Atherome (Grützbeutel), wenn es zu gutartigen Zysten im Bereich der Haarfollikel der Unterhaut kommt.

Bei einem Atherom handelt es sich um Art Zyste an der Haut. Man kann Atherome auch Epidermoidzysten oder Epidermalzysten nennen. Sie können aufgrund von unbekannten Ursachen auftreten, aber auch in Folge von Entzündungen wie zum Beispiel Akne.
Atherome entstehen vor allem an Stellen mit vielen Talgdrüsen und Haarfollikeln.
Talgdrüsen geben Fett ab und sorgen damit dafür, dass die Haut geschmeidig bleibt und die Haare gefettet werden.
Jedes Haar besitzt eines dieser Talgdrüsen.
Wenn der Ausführungsgang der Talgdrüse verstopft, sammelt sich der produzierte Talg an, kann aber nicht mehr an der Oberfläche austreten.
Die Talgdrüse produziert immer weiter Talg, so entsteht an der Haarwurzel nach und nach eine Blase.
Da auch das Haarfollikel in unmittelbarer Nähe befindet, kommt es durch das Keratin auch oft zu einer leichten Verhornung dieser mit Talg gefüllten Blase.
Atherome stellen sich als bis zu mehrere cm große, hautfarbene und halbkugelige Knoten/ Beule auf der Haut dar, die sich prall-elastisch tasten lassen.
Meist treten Atherome auf der Kopfhaut auf, sind hautfarbend und sind in der Regel nicht schmerzhaft.
Oft ist in der Mitte eine Pore zu sehen.
Atherome können einzeln oder auch in Ansammlungen auftreten.
Bei sehr großen Atheromen kann ein Spannungsgefühl der Haut auftreten.
Handelt es sich um ein entzündetes Atherom, kommt es zur Rötung, Erwärmung und Schmerzen im umliegenden Bereich.
Kommt es zusätzlich zu einer Eiteransammlung, spricht man von einem Abszess.
Die Diagnose wird weitestgehend bei der Erstuntersuchung in Kombinationen mit den Informationen aus dem Arztgespräch gestellt.
Passen die Befunde der körperlichen Untersuchung und die Informationen, die sich aus dem Gespräch ergaben, zusammen, ist keine weitere Untersuchung nötig, um ein Atherom zu diagnostizieren.
Bleibt es immer noch unklar, wird die Diagnose nach Entfernung des Atheroms durch eine mikroskopische Untersuchung des entfernten Gewebes gestellt.
Der richtige Ansprechpartner bei einem Atherom ist der Dermatologe.
Viele Menschen, die ein Atherom haben, gehen damit nicht zum Arzt.
Daher ist es schwer zu sagen, wie viele Menschen wirklich von einem Atherom betroffen sind.
Schätzungsweise wird gesagt, dass etwa 20 % der Menschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal von einem Atherom betroffen sind.
Ein Atherom erkennt man als deutliche Erhebung (Vorwölbung) der Haut. Manchmal kann es zu einem grauen, bzw. schwarzen Punkt in der Mitte kommen.
Wenn man selbst am Atherom Hand anlegt, kommt es oft zu einer Entzündung des umliegenden Gewebes mit einer Rötung der Haut.
Ein ähnliches Erscheinungsbild hat die Trichilemmalzyste, die aber meist härter ist und in der Mitte keine Pore aufweist.
Andere Differenzialdiagnosen, die infrage kommen, sind ein zystisches Basalzellkarzinom oder eine Metastase an der Haut.
In der Regel geschieht dies im ambulanten Setting direkt beim Hautarzt unter einer lokalen Betäubung.
Bei der Entfernung ist es wichtig, dass alle Teile inklusive der Kapsel entfernt werden und kein Rand des Atheroms zurückbleibt.
Ist dies nicht der Fall, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass sich an derselben Stelle wieder ein Atherom ausbildet.
Ist das Atherom entzündet oder eine Beteiligung bösartiger Zellen nicht ausgeschlossen werden kann, muss das Atherom entfernt werden.
Geheilt kann ein Atherom nur werden, wenn es entfernt wird.
Ob ein Atherom entfernt wird, entscheidet die betroffene Person selber.
Es gibt auch die Möglichkeit das Atherom zu belassen, wenn es Betroffene nicht stört und es klein.
So bleibt es aber bestehen und kann wachsen, sodass es im Laufe der Zeit störend wird und der Betroffene sich doch für die Entfernung entscheidet.
Kommt es jedoch zu einer Entzündung mit Eiterbildung (Abszess), ist eine Entfernung zwingend notwendig.
Nein, man kann und sollte ein Atherom nicht selbst entfernen.
Dies hat mehrere Gründe.
Zuallererst ist die Entfernung ohne eine richtige Betäubung schmerzhaft.
Auch kann im Setting zu Hause der Eingriffsort nicht steril versorgt und verbunden werden, sodass das Risiko für Entzündungen höher ist.
Wichtig ist bei der Entfernung, dass alle Teile des Atheroms entfernt werden, um ein Rezidiv (Wiederauftreten) so unwahrscheinlich wie möglich zu machen.
Jemand, der aber noch nie ein Atherom entfernt hat, kann dies nicht genau und richtig genug beurteilen.
Des Weiteren sind Atherome oft im Kopf-, Hals- oder Rückenbereich lokalisiert, an die der Betroffene selbst schwer rankommt und kaum was sieht, sodass die Entfernung ziemlich ungenau erfolgen würde.
Ein Atherom solltest Du niemals versuchen selbst zu öffnen oder anderweitig zu manipulieren.
Die Behandlung muss von einem Arzt/Ärztin erfolgen!
Die Prognose bei einem Atherom ist in der Regel gut.
Es besteht das Risiko, dass nach der Entfernung an der gleichen Stelle wieder ein Atherom auftritt.
Dies ist aber bei richtiger und fachgemäßer Entfernung unwahrscheinlich.
Wenn sich das Atherom entzündet und Eiter die Zyste füllt, wird daraus ein Abszess.
Dieser muss entfernt und in einigen Fällen auch mit einem Antibiotikum mitbehandelt werden.
Auch hier ist die Prognose gut, die Heilung dauert nur meist etwas länger.
Nein, man kann einem Atherom nicht vorbeugen.
Es ist davon auszugehen, dass Atherome erblich bedingt sind.
Dementsprechend ist eine Vorbeugung nicht möglich.
Trotzdem gibt es einige Maßnahmen, um das Risiko zu verringern:
Atherome können multipel oder einzeln auftreten und betreffen vor allem Stellen mit vielen Talgdrüsen und Haarfollikeln.
Daher sind besonders das Gesicht, der Hals oder der Rücken.
An anderen Stellen sind Atherome aber auch möglich.