Xeroderma Pigmentosum (XP), wenn es aufgrund einer erblichen Erkrankung bereits bei einer geringen UV-Einstrahlung (Sonneneinstrahlung) zu irreparablen Hautschäden kommt. (Mondscheinkrankheit)

Bei der Xeroderma pigmentosum (kurz XP) handelt es sich um eine erblich bedingte Hauterkrankung, bei der die Haut besonders empfindlich gegenüber UV-Licht reagiert. UV-Strahlung löst bei Betroffenen irreparable Hautschäden aus.
Personen mit Verdacht auf Xeroderma Pigmentosum sollten sich bei einem Facharzt für Dermatologie (Hautarzt) vorstellen.
Xeroderma pigmentosum (auch Mondscheinkrankheit genannt) ist eine seltene, erblich bedingte Hauterkrankung, bei der die Betroffenen unter einer Überempfindlichkeit gegenüber UV-Strahlen leiden.
Da sie sich jedoch nachts, also im „Mondschein“, problemlos im Freien aufhalten können, hat sich über die Jahre die Bezeichnung „Mondscheinkinder“ etabliert.
Die Ursache von Xeroderma Pigmentosum liegt in einem Gendefekt, der autosomal-rezessiv vererbt wird.
Das bedeutet, dass beide Elternteile Träger des defekten Gens sein müssen, welches jeweils an das Kind weitergegeben wird.
Der Defekt betrifft das DNA-Reparatursystem, welches bei gesunden Personen die Schäden, welche vor allem durch UV-B-Strahlen verursacht werden, beheben kann.
Die UV-B-Strahlen führen in der DNA zur Bildung sogenannter Thymidin-Dimere.
Thymidin ist ein Baustein der DNA. Ein Thymidin-Dimer bezeichnet also die Verbindung zweier benachbarter Bausteine. Als Folge wird der betroffene DNA-Abschnitt funktionell inaktiviert.
Im Normalfall wird dieses Problem von Reparaturenzymen erkannt und das Dimer wird herausgeschnitten. Dieser Mechanismus ist bei der Erkrankung Xeroderma Pigmentosum jedoch gestört.
Bereits im Kindesalter wird die Lichtempfindlichkeit der Haut erkennbar. Nach kurzzeitiger Sonnenexposition treten Hautverbrennungen auf, die insbesondere im Gesicht, an Händen und Armen lokalisiert sind (lichtexponierte Areale).
Die sehr trockene Haut kann bräunlich-rote Verfärbungen oder sommersprossenähnliche Flecken aufweisen.
Im Verlauf der Erkrankung kommt es zum vermehrten Auftreten von bösartigen Neubildungen der Haut (Hautkrebs):
Vor allem Letztere zeigen einen sehr aggressiven Verlauf und führen in den meisten Fällen zum frühzeitigen Tod der Betroffenen.
Ein weiteres Organ, welches von Xeroderma Pigmentosum betroffen sein kann, ist das Auge.
Hier äußern sich die Symptome vor allem durch Lichtscheu. Die Patienten entwickeln oft eine chronische Bindehautentzündung (Konjunktivitis) oder eine chronische Hornhautentzündung (Keratitis), die Sehkraft kann mit der Zeit abnehmen.
Auch an den Augen können Tumore auftreten, die häufigsten sind hier die Spinaliome.
Weitere Beschwerden, die Patienten mit Xeroderma Pigmentosum haben können, sind neurologischer Genese, wie zum Beispiel Lähmungen, Bewegungsstörungen oder gar Intelligenzminderung.
In der Regel kann Xeroderma pigmentosum klinisch, also nur anhand der typischen Symptome, diagnostiziert werden.
Eine sichere Diagnose erfolgt durch die Analyse einer Hautprobe. Die entnommenen Zellen werden untersucht und man kann eine Aussage darüber treffen, wie gut diese nach dem Kontakt mit Sonnenlicht DNA-Schäden beheben können (medizinisch: DNA-Reparaturmechanismen).
Mit Hilfe einer Genanalyse kann festgestellt werden, welche Form der Erkrankung vorliegt.
Außerdem besteht die Möglichkeit, Xeroderma Pigmentosum im Rahmen der Pränataldiagnostik bereits beim Embryo zu erkennen.
Xeroderma pigmentosum muss differentialdiagnostisch von folgenden Erkrankungen abgegrenzt werden:
Im Unterschied zu Xeroderma Pigmentosum, treten beim Cockayne-Syndrom keine Verfärbungen der Haut und keine Hauttumore auf.
Die Ursache liegt hier jedoch ebenfalls im Defekt des DNA-Reparaturmechanismus.
Porphyrien sind Krankheiten, die den Stoffwechsel betreffen, genauer gesagt den Abbau des roten Blutfarbstoffs Häm.
Die kutane Porphyrie ist dadurch gekennzeichnet, dass es bei Betroffenen ca. 12–24 h nach der Sonnenexposition zu Schwellungen, Rötungen und Verbrennungen der Haut kommt.
Der Lupus erythematodes ist eine Autoimmunerkrankung, bei der es zu einer überschießenden Reaktion des Abwehrsystems gegen körpereigene Zellen kommt.
Zu den Symptomen gehören Fieber, Abgeschlagenheit und auch Empfindlichkeit gegenüber Sonnenlicht.
Xeroderma pigmentosum ist eine nicht heilbare Krankheit.
Lediglich das komplette Vermeiden von Tageslicht kann die Betroffenen vor den Komplikationen der Erkrankung, also vor Hautkrebs, schützen.
Idealerweise sollten sie sich in Räumen aufhalten, deren Fenster mit einer speziellen UV-Schutzfolie beschichtet sind.
Falls Betroffene tagsüber das Haus verlassen müssen, ist dies nur mit entsprechenden Schutzmaßnahmen möglich:
Die Betroffenen müssen alle drei bis sechs Monate zum Dermatologen, welcher die Haut untersucht und dabei mögliche bösartige Veränderungen der Haut frühzeitig erkennen kann.
Eventuell müssen Vorstufen von Krebs (Präkanzerosen) ausgekratzt werden (Kürettage).
Bei Tumoren kann ein operativer Eingriff notwendig werden.
Eine spezifische medikamentöse Therapie gibt es im Falle von Xeroderma Pigmentosum nicht.
Kommt es im Rahmen der Erkrankung zu Hautverbrennungen und Entzündungen, so ist die Einnahme von schmerzlindernden, entzündungshemmenden Medikamenten ratsam.
Beachte! Schmerzmittel aus der Gruppe der NSAR (nicht-steroidale Antirheumatika), wie z.B. Ibuprofen oder Diclofenac, eignen sich jedoch keinesfalls zur dauerhaften Einnahme.
Xeroderma pigmentosum weist eine sehr ungünstige Prognose auf, da es in der Regel bereits vor dem 20. Lebensjahr zur Entstehung bösartiger Tumore der Haut kommt. Bei Betroffenen ist das Hautkrebsrisiko im Vergleich zur gesunden Bevölkerung um das Tausendfache erhöht.
Wenn die Erkrankung früh erkannt wird, die notwendigen Schutzmaßnahmen konsequent angewandt und auch die regelmäßigen Kontrolltermine beim Dermatologen wahrgenommen werden, kann die Lebenserwartung positiv beeinflusst werden.
Durch Xeroderma Pigmentosum wird der Alltag der Betroffenen erheblich eingeschränkt und die Lebensqualität deutlich verringert.
Durch die Überempfindlichkeit gegenüber UV-Strahlen kommt es bereits bei minimaler Sonnenexposition zu Verbrennungen auf der Haut, die mit Blasen- und anschließender Narbenbildung einhergehen.
Die Haut der Patienten weist zahlreiche Verfärbungen und Vernarbungen auf, sie ist trocken und altert schnell.
Die Haut kann sich außerdem entzünden.
Im Verlauf der Erkrankung entstehen oft bösartige Tumore (Hautkrebs), häufig geschieht dies bereits im Kindes- oder Jugendalter.
Nicht zu unterschätzen ist ebenfalls die psychische Belastung, die mit der Krankheit einhergeht. Oft entwickeln die Patienten durch ihre Beschwerden ein niedriges Selbstwertgefühl und leiden durch die dauerhafte Isolation und Abschottung an teils schwergradigen depressiven Verstimmungen.
Xeroderma Pigmentosum ist eine Krankheit, die nicht geheilt werden kann.
Die therapeutischen Maßnahmen zielen darauf ab, die Beschwerden der Betroffenen zu lindern, der Entstehung von Hautkrebs möglichst vorzubeugen und somit die Lebenserwartung der Patienten zu erhöhen.
Die Betroffenen können lediglich ihr Hautkrebsrisiko reduzieren, indem sie auf die Einhaltung spezieller Schutzmaßnahmen achten.
Idealerweise sollte das Tageslicht komplett gemieden werden. Ist dies nicht möglich, so sollte eine UV-Strahlenexposition nur mit spezieller Kleidung, UV-Brille und sehr hohem Lichtschutzfaktor erfolgen.
Die Einnahme so genannter Retinoide (Medikamente, die mit dem Vitamin A verwandt sind) kann dabei helfen, die Entstehung neuer Hauttumore etwas zu verzögern. Da hierfür jedoch viel höhere Dosen nötig sind als im Normalfall, wird diese Behandlung von vielen Betroffenen nicht vertragen.
Paare mit Kinderwunsch, bei denen der Gendefekt bekannt ist, sollten sich vor der Schwangerschaft vom Frauenarzt beraten lassen.
Die durchschnittliche Lebenserwartung bei Xeroderma Pigmentosum ist deutlich reduzier und beträgt im Durchschnitt nur 30 Jahre.
Individuell kann die Lebenserwartung jedoch deutlich höher ausfallen.
Xeroderma pigmentosum (auch Mondscheinkrankheit genannt) ist eine seltene, erblich bedingte Hauterkrankung, bei der die Betroffenen unter einer Überempfindlichkeit gegenüber UV-Strahlen leiden.
Da sie sich jedoch nachts, also im „Mondschein“, problemlos im Freien aufhalten können, hat sich über die Jahre die Bezeichnung „Mondscheinkinder“ etabliert.