine Tränensackentzündung kann in der Regel relativ gut und einfach vorgebeugt werden.
Handelt es sich bei der Ursache jedoch um eine Fehlstellung der Nasenscheidewand oder um eine angeborene Verengung des Tränengangsystems, so ist es nicht immer möglich eine Entzündung in diesem Bereich zu vermeiden.
In jedem Fall sollte immer auf eine angemessene und regelmäßige Hygiene geachtet werden.
Vor allem bei Kindern und Jugendlichen sollte das Reiben der Augen mit schmutzigen Händen vermieden werden.
Leidet der Betroffene unter einer bekannten Augentrockenheit, so kann auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr mithilfe von befeuchtenden Augentropfen geachtet werden.
Auch in der Erkältungszeit kann es durch das Anwenden von Nasensprays zum Austrocknen der Schleimhäute kommen und so das Aufsteigen von Bakterien und Viren Richtung Tränengang begünstigt werden.
Beachte! Sobald Symptome wie Rötung, Schwellung oder Schmerzen im Bereich des Augenwinkels bemerkt werden, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um weitere Ausbreitungen der Entzündungsreaktion sofort zu unterbinden.
Ob eine Tränensackentzündung ansteckend ist oder nicht, hängt von der Ursache ab, die zu der Entzündungsreaktion führt.
Sobald ein Betroffener an einer ansteckenden Tränensackentzündung leidet, sollten entsprechende Hygienemaßnahmen eingeleitet werden.
Das bedeutet, dass der Betroffene sich sofort die Hände waschen sollte, wenn er sein Auge gerieben hat oder damit in Berührung kam.
Tut er dies nicht, so können Viren oder Bakterien auf andere Gegenstände wie eine Türklinke übertragen werden.
Kommt ein gesunder Mensch mit dieser Türklinke in Kontakt und reibt sich anschließend sein Auge, kann er ebenfalls eine Tränensackentzündung erleiden.
Eine Tränensackentzündung beschränkt sich auf die Augenregion und gefährdet in der Regel weder die Schwangerschaft noch die Entwicklung des Kindes.
Sollte sich die Entzündungsreaktion aber systematisch im Körper ausbreiten oder der Entzündung eine andere Erkrankung zugrunde liegen kann dies sehr wohl gefährlich für das Ungeborene werden.
Daher sollte in jedem Fall eine Untersuchung der Beschwerden und eine Ursachenabklärung beim Arzt erfolgen.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
Eine Tränensackentzündung kann in manchen Fällen im Laufe des Lebens auftreten.
Häufig sind Menschen, die eine angeborene oder erworbene Fehlstellung der Nase besitzen, eher von einer Tränensackentzündung betroffen.
Dabei kann eine schiefe Nasenscheidewand (Septumdeviation) oder das Vorliegen von sogenannten Tränensteinen (Dakryolithen) eine Verengung und dadurch eine Entzündungsreaktion in diesem Bereich begünstigen.
Auch enge Tränenwege, die vor allem beim weiblichen Geschlecht vorkommen, können eine Tränensackentzündung begünstigen.
Menschen, die ein höheres Lebensalter haben oder aber eine vorangegangene Infektion erlitten haben, neigen ebenfalls dazu.
Eine genaue Anzahl an Betroffenen ist derzeit jedoch nicht bekannt.
Mittlerweile gibt es einige unterstützende homöopathische Präparate auf dem Markt, die bei den Entzündungsreaktionen im Rahmen einer Tränensackentzündung genommen werden können.
Beachte! Homöopathische Mittel dienen lediglich der Unterstützung und ersetzen keinesfalls eine schulmedizinische Behandlung.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Tränensack, Tränenwege, Nasolacrimalgang, Lidinnenseite |
| Differentialdiagnose | Bindehautentzündung, Orbitaphlegmone, Chalazion, Gerstenkorn, Nasennebenhöhlenentzündung |
| Medikamente | Antibiotika (oral oder lokal), entzündungshemmende Mittel, Schmerzmittel |
| Epidemiologie | häufig bei Säuglingen durch angeborene Tränenwegsstenose, bei Erwachsenen v. a. bei Frauen mittleren Alters |
| Prognose | gut bei früher Behandlung, Komplikationen möglich bei Ausbreitung |
| Verlauf | akuter Beginn mit Schwellung und Schmerzen, chronische Form möglich bei wiederkehrender Tränenwegsverengung |
| Pathophysiologie | Verlegung des Tränenabflusses → Stau → bakterielle Besiedelung → Entzündung des Tränensacks |
| Komplikation | Abszessbildung, Fistelbildung, Ausbreitung in die Orbita, Sepsis (selten) |
| Behandlung | Antibiotika, warme Kompressen, Tränenwegsspülung, operative Verfahren wie Dakryozystorhinostomie bei chronischer Form |
| Primärvorbeugung | keine spezifische Vorbeugung möglich, allgemeine Hygiene |
| Sekundärvorbeugung | frühe Behandlung von Tränenwegsstenosen, regelmäßige Augenpflege, Kontrolle chronischer Nasen- und Augenprobleme |
| Risikofaktoren | Tränenwegsstenosen, Nasennebenhöhlenentzündung, chronische Infektionen, Verletzungen der Tränenwege |
| Anzeichen | Schwellung am inneren Lidwinkel, Rötung, Druckschmerz, Eiterabsonderung, verstärkter Tränenfluss, Fieber |
| Stadien | akute Dakryozystitis, chronische Dakryozystitis, Abszessstadium |
| Diagnostik | klinische Untersuchung, Tränenwegssondierung, Ultraschall, Abstrich bei Eiter, ggf. CT bei Komplikationsverdacht |