Unter Autismus versteht man Erkrankungen, die zu sogenannten Autismus-Spektrum-Störungen zählen und mit eingeschränkten Interessengebieten und Störungen in der sozialen Interaktion einhergehen.

Erfahrungs Berichte
Unter Autismus versteht man Erkrankungen, die zu den sogenannten Autismus-Spektrum-Störungen zählen. Sie zeichnen sich durch eingeschränkte Interessengebiete und Störungen in der sozialen Interaktion und zwischenmenschlichen Kommunikation aus. Zu den Autismus-Spektrum-Störungen gehören der frühkindliche Autismus, der atypische Autismus und das Asperger-Syndrom.
Zu den Autismus-Spektrum-Störungen zählen:
Sie unterscheiden sich zum einen in der Altersgruppe, in der sie auftreten, sowie auch durch ihre Symptome.
Unter dem Asperger-Syndrom versteht man eine Unterform der Autismus-Spektrum-Störung.
Das Asperger-Syndrom zeichnet sich vor allem durch eine Störung der sozialen Interaktion und fehlender Empathie von Autisten aus.
Asperger-Autisten sind klassischerweise normal bis überdurchschnittlich intelligent und können sogenannte Inselbegabungen besitzen.
Weiterhin ist, im Gegensatz zu den anderen Autismus-Formen, keine Beeinträchtigung des Sprachvermögens vorhanden.
Im Gegenteil haben Betroffene häufig eine stilistisch anspruchsvolle Sprache.
Die genauen Ursachen der Entstehung eines Autismus sind bis heute nicht vollständig geklärt.
Früher dachte man, dass Autismus eine Folge des Entzuges von Grundbedürfnissen wie Aufmerksamkeit von den Eltern, Liebe und Geborgenheit sei.
Heute hat man diese These jedoch widerlegt und geht von neurobiologischen Ursachen des Autismus aus.
Vermutet werden unter anderem genetische Faktoren, Hirnschädigungen oder auch andere körperliche Erkrankungen.
Der Zusammenhang zwischen Autismus und der Masern-Mumps-Röteln-Impfung, der 1998 in einer Studie veröffentlicht wurde, wurde mittlerweile ebenfalls widerlegt.
Die Symptome des frühkindlichen Autismus und des atypischen Autismus sind ähnlich.
Sie lassen sich in drei Gruppen einteilen.
Eine Besonderheit stellt das Asperger-Syndrom dar.
Die Störungen der sozialen Interaktion sind ähnlich der anderen beiden Autismusformen. Das Asperger-Syndrom unterscheidet sich jedoch vor allem im Bereich der Kommunikation.
Betroffene habe einen normalen bis überdurchschnittlichen IQ.
Sie haben keine Sprachentwicklungsstörungen und zeigen im Gegenteil eher eine überdurchschnittliche, stilistisch anspruchsvolle Sprache.
Typisch für ein Asperger-Syndrom sind auch Sonderinteressen, die zum Teil akribisch verfolgt werden und so gegebenenfalls sogar den Alltag beeinflussen können.
Sogenannte Inselbegabungen können auch auftreten, sind jedoch eher selten.
Zur Diagnosestellung wird in Gesprächen mit dem Kind selbst und den Eltern die Krankengeschichte erhoben.
Es werden Fragen nach dem Verhalten des Kindes in gewissen Situationen gestellt.
Weiterhin wird das Kind in alltäglichen Situationen, wie z. B. dem Spielen, beobachtet.
Es gibt mehrere Testverfahren, die mittels Fragebögen eine Autismus-Spektrum-Störung diagnostizieren können.
Im Anschluss erfolgt eine körperliche und neurologische Untersuchung, ein EEG und gegebenenfalls eine genetische Untersuchung, um andere Erkrankungen auszuschließen.
Eine erste Verdachtsdiagnose kann der behandelnde Kinderarzt stellen.
Für eine weitere Diagnostik und Therapie sollte ein Kinder- und Jugendpsychiater aufgesucht werden.
Etwa 10–18 pro 10.000 Kinder sind von einer Autismus-Spektrum-Störung betroffen.
Mit einem Verhältnis von 3:1 sind Jungen häufiger betroffen als Mädchen.
Beim Asperger-Syndrom sind Jungen sogar achtmal häufiger betroffen als Mädchen.
Der frühkindliche Autismus beginnt meist schon ab der Geburt und wird in der Regel vor dem Ende des zweiten Lebensjahres diagnostiziert.
Symptome des atypischen Autismus und des Asperger-Autismus treten erst nach Ende des dritten Lebensjahres auf.
Für die Behandlung einer Autismus-Spektrum-Störung ist eine frühzeitige, multimodale Therapie notwendig.
Dies bedeutet, dass verschiedene Therapiemaßnahmen in Anspruch genommen werden.
Hierzu zählen Verhaltenstherapie sowie Physiotherapie, Logopädie und Ergotherapie.
Weiterhin ist es wichtig, die Eltern im Umgang mit ihrem autistischen Kind zu beraten und zu schulen.
Auch die medikamentöse Behandlung von Begleiterkrankungen, wie z. B. ADHS oder Epilepsie, stellt eine wichtige Maßnahme in der Therapie des Autismus dar.
Beim frühkindlichen und atypischen Autismus kommt es zu einem lebenslangen Verbleiben der Symptome.
Etwa die Hälfte aller Betroffenen lernen nie sprechen und sind ein Leben lang auf fremde Hilfe angewiesen.
Prognose bei Asperger
Beim Asperger-Syndrom ist die Prognose besser.
Es kommt ebenfalls zu einem lebenslangen Verbleiben der Symptome.
Im Rahmen der Entwicklung kommt es oftmals zu einer Verbesserung des sozialen Verhaltens.
Durch die Entwicklung von Routinen ist ein Alltagsleben besser möglich als bei den anderen Autismusformen.
Autismus ist keine Krankheit, die akut während einer Schwangerschaft auftreten kann.
Menschen mit Autismus können schwanger werden, jedoch ist das Risiko, dass das Kind autistisch ist, erhöht.
Therapiemöglichkeiten, Medikamenteneinnahme und Diagnoseverfahren müssen oft an die Schwangerschaft angepasst werden.
Du solltest daher immer Deinen behandelnden Arzt/Ärztin über die Schwangerschaft informieren.
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