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pfeilWas ist das?

Unter einer Arthrofibrose versteht man eine überschießende Narbenbildung, also vermehrte Bindegewebsbildung, in einem der großen Gelenke. Sie kann nach Verletzungen oder Operationen am Knie auftreten, wobei das Bindegewebe das gesunde Gewebe ersetzt und dadurch die Beweglichkeit des Kniegelenks einschränkt.

Zusammenfassung Arthrofibrose im Kniegelenk

  • Es handelt sich bei der Arthrofibrose im Kniegelenk oft um eine postoperative Komplikation.
  • Die Ursache für die Entstehung ist noch nicht vollständig geklärt.
  • Aufgrund der Narbenbildung kommt es zu Schmerzen und einem „Schraubstockgefühl“.
  • Im frühen Stadium ist die Prognose günstig.
Epidemiologische FaktenHäufigkeitselten
Alters FaktenAlter~ 55 - 65
Geschlecht FaktenGeschlecht3 : 2
pfeilIst das gefährlich?

Eine Arthrofibrose im Kniegelenk ist zwar nicht bedrohlich, allerdings besteht aufgrund der Schmerzen und Bewegungseinschränkung im Knie eine deutliche Einschränkung im Alltag.

Die Arthrofibrose muss daher behandelt werden.

Gefährlichkeit - 2.1 /10
pfeilWann zum Arzt?

Schwellungen und Schmerzen nach einer OP sind völlig normal.

Kommt es jedoch zu Schwellungen, Rötung, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen nach Verletzungen/ Operationen, solltest Du zeitnah einen Arzt zur Klärung aufsuchen.

Beachte! Je früher eine Arthrofibrose im Knie erkannt wird, desto günstiger ist der Verlauf und die Prognose.

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Einteilung & Formen

Eine Arthrofibrose kann grundsätzliche jedes der großen Gelenke betreffen:

  • Arthrofibrose im Kniegelenk
  • Arthrofibrose im Hüftgelenk
  • Arthrofibrose im Ellenbogengelenk

Des Weiteren lässt sich eine Arthrofibrose im Kniegelenk einteilen in:

  • Primäre Arthrofibrose – Ohne erkennbare Ursache nach der Operation.
  • Sekundäre Arthrofibrose – als Folge einer gestörten Wundheilung.
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Ursachen Arthrofibrose im Kniegelenk

Bei einer Arthrofibrose im Kniegelenk kommt es zu einer vermehrten Bildung von Bindegewebszellen (Fibroblasten) im Kniegelenk.

  • Operationsfolge – Als Folge einer Operation am Kniegelenk (z. B. Knieprothese)
    • Verminderte Bewegung vor und nach einer Knieoperation. Bei ca. 5-10% der Knie-TEP Operationen (Knieprothese) entsteht eine Arthrofibrose im Kniegelenk als Folge.
    • Zu früh einsetzendes Muskelaufbautraining nach Operation
  • Unfall/ Verletzung – Folgen eines Traumas (Verletzung) am Kniegelenk.
  • Bakterien – Bakterielle Infektion des Kniegelenks
  • Starke Schmerzen im Knie – dadurch werden die Zellen angeregt (Fibroblasten), die das Bindegewebe bilden.
  • Einblutungen – in das Kniegelenk.

Risikofaktoren

  • Neigung zu Narbenbildung
  • Arthrofibrose bereits in anderen Gelenken
  • Einblutungen währen der OP
  • Überbelastung nach OP
  • Schlechte Beweglichkeit vor einer Knieoperation

Hinweis! Man weiß, was passiert, aber warum einige Menschen davon betroffen sind und andere nicht, ist bisher ungeklärt.

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Symptome Arthrofibrose im Kniegelenk

  • Knieschmerzen – bei der Bewegung des Gelenks.
    • Beschwerden nach Operation schon nach wenigen Tagen nach der Operation bemerkbar.
    • Wenn Entzündung vorhanden, auch nachts und in Ruhe Schmerzen im Knie.
    • Betroffene berichten über eine Art Schraubstockgefühl im Kniegelenk.
  • Schwellung – Schwellung des Kniegelenks.
  • Rötung
  • Überwärmung – Das Gefühl von Überwärmung des Kniegelenks.
  • Bewegungseinschränkung – des Knies (z. B. keine Beugung über 90 Grad).
    • Das überschüssige Narbengewebe wird im Kniegelenk eingeklemmt (Narbenimpingement)

Hinweis! Zunächst entstehen Anzeichen von Rötung und Schwellungen.

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Diagnose Arthrofibrose im Kniegelenk

Die Feststellung einer Arthrofibrose im Kniegelenk erfolgt meist relativ schnell nach einer Operation am Knie.

  • Anamnese durch den Arzt – Erfragen der Krankengeschichte.
    • Fragen nach Beschwerden wie „Schraubstockgefühl“, starken Schmerzen bei der Mobilisation, eingeschränkter Beweglichkeit und immobiler Kniescheibe.
  • Körperliche Untersuchung – mit Untersuchung der Funktion des Kniegelenks.
  • MRT (Magnetresonanztomografie) – In einigen Fällen wird eine Kernspintomografie (MRT) angefertigt
    • Die für die Arthrofibrose typischen Wucherungen im Gelenk können dabei sichtbar gemacht werden.

Beachte! Der Zeitpunkt der Diagnose ist entscheidend für die Prognose. Je früher, desto besser.

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Behandlung Arthrofibrose im Kniegelenk

Ziel der Therapie ist die Rückbildung des Narbengewebes. Dabei gilt, nicht zu viel und nicht zu wenig Belastung. Die Behandlung ist abhängig vom Grad der Arthrofibrose im Kniegelenk.

Konservative Therapie

  • Osteopathie – zielt darauf, dass sich der Körper selbst heilt. In Bezug auf die Arthrofibrose im Kniegelenk geht es um den körpereigenen Abbau des überschüssigen Gewebes.
  • Manuelle Lymphdrainage – fördert den Stoffwechsel und somit den Abbau.
  • ZRT-Matrixtherapie
  • Wärmetherapie (Fangopackungen, Bäder) – Förder die Durchblutung und somit den Abtransport.
  • Fußreflexzonenmassage
  • Akupunktur
  • Entspannungstechniken – wie autogenes Training oder progressive Muskelrelaxation zur Schmerzlinderung.
  • Ernährungsanpassung – mit viel Omega-3-Fettsäuren.
  • Physiotherapie – Aktive Unterstützung des Körpers beim Abbau des pathologischen Gewebes.
    • Wichtig ist, es darf bei der Behandlung kein Schmerz im Gelenk entstehen, da es ansonsten zu neuer Narbenbildung kommen kann.

Operative Therapie

  • Bei fortgeschrittener Arthrofibrose (ab Stadium 3) und Unwirksamkeit der konservativen Therapie kommt eine operative Therapie in Betracht.
  • Minimalinvasives Verfahren – Meist minimalinvasiv (Arthroskopie) werden Vernarbungen mit einem Thermokoagulationsverfahren gewebeschonend abgetragen.
  • Korrektur – einer vielleicht falsch eingesetzten Knieendoprothese.
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Übungen bei Arthrofibrose im Kniegelenk

Bevor Du trainierst!
Safety Muscle

Bitte bespreche Übungen im Vorfeld immer mit Deinem Arzt oder Therapeuten!

Bei starken Schmerzen, Bewegungseinschränkungen oder Ausfallerscheinungen solltest Du von Übungen absehen. Übungen sollten den Schmerz nie verschlimmern.

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Medikamente

Aktuell ist zur Behandlung der Arthrofibrose im Kniegelenk nur eine Off-Label-Therapie zugelassen.
Es handelt sich dabei um den Einsatz eines Medikaments außerhalb der Zulassungsbehörde genehmigtes Anwendungsgebiet.

  • Prednisolon – verhindert der Entzündungszellen im geschädigtem Gewebe.
  • Propanolol
  • Schmerzmittel – Zur symptomatischen Behandlung der Schmerzen bei einer Arthrofibrose im Kniegelenk eignen sich NSAR (Ibuprofen, Diclofenac).

Beachte! Es handelt sich dabei jedoch nur eine symptomatische Therapie, vor allem bei starken Schmerzen, keine Heilung.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Operation

Bei anhaltenden Beschwerden trotz konservativer Behandlung oder einer starken Ausprägung der Arthrofibrose im Kniegelenk kommt eine Operation infrage.
Es handelt sich oftmals also um eine Operation der Komplikation einer Operation.

  • Arthrolyse – Das überschüssige Gewebe (Narben) wird im Rahmen einer Gelenkspiegelung entfernt.

Im Anschluss erfolgt ein Therapiekonzept aus vier Säulen.

  1. Medikamente – Schmerzmittel und Kortison.
  2. Physikalische Therapie – Lympdrainage und Massage.
  3. Physiotherapie – zur Mobilisierung des Gelenks.
  4. Sporttherapie – Schonender Aufbau der Muskulatur.
Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Operationen sind immer mit allgemeinen Risiken verbunden. Erfahre allgemeine Informationen zum Ablauf und Risiken einer Operation. Mehr Infos
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Prognose

  • In vielen Fällen der Arthrofibrose im Kniegelenk kann durch konservative Therapie leider keine ausreichende Beschwerdebesserung erreicht werden.
  • Je früher mit der Therapie begonnen wird, desto besser fällt die Prognose aus.
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Komplikationen

Die Arthrofibrose im Knie ist selbst die Komplikation einer Verletzung oder Operation im Kniegelenk.

Vor allem nach Kreuzbandoperation, Meniskusoperationen oder Knieprothesenoperationen besteht die Gefahr einer Arthrofibrose im Kniegelenk.

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Dauer

Die Dauer der Arthrofibrose im Kniegelenk ist abhängig vom Zeitpunkt des Therapiebeginns.

  • Frühzeitige Behandlung – Bei Behandlungsbeginn im ersten Stadium erfolgt eine Rückbildung der Arthrofibrose nach ca. 6–8 Wochen.
  • Späte Behandlung – Erfolgt keine oder eine zu späte Therapie, können die Beschwerden länger andauern oder sogar bestehen bleiben
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Vorbeugung

Aktive vorbeugende Maßnahmen gegen eine Arthrofibrose im Kniegelenk sind leider unbekannt.

  • Frühmobilisation – nach einer Knieoperation beugt der Bildung von Narben im Knie vor.
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Stadien

Eine Arthrofibrose im Kniegelenk lässt sich in drei Stadien einteilen:

  • Stadium I – Vermehrte Bildung von Bindegewebszellen. (Konservative Therapie erzielt gute Erfolge)
  • Stadium II – Absterben der vermehrten Bindegewebszellen.
  • Stadium III – Verklebungen innerhalb der Gelenkkapsel. (OP wird notwendig)
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Zahlen & Statistiken

  • Alter – In der Mehrzahl der Fälle sind ältere Menschen betroffen.
  • Häufigkeit – Eine Arthrofibrose im Knie ist eine selten bekannte, aber häufig Komplikationen. Jährlich kommt es zu mehreren tausend Fällen.
aktualisiert: 22.03.2025
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