Gerstenkorn (Hordeolum), wenn es aufgrund einer bakteriellen Infektion zu einer Entzündung der Drüse am Lidrand kommt.
Beim Gerstenkorn (med. Hordeolum) handelt es sich um eine schmerzhafte, aber meist harmolse bakterielle Infektion einer Augenliddrüse. Diese Entzündung geht mit einer Schwellung, Rötung und Schmerzen einher und ist für den Betroffenen äußerst unangenehm.
Von einem Gerstenkorn geht in der Regel keine Gefahr aus.
Der Verlauf ist meist harmlos.
In einigen Fällen kann sich die Entzündung jedoch auf die Bindehaut ausbreiten.
Wenn Dein Auge geschwollen ist, schmerzt oder Du Dich im Alltag beeinträchtigt fühlst, solltest Du das Gerstenkorn durch einen Augenarzt abklären lassen.
Das Gerstenkorn wird durch Bakterien verursacht, das Hagelkorn entsteht aufgrund einer verstopften Talgdrüse am Augenlid.
In beiden Fällen handelt es sich um eine Augenlidentzündung.
Die Ursache für ein Gerstenkorn sind Bakterien.
In 90 % der Fälle handelt es sich dabei um Staphylokokken.
Andere Bakterien wie z. B. Streptokokken (Angina) sind eher selten verantwortlich für ein Gerstenkorn.
Zu den Risikofaktoren, welche eine Entstehung des Gerstenkorns begünstigen, zählen:
Vor allem bei Kindern besteht aufgrund des noch nicht vollständig ausgebildeten Immunsystem und dem häufigen Fassen in die Augen die Gefahr eines Gerstenkorns.
Meistens entsteht ein Gerstenkorn durch eine Verunreinigung des Auges. Bakterien gelangen somit ins Auge.
Zu einer Verunreinigung kommt es meist durch Unreinheiten bei Kontaktlinsenträgern.
Es ist daher sehr wichtig, sich davor immer die Hände zu waschen und den Linsenwechsel in einer sauberen Umgebung durchzuführen. Bei Wochen- oder Monatslinsen sollte auf eine hygienische Lagerung der Linsen über Nacht geachtet werden.
Auch Make-Up-Reste an den Augen können zu Unreinheiten und dadurch zur Entstehung eines Gerstenkorns beitragen.
Bei einem Gerstenkorn kommt es fast immer zu Schmerzen am Auge. Betroffene schildern oft ein Spannungsgefühl.
Vor allem bei Berührung, bzw. Druck auf das Gerstenkorn und beim Blinzeln entstehen Schmerzen an dieser Stelle.
Betroffene empfinden oft auch ein Fremdkörpergefühl im Auge.
Auch eine Rötung und Schwellung ist im Bereich des Gerstenkorns sichtbar.
Tritt das Gerstenkorn auf der Augeninnenseite auf, wird diese Schwellung und Rötung erst sichtbar, nachdem man das Augenlid umgeklappt hat.
Bei einem Gerstenkorn auf der Außenseite des Auges sind die typischen Anzeichen leicht von außen erkennbar.
Das Gerstenkorn kann mit Eiterbildung verbunden sein.
An den Wimpern ist in diesem Fall oft das Sekret erkennbar. Öffnet sich das Gerstenkorn, kommt es zum Ausfluss.
Beachte: Niemals solltest Du selbst versuchen, das Gerstenkorn zu öffnen!
Kommt es zu einer ausgeprägten Schwellung des Augenlids, kann das Sehen beeinträchtigt werden.
Oftmals resultiert daraus ein verschwommenes Sehen.
Das eigentliche Gerstenkorn sieht man erst, wenn man das Augenlid anhebt.
Das Gerstenkorn wird dann als rötlicher, mit Eiter gefüllter kleiner Knoten sichtbar. Es ähnelt optisch einem Pickel.
Es ist aufgrund der Charakteristik gut erkennbar.
Das Augenlid erscheint verdickt, gerötet und geschwollen. Oft bildet sich eine kleiner, mit Eiter gefüllter Knoten.

Du möchtest wissen, wie ein Gerstenkorn aussieht?
Hier klicken!Der Arzt wird bei der Untersuchung mögliche weitere Erkrankungen ausschließen, welche eine ähnliche Charakteristik aufweisen.
Zu den Differenzialdiagnosen eines Gerstenkorns zählen:
Um den Heilungsprozess zu unterstützen, kann der Augenarzt antibiotikahaltige oder antiseptische Augentropfen oder eine Augensalbe verschreiben (Antibiotika wirkt gegen Bakterien).
Ein Ausbreiten der Infektion wird dadurch verhindert.
In der Regel wird der Arzt aber erst antibiotikahaltige Augentropfen verschreiben, wenn sich die Entzündung ausgebreitet hat.
Wenn sich das Gerstenkorn nicht von selbst öffnet, besteht die Möglichkeit eines kleinen operativen Schnittes, um den Eiter abfließen zu lassen.
Der Schnitt ist harmlos, dauert nur sehr kurz und erfolgt unter örtliche Betäubung.
Ein Gerstenkorn sollte niemals aufgestochen werden.
Das Risiko, das durch die offene Wunde noch mehr Keime in den Körper kommen und sich wieder entzünden oder, dass sich Eiter entleert und sich noch mehrere Stellen entzünden, ist viel zu groß.
Eine solche, sich ausbreitende Infektion kann unter Umständen sehr gefährlich werden.
Des Weiteren sollte generell nicht am Auge herum gequetscht und gestochert werden.
Hausmittel sind oft ein beliebtes Mittel, um den Heilungsprozess bei einem Gerstenkorn zu beschleunigen.
Beachte! Von einer Behandlung des Gerstenkorns mit feuchter Wärme raten Experten ab.
Der Verlauf ist bei einem Gerstenkorn in den meisten Fällen unproblematisch und es kommt zu keinen Komplikationen.
Komplikationen treten bei einem Gerstenkorn äußerst selten auf.
Zu den Komplikationen zählen:
Das Gerstenkorn entsteht sehr schnell.
Die Dauer eines Gerstenkorns beträgt in den meisten Fällen in etwa eine bis maximal 2 Wochen.
Wenn es zu keiner eigenständigen Heilung oder die Therapie zu spät oder erst nach dem Entstehen von Komplikationen, wie einem Abszess, eingeleitet wurde, kann die Heilung durchaus länger dauern.
Um einem Gerstenkorn vorzubeugen, sollte man auf eine ausreichende Hygiene an den Augen und Händen achten.
Bei einer bestehenden Gerstenkorninfektion sollte das Gerstenkorn nicht berührt werden.
Ein gutes Immunsystem hilft dem Körper, Erreger zu bekämpfen. Achte daher auf:
Ein Gerstenkorn ist ansteckend.
Die Bakterien können über den Kontakt der Hände von Mensch zu Mensch übertragen werden (Schmierinfektion).
Nicht in die Augen fassen und regelmäßiges Händewaschen schützt Dich und andere.
Bei einem Gerstenkorn kann je nach Lokalisation zwischen einem äußeren Gerstenkorn (am Rand) (Hordeolum internum) und inneren Gerstenkorn (Hordeolum internum) unterschieden werden.
Es ist immer der Lidrand betroffen.
Sport ist bei einem Gerstenkorn nicht nur problemlos möglich, die Bewegung ist sogar förderlich für eine Vorbeugung vor einem Gerstenkorn.
Ein regelmäßiger Ausdauersport an der frischen Luft stärkt Dein Immunsystem.
Ein Gerstenkorn beschränkt sich auf die Augenregion und gefährdet in der Regel weder die Schwangerschaft noch die Entwicklung des Kindes.
Sollte sich die Entzündung jedoch im Körper ausbreiten oder der Entzündung eine andere Erkrankung zugrundeliegen kann dies sehr wohl gefährlich für das Ungeborene werden.
Daher sollte während der Schwangerschaft in jedem Fall eine Untersuchung der Beschwerden und eine Ursachenabklärung beim Arzt erfolgen.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Lidrand, Talgdrüsen (Meibom-Drüsen), Schweißdrüsen (Moll- und Zeis-Drüsen) |
| Differentialdiagnose | Hagelkorn, Blepharitis, Lidabszess, Chalazion, Konjunktivitis |
| Medikamente | antibakterielle Augensalbe, antibiotische Tropfen, Schmerzmittel |
| Epidemiologie | häufig, alle Altersgruppen, erhöht bei Diabetes und Hauterkrankungen |
| Prognose | sehr gut, meist spontane Abheilung innerhalb weniger Tage |
| Verlauf | akute schmerzhafte Schwellung, Eiterbildung, spontanes Aufplatzen und Abheilung |
| Pathophysiologie | bakterielle Infektion (meist Staphylococcus aureus) der Lidranddrüsen |
| Komplikation | Ausbreitung zur Lidrandentzündung, wiederkehrende Hordeola, selten Lidabszess |
| Behandlung | warme Kompressen, Lidrandpflege, antibiotische Salben, bei Persistenz Eröffnung durch den Augenarzt |
| Primärvorbeugung | gute Lid- und Gesichtshygiene, Kontaktlinsenhygiene, kein Reiben der Augen |
| Sekundärvorbeugung | Behandlung von Blepharitis, Diabeteskontrolle, regelmäßige Lidreinigung |
| Risikofaktoren | Diabetes, Immunschwäche, fettige Haut, chronische Lidrandentzündung, Kontaktlinsen |
| Anzeichen | rote, schmerzhafte Schwellung am Lidrand, Druckschmerz, Eiterpunkt, Tränenfluss, Fremdkörpergefühl |
| Stadien | initiale Rötung → Schwellung und Schmerz → Eiterbildung → spontane Entleerung → Abheilung |
| Diagnostik | klinische Untersuchung, Lidinspektion, selten mikrobiologischer Abstrich |