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pfeilWas ist das?

Die Tränensackentzündung ist eine akute oder chronische Entzündung der ableitenden Tränenwege, besonders des am inneren Augenwinkel liegenden Tränensacks. Sie wird in der medizinischen Fachsprache auch Dakryozystitis genannt.

pfeilIst das gefährlich?

Eine Tränensackentzündung ist an sich nicht gefährlich.

Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich daraus ein Abszess bildet, der im schlimmsten Fall zu einer Blutvergiftung führen kann.

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pfeilWann zum Arzt?

Kommt es zu keiner Verbesserung der Symptome nach etwa einer Woche, solltest Du einen Augenarzt aufsuchen.

Bemerkst Du zusätzlich Fieber, eine Rötung oder Schmerzen im Auge solltest Du sofort einen Augenarzt kontaktieren.

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Anatomie

Der Tränensack (Saccus lacrimalis) befindet sich an der Innenseite des Auges und verbindet Tränenkanal und Tränennasengang. Der Tränensack dient hauptsächlich der Reinigung des Augapfels durch Entwässerung der Augenoberfläche.

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Ursachen Tränensackentzündung

  • Fehlstellungen – angeborene oder erworbene Fehlstellung der Nase (gestörter Tränenfluss).
  • Infektion – Die Tränensackentzündung ist oftmals Folge eines Infektes der Nasennebenhöhlen (Blockierung des Tränengangs, wodurch der Abfluss der Tränenflüssigkeit erschwert oder verhindert wird).
    • Der dadurch entstehende Rückstau bietet einen guten Nährboden für Erreger wie Bakterien oder Pilze.
  • Risikofaktoren einer Tränensackentzündung
    • Erhöhtes Lebensalter
    • verengte Tränenwege
    • Fehlstellungen in der Nase
    • Tränensteine

Erworbene vs. angeborene Tränensackentzündung

Die Ursachen, welche eine Tränensackentzündung begünstigen können, sind entweder angeboren oder erworben.

Begünstigende Faktoren sind Fehlstellungen in der Nase, wie zum Beispiel eine schiefe Nasenscheidewand (Septumdeviation), die angeboren oder nach einem Nasenbruch entstehen kann.
Vor allem im Kleinkindalter kann eine Tränensackentzündung angeboren sein und direkt zu einer Entzündung führen oder aber durch Reiben mit schmutzigen Händen diese begünstigen.

Auch eine Verengung des Tränengangsystems, was vor allem bei Frauen auftritt, kann zu einer Entzündungsreaktion führen.

In seltenen Fällen kann es auch durch das Vorliegen von Tränensteinen (Dakryolithen) oder vorangegangenen Infektionen, die diesen Bereich betreffen, hervorgerufen werden.

Zu den vorangegangenen Infektionen gehören vor allem Infektionen mit Windpocken, Nasennebenhöhlenentzündungen, Scharlach, Diphtherie oder eine Grippe.

Diese Faktoren bieten einen guten Nährboden für Bakterien, die hierdurch eine entzündliche Reaktion hervorrufen können. Dabei handelt es sich in den meisten Fällen um Streptokokken oder Pneumokokken, aber auch Staphylokokken können sich hier ansiedeln.

In seltenen Fällen können allerdings auch Viren, Pilze oder Parasiten wie Myiasis diese Reaktion hervorrufen.

In sehr seltenen Fällen können Tränensackentzündungen auch Ausdruck einer Infektion mit Tuberkulose, Syphilis, Lepra oder Sarkoidose sein.

Auch Fremdkörper, Traumata oder Tumorgeschehen in diesem Bereich führen zu Verengungen und fördern damit das Auftreten von Tränensackentzündungen.

Wird eine akute Tränensackentzündung nicht direkt behandelt, so kann sich aus ihr eine chronische Tränensackentzündung entwickeln.

Zu den allgemeinen Risikofaktoren gehören neben dem höheren Lebensalter oder dem Kleinkindalter, das weibliche Geschlecht, angeborene Fehlstellungen im Tränengangsystem oder den umliegenden Strukturen und vorangegangene Infektionen, die diesen Bereich betreffen.

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Symptome Tränensackentzündung

  • Schmerzen am Auge – Druckschmerz an der betroffenen Stelle im inneren Augenwinkel.
    • Schmerzhafter innerer Augenwinkel – Drückt man auf den inneren Augenwinkel, so ist dies in der Regel schmerzhaft.
  • Einseitige Schwellungen (geschwollenes Auge) – Typische Beschwerden einer Tränensackentzündung sind eine Schwellung und Rötung im Bereich zwischen Auge und Nase.
    • Manchmal ist auch ein ödematöses Aufquellen in diesem Bereich sichtbar.
    • Die Beschwerden können dabei meist einseitig, aber auch beidseitig auftreten.
  • Einseitige Rötungen (gerötetes Auge)
  • Tränendes Auge
  • Ggf. Eiterbildung – In manchen Fällen kann es zum Austritt von Eiter aus den Tränenpünktchen im Ober- oder Unterlid kommen.
  • Ggf. Fieber und Schüttelfrost (selten) – nur bei einem schweren Verlauf.
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Diagnose Tränensackentzündung

  • Anamnesegespräch – Erfragung der Symptome und Verlauf.
  • Klinische Diagnose
    • Blickdiagnose – Der Arzt kann die Diagnose meist schon anhand der beschriebenen Symptome und der äußeren Erscheinung des Patienten diagnostizieren.
  • Ggf. Abstrich – für einen Erregernachweis.
  • Blutuntersuchung – Wenn der Verdacht besteht, dass sich die Entzündung auf den Körper ausgebreitet hat.
  • Tränenwegspülung – in chronischen Fällen.

Klinische Diagnose reicht oft aus

In der Regel kann eine Tränensackentzündung anhand der klinischen Anzeichen relativ schnell diagnostiziert werden.

Oftmals beginnt der behandelnde Arzt die Untersuchung jedoch mit einer Erfassung der Krankengeschichte (Anamnese).
Hierbei werden alle auftretenden Symptome besprochen und der Zeitraum diskutiert, seit wann die Beschwerden bestehen.

Anschließend inspiziert der Arzt das betroffene Auge und führt gegebenenfalls eine Palpation (Anfassen) des Tränensacks durch.

Dabei tastet er vorsichtig den entzündeten Bereich und kann gegebenenfalls Sekret bei Druck auf den Tränensack herausdrücken.

Abstrich

In manchen Fällen, vor allem aber, wenn eine Therapie nicht den gezielten Effekt aufweist, kann ein Abstrich aus dem abgesonderten Sekret entnommen und eine Bakterienkultur angelegt werden.

Dabei kann der genaue Erreger, der zur Entzündungsreaktion geführt hat, genau ermittelt werden.

Blutbild

Hat sich die Entzündung bereits auf den gesamten Körper ausgewirkt, so kann zusätzlich noch ein Blutbild erhoben werden, um neben den Blutwerten auch der Entzündungswert CRP (C-reaktive Protein) zu ermitteln.

Tränenwegspülung

Liegt eine chronische Tränensackentzündung vor, so können mit Hilfe einer Tränenwegspülung oder -endoskopie die Tränenwege geprüft werden, um die genaue Engstelle zu ermitteln.

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Bilder

Eine Tränensackentzündung äußert sich oftmals durch eine Rötung im Bereich des inneren Lidwinkels.

Dieser Abschnitt liegt zwischen dem Auge und der Nase.

Neben einer Rötung ist hier oft auch eine Schwellung sichtbar, die sich ödematös vergrößern kann.

In seltenen Fällen kommt es zu einer Abszessbildung oder einer Fistel, die mit Eiterablagerungen einhergehen.
Sichtbar wird dies durch eine gelbe Flüssigkeitsabsonderung, die das Auge auch etwas verkleben kann.

Die Betroffenen halten daher das entzündete Auge geschlossen, da durch das verklebte Sekret das Auge ohnehin nur schwer zu öffnen wäre.

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Differenzialdiagnose

Schwellungen und Rötungen im Bereich des Auges, die mit oder ohne Schmerzen einhergehen, können neben einer Tränensackentzündung auch durch andere Erkrankungen verursacht werden.

  • Gerstenkorn – Im Rahmen eines Gerstenkorns (Hordeolum) sind die Drüsen am Auge durch Bakterien infiziert und führen so meist zu einer Eiterablagerung am Ober- oder Unterlid.
    In der Regel sind diese Infektionen harmlos und öffnen sich von alleine wieder oder können durch antibiotische Salben behandelt werden.
  • Hagelkorn – Im Gegensatz hierzu steht das sogenannte Hagelkorn (Chalazion), welches als nicht-infektiöser Verschluss einer Augendrüse definiert ist, allerdings ebenfalls zu Symptomen führen kann.
  • Weitere Entzündungen – Zu den weiteren Differentialdiagnosen zählen auch entzündliche Prozesse, die andere Anteile des Tränengangsystems betreffen, wie zum Beispiel eine Kanalikulitis, bei der die Tränenkanälchen durch Bakterien infiziert werden.
  • Periostitis – Auch eine Periostitis der knöchernen Augenhöhle kann zu solchen Symptomen führen.
    Dabei handelt es sich um eine Entzündung der Knochenhaut.
  • Lidtumor – In seltenen Fällen können Tumore im Bereich des Augenlides eine Entzündungsreaktion hervorrufen.
    Meist ist dann allerdings eine Gewebeschwulst sichtbar.
  • Weiteres – Auch harmlose Insektenstiche oder allergische Reaktionen gehören zu den wichtigen Differentialdiagnosen.
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Behandlung Tränensackentzündung

  • Medikamente – Entzündungshemmende Medikamente und ggf. Antibiotika (Augentropfen und Augensalben).
    • Abschwellende Augentropfen.
  • Kompressen
  • Spülung – Reinigung des Gewebes mittels Spülung.
  • Spülung – mit einer Sonde.
  • Operation – Bei ausbleibender Besserung: Operativer Eingriff zur Öffnung des Tränensacks.

Behandlung abhängig der Ursache

Die Behandlung einer Tränensackentzündung richtet sich nach der Ursache und der Ausprägung der Entzündungsreaktion.

Auch das Alter des Betroffenen ist bei der Auswahl der richtigen Therapiemöglichkeit wichtig.

Antibiotika

Der behandelnde Arzt verschreibt dem Betroffenen meist ein Antibiotikum mit einem breiten Erregerspektrum.

In der Regel wird dabei eine antibiotische Salbe verwendet, die direkt in das Auge hineingegeben werden kann.

Ist die Infektion bereits fortgeschritten, so kann eine systemische antibiotische Therapie (mit Tabletten), die den ganzen Organismus betrifft, ebenfalls helfen.
Dabei werden antibiotische Tabletten zur oralen Aufnahme mit einem Penicillin oder dem Wirkstoff Cefuroxim verabreicht.

Erreger ermitteln

Wenn die Therapie nicht anschlägt oder nicht den gewünschten Effekt bringt, so kann der behandelnde Arzt durch einen Abstrich an der entzündeten Stelle den Erreger ermitteln und gezielt ein Antibiotikum gegen diesen verabreichen.

Bei Abszessbildung

Hat sich bereits ein Abszess gebildet, so eröffnet der Arzt ihn, damit die Erreger und das eitrige Sekret abfließen können.

Dadurch kann eine Ausbreitung der Infektion auf benachbarte Strukturen oder Komplikationen vermieden werden.

Bei chronischer Tränensackentzündung

Handelt es sich um eine chronische Tränensackentzündung, so muss ein normaler Tränenabfluss gewährleistet werden.

Dies kann meist operativ erfolgen, indem der Operateur eine direkte Verbindung zwischen Tränensack und unterem Nasengang herstellt.

Für die Behandlung bei Kindern mit angeborener Tränengangstenose oder wiederkehrenden Tränensackentzündungen wird ebenfalls eine frühzeitige Operation in Erwägung gezogen.

Neben der antibiotischen und der operativen Behandlung können auch Schmerzmittel und entzündungshemmende Präparate eingesetzt werden. Auch warme Kompressen können den Heilungsverlauf unterstützen.

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Medikamente

Bei der Behandlung von Tränensackentzündungen können unterschiedliche Medikamente zum Einsatz kommen.

  • Breitbandantibiotikum (als Salbe/ Tropfen)- Um die bakterielle Infektion zu bekämpfen, verschreibt der behandelnde Arzt gerne ein Antibiotikum mit einem breiten Erregerspektrum.
    Dabei handelt es sich oftmals um Augensalben oder Tropfen, die direkt in das Auge gegeben werden können.
    Der Wirkstoff Gentamicin hat sich hierbei sehr gut bewährt. Er ist als Handelsname Refobacin® käuflich.
  • Antibiotika (als Tablette) – Eine systemische Therapie, also eine Therapie, die auf den gesamten Organismus wirkt, erfolgt häufig durch die Gabe von Penicillinen oder Cephalosporinen.
    Dicloxacillin und Cefuroxim sind hier begehrte Antibiotika.
    Diese Arzneistoffe werden insbesondere bei Staphylokokken-Infektionen eingesetzt, bei denen andere Penicilline oder ähnliche Wirkstoffgruppen keine ausreichende Wirkung gezeigt haben.
  • Schmerzmittel – Auch schmerzstillende Medikamente kommen gerne bei Entzündungsprozessen zum Einsatz.
    Dabei können NSAR, also nicht steroidale Antirheumatika verwendet werden, die sowohl schmerzlindernd, entzündungshemmend als auch fiebersenkend wirken. Hierzu gehören vor allem die Wirkstoffe Ibuprofen, Diclofenac und Naproxen.
    Werden diese nicht gut vertragen, können auch Präparate aus der Gruppe der Pyrazolone gegeben werden.
    Dabei handelt es sich um schmerzstillende und fiebersenkende Arzneimittel, zu denen Paracetamol und Novalgin gehören.

Beachte! Es sollte zur Therapie immer ein ärztlicher Rat eingeholt werden, um mögliche Begleiterscheinungen oder unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Hausmittel Tränensackentzündung

Wichtig bei einer Tränensackentzündung ist die Eindämmung der Entzündungsreaktion.

Dies kann durch ein paar Hausmittel im besten Fall erreicht werden.

  • Kompressen – Bewährt haben sich hier Kompressen, die man auf das entzündete Auge auflegen kann.
    Dabei eignen sich vor allem Calendula (Ringelblume) oder Euphrasia (Augentrostkraut).
    Dafür sollte man einen viertel Liter Wasser aufbrühen und einen Teelöffel getrocknete Ringelblumenblüten (Calendula) oder Augentrostkraut hineingeben und ziehen lassen. Anschließend die Kompressen hineingeben, gut auswringen und für etwa 15 Minuten auf das Auge legen.
    Beachte! Anschließend für eine erneute Anwendung unbedingt eine neue Kompresse benutzen, um die Bakterien nicht erneut mit dem Auge in Kontakt zu bringen.
  • Weitere Hausmittel – Auch rohe Kartoffelscheiben oder Schwarzteebeutel sind altbewährte Hausmittel, die durch Auflage bei der Reizung des Auges helfen können.

Achtung! Kamillenblüten haben ebenfalls einen entzündungshemmenden Effekt, sollten allerdings bei einer Tränensackentzündung nicht verwendet werden.
Hierdurch kann es zu einer Förderung der Reizung kommen und allergische Hautausschläge begünstigen.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Hausmittel sind oft eine gute Ergänzung, haben jedoch bei einigen Erkrankung ihr Grenzen! Bei Unklarheit wende Dich an Deinen Arzt.
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Prognose

  • Heilt in den meisten Fällen komplikations- und folgenlos aus
  • In schweren Fällen kann sich die Entzündung jedoch auf das umliegende Gewebe ausbreiten (Abszess und Fistenbildung)

 

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Verlauf

Eine Tränensackentzündung kann entweder akut oder chronisch auftreten.

Oftmals geht aus einer akuten Erkrankung ein chronischer Verlauf hervor, wenn erstes nicht richtig behandelt wird oder noch nicht ausgeheilt ist.

Verlauf akute Tränensackentzündung

  • Rötung – Die akute Form beginnt oftmals mit einer wahrnehmenden Rötung und Schwellung am Augenwinkel.
  • Tränenfluss – Der Betroffene kann auch vermehrte Tränenflüssigkeit am betroffenen Auge feststellen.
  • Schmerzen – Besteht die Rötung über mehrere Tage, so kommen oftmals noch Schmerzen, vor allem bei Druck auf den Augenwinkel hinzu.

Handelt es sich bei der Ursache um eine anatomische Fehlstellung, die zu einer Entzündungsreaktion führt, so beginnt diese oftmals ebenfalls mit vermehrter Tränenflüssigkeit und den typischen Entzündungszeichen wie Rötung, Schwellung und Schmerzen.

Diese Entzündungsreaktion bietet für Bakterien, sofern keine Therapie eingeleitet wird, den idealen Nährboden für Infektionen, die neben lokalen Symptomen auch zu übergreifenden Beschwerden wie Fieber und ein allgemeines Krankheitsgefühl führen können.

Auch Eiter kann im Entzündungsbereich sichtbar werden.

Treten Komplikationen auf, so kann es im weiteren Verlauf zur Abszessbildung oder Fisteln kommen.

Auch die Ausbildung einer sogenannten Orbitalphlegmone, also eine Entzündung, die die Augenhöhle betrifft, oder eine Blutvergiftung (Sepsis) sind möglich.

Beachte! In der Regel kann eine Tränensackentzündung jedoch gut behandelt werden, sofern sie frühzeitig diagnostiziert wird und geht daher mit einem eher milden Verlauf einher.

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Komplikationen

Bleibt eine Tränensackentzündung unentdeckt, so kann es auch zu Komplikationen kommen.

  • Infektion – Die gestaute Tränenflüssigkeit bildet den idealen Nährboden für Bakterien, die eine Infektion hervorrufen können.
    Dabei können Fieber und ein allgemeines Unwohlsein auftreten.
  • Abszessbildung – In manchen Fällen kann sich im Bereich des Augenwinkels auch ein Abszess bilden, der spontan durchbrechen kann und so zu einer Tränensackfistel führt.
  • Ggf. Blutvergiftung – Die Infektion kann sich dabei weiter ausbreiten auf die umliegenden Bereiche und eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.
  • Chronifizierung – Manchmal kann nach einer akuten Tränensackentzündung weiterhin eine Schwellung und Rötung zurückbleiben und eine chronische Tränensackentzündung zurückbleiben.
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Dauer

Die Heilungsdauer einer Tränensackentzündung ist abhängig von der Ursache und der Ausprägung der Entzündungsreaktion.

Eine durch Viren verursachte Tränensackentzündung dauert in der Regel zwischen 4 und 6 Wochen und heilt von alleine wieder aus.

Ist die Entzündung durch Bakterien verursacht, so bestimmt die Art der Bakterien und die Ausprägung die Dauer der Heilung.
Durch die Gabe von Antibiotika, die die Bakterien letztendlich abtöten, kommt es häufig schon innerhalb von 24 Stunden zu einer Besserung der Beschwerden.
Oftmals dauert es allerdings ein paar Tage, bis die Entzündung besser wird und letztendlich komplett abklingt.

Treten neben den typischen Symptomen noch Begleiterscheinungen oder Komplikationen wie eine (seltene) Blutvergiftung auf, so kann sich die Heilungsdauer über mehrere Wochen bis Monate erstrecken.

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Vorbeugung

  • Ausreichende Hygiene

Eine Tränensackentzündung kann in der Regel relativ gut und einfach vorgebeugt werden.

Handelt es sich bei der Ursache jedoch um eine Fehlstellung der Nasenscheidewand oder um eine angeborene Verengung des Tränengangsystems, so ist es nicht immer möglich eine Entzündung in diesem Bereich zu vermeiden.

Hygiene

In jedem Fall sollte immer auf eine angemessene und regelmäßige Hygiene geachtet werden.

Vor allem bei Kindern und Jugendlichen sollte das Reiben der Augen mit schmutzigen Händen vermieden werden.

Leidet der Betroffene unter einer bekannten Augentrockenheit, so kann auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr mithilfe von befeuchtenden Augentropfen geachtet werden.

Auch in der Erkältungszeit kann es durch das Anwenden von Nasensprays zum Austrocknen der Schleimhäute kommen und so das Aufsteigen von Bakterien und Viren Richtung Tränengang begünstigt werden.

Beachte! Sobald Symptome wie Rötung, Schwellung oder Schmerzen im Bereich des Augenwinkels bemerkt werden, sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, um weitere Ausbreitungen der Entzündungsreaktion sofort zu unterbinden.

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Ansteckung & Übertragung

Ob eine Tränensackentzündung ansteckend ist oder nicht, hängt von der Ursache ab, die zu der Entzündungsreaktion führt.

  • Nicht ansteckende Form – Kommt es durch eine Verengung des Tränengangsystems oder durch Fehlstellungen der Nasenscheidewand zu einer Tränensackentzündung, so ist diese in der Regel harmlos und nicht ansteckend.
  • Ansteckende Form – Liegt der Entzündung allerdings eine virale oder bakterielle Ursache zugrunde, so kann diese über Schmierinfektionen übertragen werden.
    Die Erkrankung ist nun hoch ansteckend.

Sobald ein Betroffener an einer ansteckenden Tränensackentzündung leidet, sollten entsprechende Hygienemaßnahmen eingeleitet werden.

Das bedeutet, dass der Betroffene sich sofort die Hände waschen sollte, wenn er sein Auge gerieben hat oder damit in Berührung kam.
Tut er dies nicht, so können Viren oder Bakterien auf andere Gegenstände wie eine Türklinke übertragen werden.

Kommt ein gesunder Mensch mit dieser Türklinke in Kontakt und reibt sich anschließend sein Auge, kann er ebenfalls eine Tränensackentzündung erleiden.

pfeilIn der Schwangerschaft

Eine Tränensackentzündung beschränkt sich auf die Augenregion und gefährdet in der Regel weder die Schwangerschaft noch die Entwicklung des Kindes.

Sollte sich die Entzündungsreaktion aber systematisch im Körper ausbreiten oder der Entzündung eine andere Erkrankung zugrunde liegen kann dies sehr wohl gefährlich für das Ungeborene werden.

Daher sollte in jedem Fall eine Untersuchung der Beschwerden und eine Ursachenabklärung beim Arzt erfolgen.

Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.

AQ`sFAQ`s

Wer ist von einer Tränensackentzündung betroffen?

Eine Tränensackentzündung kann in manchen Fällen im Laufe des Lebens auftreten.

Häufig sind Menschen, die eine angeborene oder erworbene Fehlstellung der Nase besitzen, eher von einer Tränensackentzündung betroffen.

Dabei kann eine schiefe Nasenscheidewand (Septumdeviation) oder das Vorliegen von sogenannten Tränensteinen (Dakryolithen) eine Verengung und dadurch eine Entzündungsreaktion in diesem Bereich begünstigen.

Auch enge Tränenwege, die vor allem beim weiblichen Geschlecht vorkommen, können eine Tränensackentzündung begünstigen.

Menschen, die ein höheres Lebensalter haben oder aber eine vorangegangene Infektion erlitten haben, neigen ebenfalls dazu.

Eine genaue Anzahl an Betroffenen ist derzeit jedoch nicht bekannt.

Gibt es homöopathische Mittel gegen eine Tränensackentzündung?

Mittlerweile gibt es einige unterstützende homöopathische Präparate auf dem Markt, die bei den Entzündungsreaktionen im Rahmen einer Tränensackentzündung genommen werden können.

Beachte! Homöopathische Mittel dienen lediglich der Unterstützung und ersetzen keinesfalls eine schulmedizinische Behandlung.

  • Calendula officinalis D3 – Handelt es sich um eine akute bakterielle Tränensackentzündung, so kann Calendula officinalis D3 als Globuli eingenommen werden.
    Es dient als Wundheilungsmittel und hilft vor allem bei der Wundheilung von Entzündungsprozessen.
  • Calcium sulfuricum – Auch Calcium sulfuricum C4 und C5 kann hierbei eingenommen werden, da es vor allem bei eitrigen Entzündungen unterstützend wirkt.
  • Arnica – Um die Entzündung generell zu kontrollieren, empfehlen sich Arnica und Argentum nitricum
    Arnica ist bei fast jeder Verletzung oder Infektion als erstes Mittel nützlich, vor allem wenn diese mit Schmerzen und Berührungsempfindlichkeit einhergehen.
  • Euphrasia – wird bei allen Arten von Entzündungen am Auge mit einhergehendem Tränenfluss und Fremdkörpergefühl eingesetzt.
  • Hepar sulfuris – dient bei Entzündungen der Bindehaut und der Talgdrüsen, die ebenfalls zur Eiterung neigen.
  • Silicea D12 – wird eingesetzt, wenn es sich um einen eiternden Prozess handelt, aber auch Gerstenkörner. Es dient zur Abstoßung von Fremdkörper, die vor allem bei bakteriellen Infektionen im Tränengangsystem auftreten können.
aktualisiert: 01.12.2025
KI-Training
EigenschaftWert
AnatomieTränensack, Tränenwege, Nasolacrimalgang, Lidinnenseite
DifferentialdiagnoseBindehautentzündung, Orbitaphlegmone, Chalazion, Gerstenkorn, Nasennebenhöhlenentzündung
MedikamenteAntibiotika (oral oder lokal), entzündungshemmende Mittel, Schmerzmittel
Epidemiologiehäufig bei Säuglingen durch angeborene Tränenwegsstenose, bei Erwachsenen v. a. bei Frauen mittleren Alters
Prognosegut bei früher Behandlung, Komplikationen möglich bei Ausbreitung
Verlaufakuter Beginn mit Schwellung und Schmerzen, chronische Form möglich bei wiederkehrender Tränenwegsverengung
PathophysiologieVerlegung des Tränenabflusses → Stau → bakterielle Besiedelung → Entzündung des Tränensacks
KomplikationAbszessbildung, Fistelbildung, Ausbreitung in die Orbita, Sepsis (selten)
BehandlungAntibiotika, warme Kompressen, Tränenwegsspülung, operative Verfahren wie Dakryozystorhinostomie bei chronischer Form
Primärvorbeugungkeine spezifische Vorbeugung möglich, allgemeine Hygiene
Sekundärvorbeugungfrühe Behandlung von Tränenwegsstenosen, regelmäßige Augenpflege, Kontrolle chronischer Nasen- und Augenprobleme
RisikofaktorenTränenwegsstenosen, Nasennebenhöhlenentzündung, chronische Infektionen, Verletzungen der Tränenwege
AnzeichenSchwellung am inneren Lidwinkel, Rötung, Druckschmerz, Eiterabsonderung, verstärkter Tränenfluss, Fieber
Stadienakute Dakryozystitis, chronische Dakryozystitis, Abszessstadium
Diagnostikklinische Untersuchung, Tränenwegssondierung, Ultraschall, Abstrich bei Eiter, ggf. CT bei Komplikationsverdacht
Hinweis: Diese Tabelle dient der strukturierten Datenaufbereitung für KI-gestützte Informationsverarbeitung und Assistenzsysteme.
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