Nachtblindheit, wenn aufgrund einer Beeinträchtigung der Stäbchen der Netzhaut zu Einschränkung der Sehfähigkeit in der Dämmerung und im Dunkeln kommt.
Die Nachtblindheit bezeichnet eine Erkrankung des Auges, bei der es in der Dämmerung oder im Dunklen zu einer deutlich reduzierten Sehkraft kommt. Die meisten Menschen sind völlig unfähig, in der Dunkelheit sehen zu können. Grund dafür ist eine Störung der Sinneszellen der Netzhaut des Auges. Diese bezeichnet man auch als sogenannte Photorezeptoren. Die Netzhaut enthält als Photorezeptoren: Stäbchen, welche vor allem für das Hell-Dunkel-Sehen in der Dunkelheit zuständig sind, und Zapfen, die für das Farbensehen in der Helligkeit verantwortlich sind. Bei Nachtblindheit kommt es zu einem Schaden der Stäbchen und damit einer Beeinträchtigung des Sehens im Dunkeln. Ursache für eine Schädigung der Stäbchen können genetische Defekte, andere Erkrankungen oder ein Vitamin-A-Mangel sein. Vitamin A ist dabei essentiell für den Sehvorgang auf physiologischer Ebene in der Netzhaut. Die Sinneszellen benötigen Rhodopsin, ein Sehpigment in den Stäbchen, welches bei einem chronischen Mangel an Vitamin A nur unzureichend zur Verfügung steht. Daher haben vor allem Länder, welche von Mangelernährung betroffen sind, häufiger die Erkrankung der Nachtblindheit. Die Erkrankung beginnt schleichend und findet oftmals erst zwischen dem 30. und dem 50. Lebensalter ihren Höhepunkt. Erst wenn eine bestimmte Schwelle erreicht ist, merken die Betroffenen, dass sie im Vergleich zu anderen in der Dämmerung und Dunkelheit schlechter sehen. Bei der angeborenen Form der Nachtblindheit kann es bereits im Säuglings- und Kleinkindalter zu Symptomen kommen.
Eine Nachtblindheit an sich stellt keine Gefahr dar, allerdings steigt das Risiko für Unfälle aufgrund einer Nachtblindheit.
Vor allem im Straßenverkehr stellt die Nachtblindheit eine Gefahr dar.
Falls Du eine abnehmende Sehstärke in der Dunkelheit bemerkst, solltest Du umgehend einen Augenarzt aufsuchen, um die mögliche Diagnose Nachtblindheit zu bestätigen.
Bei der Nachtblindheit kommt es zu einer Störung der Funktionsfähigkeit der Stäbchen-Sinneszellen durch:
Nachtblindheit kann angeborene oder genetische Ursachen haben oder erworben werden.
Oftmals entsteht sie auch als Symptom einer anderen Erkrankung, wie zum Beispiel bei einem Diabetes mellitus.
Hierbei kann die Erkrankung die Blutgefäße der Netzhaut des Auges schädigen und damit das Sehvermögen beeinträchtigen.
Auch bei Personen, die an einem grauen Star (Katarakt) oder einem grünen Star (Glaukom) leiden, kann es neben anderen Symptomen zur Nachtblindheit kommen.
Oftmals sind auch Entzündungen am Auge oder eine bösartige Tumorerkrankung in diesem Bereich für Einbußen des Dämmerungssehens verantwortlich.
In den meisten Fällen handelt es sich allerdings um eine angeborene Erkrankung, die meist genetische Ursachen hat.
Bei der sogenannten Retinitis pigmentosa handelt es sich um eine progrediente, also zunehmend verschlechternde Sehfähigkeit, die häufig mit einem eingeschränkten Dämmerungssehen oder Sehen bei Nacht beginnt.
Sie entsteht durch eine Zerstörung der Photorezeptoren der Netzhaut des Auges, wobei es zunächst zur Degeneration der Stäbchen und dann erst der Zapfen kommt.
Ursache hierfür ist die Mutation eines Gens, das bedeutet, dass ein Gen in der Erbinformation krankhaft verändert ist.
Einen ähnlichen Krankheitsverlauf mit Nachtblindheit zeigt auch die Leber’sche kongenitale Amaurose auf, welche eine Funktionsstörung der Netzhaut und der sie versorgenden Aderhaut aufweist.
Auch ein Morbus Oguchi und Fundus albipunctatus können ursächlich dafür sein.
Nachtblindheit kann allerdings auch erworben werden, wobei meistens ein Mangel an Vitamin A vorliegt.
Vitamin A ist essentiell für den Sehvorgang und verantwortlich dafür, dass die Sinneszellen (Photorezeptoren) richtig arbeiten können.
Diese benötigen Rhodopsin, ein Pigment, welches Bestandteil der Photorezeptoren ist.
Ein Mangel an Vitamin A führt daher aufgrund unzureichender Rhodopsinbildung zur Nachtblindheit.
In der Regel findet sich ein Mangel an Vitamin A eher in den Entwicklungsländern und seltener in den Industrieländern wie Deutschland.
Der Körper beziehungsweise die Leber ist jedoch in der Lage, große Menschen an Vitamin A zu speichern, so dass es bei einer vorübergehenden Mangelernährung, die im Rahmen eines Magen-Darm-Infektes auftreten kann, gut kompensiert wird.
Allerdings können neben Mangelernährung auch Darmerkrankungen wie Morbus Crohn, Colitis ulcerosa oder Zöliakie zu einer verminderten Aufnahme von Vitamin A führen.
Auch Erkrankungen der Leber wie eine Leberzirrhose oder eine Leberfibrose können zu einer Störung führen.
Zu den Risikofaktoren gehören also Personengruppen, die an einer der genannten Krankheiten leiden oder aufgrund von bestimmten Wohngegenden nicht in der Lage sind, ausreichend Vitamin A aufzunehmen.
Typische Anzeichen einer Nachtblindheit sind eine Verschlechterung des Sehvermögens in der Dämmerung.
Die Betroffenen haben Schwierigkeiten, Gegenstände zu sehen oder sich zu orientieren.
Oftmals merken sie es auch beim Autofahren in der Dämmerung, wenn plötzlich ein Gefühl der Unsicherheit vorhanden ist.
Beachte! Da diese Symptome erstmal nicht als pathologisch, also krank empfunden werden, wird in diesem Stadium oftmals noch kein Arzt aufgesucht.
Da sich die Erkrankung allerdings progressiv verhält, was bedeutet, dass sie sich zunehmend verschlechtert, so wird irgendwann auch eine Sehbeeinträchtigung in der Dunkelheit festgestellt.
Oftmals berichten Betroffene auch über die Unfähigkeit des Auges, sich an schnell wechselnde Lichtverhältnisse anzupassen, die zum Beispiel auftreten, wenn man ein beleuchtetes Haus verlässt und in die Dunkelheit tritt und andersherum oder zum Beispiel beim Befahren eines Tunnels.
Beachtung! Bei Verdacht auf eine Nachtblindheit sollte dringend ein Augenarzt aufgesucht werden.
Um die Diagnose stellen zu können, wird dieser den Betroffenen zunächst nach seiner Krankengeschichte, der Anamnese befragen.
Dabei werden unter anderem Fragen zu den Symptomen, der Dauer und möglichen Begleiterscheinungen geklärt.
Wichtig hierbei ist auch das Abklären von genetischen oder erblichen Faktoren.
Anschließend werden einige Untersuchungen durchgeführt, zu welchen die Messung der Sehschärfe und des Gesichtsfeldes und die Überprüfung des Farbensehens gehören.
Zu den speziellen Tests gehört die sogenannte Adaptometrie.
Hierbei wird anhand eines Gerätes, dem Adaptometer, die Zeit bestimmt, die ein Auge zur Dunkeladaptation benötigt.
Dabei handelt es sich um die Anpassung des Auges an die Dunkelheit, die vor allem bei Nachtblindheit verlangsamt oder nicht mehr vorhanden ist.
Dabei wird ebenfalls noch die geringste Lichtintensität gemessen, welche das Auge noch wahrnehmen kann.
Daneben gibt es auch die Nyktometrie, mit der der Arzt die Blendempfindlichkeit des Betroffenen messen kann.
Mittels Elektroretinographie (ERG) kann zusätzlich noch die Funktion der Photorezeptoren der Netzhaut, also von Stäbchen und Zapfen, überprüft werden.
Dabei wird die elektrische Antwort dieser Photorezeptoren der Netzhaut auf kurze Lichtblitze gemessen.
Nachtblindheit kann sowohl als Diagnose, also als eigenständige Erkrankung oder als Symptom einer anderen Erkrankung auftreten.
Beachte! Eine Verschlechterung des Sehvermögens bei Dämmerung und Nacht kann allerdings auch bei einer normalen physiologischen Fehlsichtigkeit im Alter auftreten. Neben der Nachtblindheit können hier auch Symptome wie eine Weitsichtigkeit oder ein verschwommenes Sehen auftreten.
Die Therapie der Nachtblindheit ist abhängig von der zugrundeliegenden Ursache.
Die Behandlung von Nachtblindheit ist abhängig von der Ursache, die ihr zugrunde liegt.
Ist die Nachtblindheit angeboren oder genetisch bedingt, so gibt es derzeit keine Behandlungsmöglichkeit.
Allerdings sind mögliche Gentherapien derzeit Stand der aktuellen Forschung und lassen hoffen, dass es in Zukunft passende Therapieansätze gibt.
Dies trifft auch auf den Fall zu, wenn es sich bei der Nachtblindheit um ein Symptom der Retinitis pigmentosa handelt.
Auch hier wird nach wie vor nach Therapiemöglichkeiten erforscht.
Eine neuartige Gentherapie beruht auf dem Einspritzen von intakten Genen unter der Netzhaut, welche die Funktion der defekten Gene bei der Retinitis pigmentosa übernehmen sollen.
Allerdings können die bereits abgestorbenen Photorezeptoren damit nicht wiederhergestellt werden.
Liegt der Nachtblindheit eine andere Erkrankung zugrunde, wie zum Beispiel ein grauer Star (Katarakt), so richtet sich die Behandlung an die vorangegangene Krankheit.
Ist die Nachtblindheit erworben, zum Beispiel durch eine Mangelernährung, so kann diese oftmals durch Zufuhr von Vitamin-A-Präparaten oder eine spezielle Vitamin-A-lastige Ernährung deutlich verbessert werden.
Allerdings ist eine Mangelernährung in den westlichen Industrieländern relativ selten. In manchen Fällen kann auch eine systemische Erkrankung wie Diabetes mellitus die Ursache für Nachtblindheit sein.
Hinweis! Es sollte bei Verdacht auf Nachtblindheit immer eine umfangreiche Diagnostik durchgeführt werden, um die genaue Ursache zu identifizieren und eine passende Behandlungsmöglichkeit einzuleiten.
Eine Nachtblindheit kann man nicht unbedingt vorbeugen.
Handelt es sich um eine erbliche Ursache, so kann man diese aufgrund einer Genmutation nicht aufhalten.
Hierbei spielt jedoch eine frühzeitige Erkennung der Erkrankung eine wichtige Rolle.
Abhängig von der Ursache kann hier eine Behandlung eingeleitet werden, die zwar keine Heilung anstreben kann, eventuell aber den Krankheitsverlauf verlangsamen.
Ist die Nachtblindheit erworben, so kann zumindest eine geringe Vorbeugung versucht werden.
Wichtig hierbei ist die Aufnahme von Vitamin A, welches für den Sehvorgang eine essentielle Rolle spielt.
Vitamin A ist vorrangig in gelben und grünen Gemüsesorten zu finden, wie zum Beispiel in:
Generell sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden, die neben Vitamin A auch andere Vitamine enthält.
Eine Nachtblindheit gefährdet weder die Schwangerschaft noch die Entwicklung des Kindes.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
Bei Nachtblindheit muss man die medizinische Erkrankung von der altersbedingten Sehschwäche bei Nacht abgrenzen, welche physiologisch, also normal ist.
Bei letzterem sind etwa jeder fünfte Autofahrer über 60 Jahren betroffen.
An einer angeborenen Nachtblindheit leiden derzeit etwa 1 von 22.000 Menschen.
In der Regel macht sich die Sehschwäche im Dunkeln schon in jungen Jahren bemerkbar.
Bei der erworbenen Form der Nachtblindheit sind derzeit keine aktuellen Zahlen bekannt.
Allerdings sind hierbei oftmals Menschen betroffen, die unter einer Mangelernährung leiden.
Dadurch wird zu wenig Vitamin A aufgenommen, welches essentiell für den Sehvorgang der Stäbchen der Netzhaut ist.
Hinweis! Daher findet man diese Form vor allem in Entwicklungsländern wie Afrika.
Viele Menschen denken, sie seien nachtblind, wenn sie in der Dämmerung verschwommen sehen oder sich orientierungslos fühlen, wenn sie sich von einer hellen Umgebung in eine dunkle Umgebung begeben.
Allerdings benötigt das Auge immer eine gewisse Anpassungszeit, wenn sich Lichtverhältnisse verändern.
Dauert diese aber länger als 15 bis 20 Minuten, so kann das ein erstes Anzeichen auf Nachtblindheit sein.
Ein weiteres Erkennungsmerkmal sind die zunehmenden Schwierigkeiten, sobald es draußen anfängt zu dämmern.
Oftmals beginnt es mit einer Sehschwäche bei Dunkelheit, die allerdings im weiteren Verlauf auch bei Dämmerung auftreten kann.
Sobald hierzu noch eine hohe Blendempfindlichkeit hinzukommt, kann man von einer Nachtblindheit sprechen.
Hinweis! Die Diagnose Nachtblindheit sollte allerdings immer von einem Facharzt oder Optiker bestätigt werden.
Bei Verdacht auf eine Nachtblindheit empfehlen Augenärzte und Optiker einen Test für das Dämmerungssehen durchzuführen.
Wenn es draußen anfängt dunkel zu werden, bemerken die Betroffenen hierbei recht schnell eine stark verminderte Sehkraft und eine damit einhergehende Orientierungslosigkeit.
Daher hat sich zur Testung für Nachtblindheit die sogenannte Nyktometrie bewährt.
Hierbei wird die sogenannte Dämmerungssehschärfe getestet, welche aus der Sehschärfe und der Kontrastempfindlichkeit im Dämmerungssehen besteht.
Dabei sitzt der Betroffene vor einem Nyktometer und sieht unterschiedliche Sehzeichen, zum Beispiel Landoltringe, welche zu einer Seite geöffnet sind.
Der Untersucher ist dabei in der Lage, den Kontrast zu variieren und die unterschiedlichen Kontraststufen mit und ohne Blendung zu testen.
Des Weiteren gibt es die sogenannte Adaptometrie, die mithilfe eines Adaptometers die Hell-Dunkel-Anpassung der Augen testen kann.
Hinweis! Oftmals müssen mehrere Tests angewendet werden, um sich ein umfangreiches Bild der Ausdehnung der Nachtblindheit zu verschaffen.
Mittlerweile gibt es vor allem für das Autofahren eine sogenannte Nachtfahrbrille auf dem Markt zu kaufen.
Je nach Ausmaß und Fortschritt der Nachtblindheit kann sie durch das Tragen eine weitere Teilnahme am Straßenverkehr ermöglichen.
Bei diesen Nachtfahrbrillen handelt es sich meist um Brillen mit gelben Gläsern.
Diese reduzieren vor allem das Blenden durch andere Fahrzeuge und können helfen, die Sicht bei schlechten Lichtverhältnissen zu verbessern.
Die gelben Gläser filtern die Farbe Blau aus dem Licht, da ihre niedrige Wellenlänge im Gegensatz zu den anderen Farben einen größeren Brechungswinkel der Augenlinse benötigt.
Durch die Brille kann es daher zu einer schärferen und klareren Sicht bei Dämmerung und Dunkelheit kommen und zu einer intensiveren Kontrastwahrnehmung.
Beachte! Die Nachtfahrbrille kann nur bis zu einem gewissen Grad der Nachtblindheit Abhilfe verschaffen. Das Benutzen von Nachtfahrbrillen sollte immer durch einen Facharzt oder Augenoptiker beurteilt und genehmigt werden, da es sonst zu erheblichen Gefahren kommen kann.
Neben einer erworbenen Nachtblindheit ist die vererbte Form die häufigste Ursache.
Dabei liegt oftmals eine Genmutation, also eine Veränderung in der Erbinformation, vor.
Forscher haben herausgefunden, dass es sich hierbei vorrangig um das Gen GRM6 und CABP4 handelt, welches durch eine Mutation (Veränderung) zu Nachtblindheit führt.
Wenn man von Nachtblindheit betroffen ist, kommt es vor allem bei Dunkelheit und Dämmerung zum Sehverlust.
Die Betroffenen sind nicht mehr in der Lage, sich zu orientieren oder sich an schnell wechselnde Lichtverhältnisse anzupassen.
Daher wird vor allem das Autofahren zu später Stunde extrem gefährlich und sollte unbedingt vermieden werden.
Je nach Ausmaß und Fortschritt der Nachtblindheit kann allerdings eine bestimmte Nachtsichtbrille eine weitere Teilnahme am Straßenverkehr ermöglichen.
Dies sollte jedoch immer nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Augenarzt oder einem Optiker erfolgen.
Des Weiteren sollte auf eine saubere Windschutzscheibe und eine richtige Einstellung der Autoscheinwerfer geachtet werden.
Bei entgegenkommenden Fahrzeugen kann es oftmals helfen, wenn der Blick in dessen Scheinwerfer gemieden wird und stattdessen den Blick etwas abwendet, um eine Lichtblendung für die empfindlichen Augen zu umgehen.
Hinweis! In der Regel verschlimmert sich eine Nachtblindheit mit zunehmendem Alter und daher sollte frühzeitig das Autofahren bei Dämmerung und Nacht eingestellt werden.
In der Regel betrifft eine Nachtblindheit immer beide Augen. Vor allem dann, wenn es sich um eine erbliche bedingte Ursache handelt.
Allerdings kann Nachtblindheit auch im Rahmen anderer Erkrankungen auftreten, wie zum Beispiel dem grauen Star (Katarakt).
Solche Erkrankungen können sowohl einseitig als auch beidseitig auftreten und gehen ebenfalls in höheren Stadien mit Nachtblindheit einher.
Liegt eine solche Erkrankung zugrunde, so kann Nachtblindheit auch nur auf einem Auge auftreten.
| Eigenschaft | Wert |
|---|---|
| Anatomie | Netzhaut, Stäbchenzellen, Pigmentepithel, Vitamin-A-Stoffwechsel |
| Differentialdiagnose | Retinitis pigmentosa, Katarakt, Makuladegeneration, Glaukom, Vitamin-A-Mangel |
| Medikamente | Vitamin-A-Präparate (bei Mangel), keine spezifische Therapie bei genetischen Ursachen |
| Epidemiologie | selten, häufiger in Regionen mit Vitamin-A-Mangel, genetische Formen meist früh beginnend |
| Prognose | abhängig von Ursache, reversibel bei Vitamin-A-Mangel, nicht heilbar bei erblichen Netzhauterkrankungen |
| Verlauf | stabil oder progredient (bei genetischen Erkrankungen), reversibel bei Mangelzuständen |
| Pathophysiologie | Funktionsstörung der Stäbchenzellen in der Netzhaut oder gestörter Vitamin-A-Stoffwechsel |
| Komplikation | starke Einschränkung des Sehens bei Dunkelheit, erhöhte Unfallgefahr, mögliche Progression zur Netzhautdegeneration |
| Behandlung | Vitamin-A-Substitution, Behandlung der Grunderkrankung, Sehtraining, Anpassung der Umgebung |
| Primärvorbeugung | ausgewogene Ernährung, ausreichende Vitamin-A-Zufuhr |
| Sekundärvorbeugung | früherkennung genetischer Netzhauterkrankungen, regelmäßige Kontrollen |
| Risikofaktoren | Vitamin-A-Mangel, genetische Erkrankungen, Netzhautschäden, Diabetes, Lebererkrankungen |
| Anzeichen | schlechtes Sehen bei Dämmerung und Dunkelheit, verlängerte Adaptionszeit, Orientierungsprobleme im Dunkeln |
| Stadien | leichte Nyktalopie, mittelgradige Nyktalopie, schwere Nyktalopie (bis vollständige Nachtsichtunfähigkeit) |
| Diagnostik | Dunkeladaptometrie, Netzhautuntersuchung, Elektroretinogramm, Vitamin-A-Spiegelmessung |