Furunkel, wenn es zu einer Art Abszessbildung kommt, die zu einer eitrigen Entzündung des Haarfollikel (Haarwurzel) und Umgebung führt.

Der Furunkel bezeichnet eine tiefe eitrige Entzündung eines Haarfollikels, zum Teil mit Ausbreitung auf das umgebende Unterhautgewebe. Dieser imponiert in der Regel als stark druckschmerzhafter, geröteter Abszess. Es handelt sich dabei um eine eitrige Hautentzündung, ausgelöst durch Bakterien. Optisch ähnelt ein Furunkel einem vergrößertem Eiterpickel, er ist jedoch schmerzhafter und liegt in tieferen Hautschichten. Meist heilt ein Furunkel von alleine.
Ein Furunkel an sich ist erst einmal nichts Gefährliches.
Kommt es jedoch zu einem vermehrten Auftreten von Furunkeln, sollte dies ärztlich abgeklärt werden.
Im Falle von Fieber, Schüttelfrost oder Abgeschlagenheit besteht die Gefahr einer gefährlichen Ausbreitung der Entzündung. In diesem Fall muss sofort ein Arzt aufgesucht werden.
Mit einem Abszess muss man nicht sofort zum Arzt. In vielen Fällen kommt es zu einer eigenständigen Öffnung.
Falls eine Behandlung notwendig wird!
Für die fachgerechte Behandlung eines Furunkels sollten die Betroffenen einen Hautarzt, also einen Facharzt für Dermatologie, aufsuchen.
Achtung! Kommt es bei Dir aufgrund des Furunkels zusätzlich zu Fieber, Schüttelfrost oder einem allgemeinen Krankheitsgefühl, musst Du umgehend zum Arzt!
Bei einem Furunkel handelt es sich um eine bakterielle Entzündung eines Haarfollikels, welche meist durch den Erreger Staphylococcus aureus hervorgerufen wird.
Seltener sind Streptokokken, gramnegative Bakterien oder Pilze für die Entzündung verantwortlich.
Staphylococcus aureus ist ein Bakterium, welches sich auch bei vielen Gesunden auf der Haut und auf Schleimhäuten befindet, ohne Beschwerden zu verursachen.
Ist jedoch das Immunsystem des Wirts geschwächt, kann der Erreger eine Infektion hervorrufen. Daraus kann man schlussfolgern, dass Patienten, deren Immunantwort im Rahmen einer Grunderkrankung (schlecht eingestellter Diabetes mellitus, chronische Infektionen, Leukämie, HIV) oder wegen der Einnahme immunsuppressiver Medikamente (Kortison, Chemotherapeutika) herabgesetzt ist, ein größeres Risiko für die Entwicklung von Furunkeln aufweisen.
Gleiches gilt für Patienten, welche eine Neigung zu allergischen Krankheiten (Atopie) haben.
Weitere Risikofaktoren für die Entstehung von Furunkeln sind das Leben in feuchtwarmen Klimazonen, das Tragen von eng anliegender, reibender Kleidung sowie mangelnde Körperhygiene.
Furunkel treten an behaarten Hautstellen auf (vornehmlich: Intimbereich, Po, Oberschenkel, Achsel, Gesicht)
In der Regel kann ein Arzt die Diagnose bereits nach dem Patientengespräch (Anamnese) und der körperlichen Untersuchung stellen.
Wenn der Betroffene berichtet, öfters solche Furunkel an sich beobachtet zu haben, wenn sich gleichzeitig mehrere Furunkel gebildet haben oder Komplikationen auftreten, sind weitere Untersuchungen indiziert.
Dazu gehört zum einen ein Abstrich, um den Erreger identifizieren und ein spezifisches Antibiotikum verschreiben zu können.
Zum anderen kann anhand einer Blutuntersuchung das Entzündungsgeschehen im Körper kontrolliert werden.
Ein Furunkel ist eine kirschkern- bis walnussgroße rötliche Schwellung unter der Haut. In der Mitte des Furunkels kann gelber Eiter durch die Haut durchschimmern.
Es müssen mehrere Hauterkrankungen von einem Furunkel abgegrenzt werden.
Achtung! Finger weg vom Furunkel/ Nicht herumdrücken. Ansonsten kann sich das Furunkel auf umliegende Strukturen ausbreiten und schwere Komplikationen verursachen.
Bei der Behandlung eines Furunkels stehen Ruhigstellung und Vermeidung der Manipulation im Vordergrund, um eine mögliche Verschleppung der Erreger zu umgehen.
Furunkel haben in der Regel eine hohe Tendenz zur spontanen Abheilung.
Um diesen Prozess zu unterstützen, können lokal desinfizierende Lösungen aufgetragen werden. Zur Reifung der Furunkel ist die Anwendung von Zugsalben indiziert.
Wenn der Furunkel jedoch nicht von selbst wieder verschwindet, sehr schmerzhaft ist oder wenn Komplikationen auftreten (z. B. die Bildung eines Karbunkels = Zusammenschluss mehrerer Furunkel), sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.
In ärztlicher Behandlung wird oftmals eine antibiotische Therapie eingeleitet. Bei ausgeprägten Befunden oder Furunkeln/Karbunkeln, die im Gesicht auftreten, ist eine intravenöse Antibiotikatherapie indiziert, um weitere Komplikationen zu vermeiden.
Wenn konservative Methoden nicht ausreichen, können auch invasive Therapieoptionen erwogen werden.
Immer wiederkehrende Furunkel können einen Hinweis auf eine bestehende Grunderkrankung, wie zum Beispiel Diabetes, chronische Infektionen, Blutkrebs (Leukämie) oder gar HIV, darstellen.
In solchen Fällen sollte sich der Fokus also auf die Behandlung der Grunderkrankung richten.
Insbesondere bei Furunkeln im Gesichtsbereich, im Bereich der Nase oder der Oberlippe, ist Vorsicht geboten.
Wenn hier Erreger verschleppt werden und in die Blutbahn gelangen, besteht das Risiko einer möglicherweise lebensgefährlichen Sinusvenenthrombose.
Bei betroffenen Patienten ist eine intravenöse Antibiotikatherapie also in der Regel unabdingbar.
Mittel der ersten Wahl sind Antibiotika aus der Gruppe der Cephalosporine.
Wurde die Infektion durch Streptokokken verursacht, kommt Penicillin G zum Einsatz.
Bei einer Penicillinallergie greift man zu Clindamycin.
Die Empfehlungen bezüglich der Anwendung von Hausmitteln bei Furunkeln sind von Quelle zu Quelle unterschiedlich.
Hinweis! Es empfiehlt sich immer, die Verträglichkeit vor Gebrauch an einer kleinen, wenig empfindlichen Stelle auf der Haut zu testen.
Eine Operation ist bei Furunkeln selten notwendig.
Eine Indikation kann die starke Ausbreitung der Entzündung ins umliegende Gewebe sein.
In diesem Fall sollte eine chirurgische Sanierung des Gewebes erfolgen, um die Verbreitung der Infektion zu unterbinden und die Ausheilung zu fördern.
Bei großen, zu Karbunkeln konfluierenden (mehrere Furunkel zu einem Karbunkel) oder stark entzündeten Furunkeln sowie bei Furunkeln, die immer wiederkehren, ist meist eine Spaltung durch den behandelnden Arzt indiziert.
Diese Stichinzision ist ein kleiner Eingriff, der bei Bewusstsein unter sterilen Bedingungen durchgeführt wird.
Der Arzt setzt dabei einen sehr kleinen Schnitt, der die Eiterentleerung ermöglicht. Eine Operation im wahrsten Sinne des Wortes ist dieser Eingriff aber nicht.
Furunkel zeigen in aller Regel einen komplikationslosen Verlauf und heilen von selbst unter Ausbildung einer kleinen Narbe aus.
In seltenen Fällen kommt es durch die Konfluenz mehrerer nebeneinander liegenden Furunkeln zur Bildung eines Karbunkels, der unbedingt einer fachgerechten Behandlung durch den Hautarzt (Dermatologen) bedarf.
Ein Arzt sollte ebenfalls aufgesucht werden, wenn Furunkel immer wiederkehren, besonders groß und schmerzhaft sind oder wenn Komplikationen absehbar sind, zum Beispiel beim Auftreten im Gesichtsbereich.
Möglicherweise können Betroffene begleitende Allgemeinsymptome, wie zum Beispiel Müdigkeit, Abgeschlagenheit oder sogar Fieber, bemerken.
In den meisten Fällen ist dies jedoch nicht der Fall und die Betroffenen sind durchgehend symptomlos.
Komplikationen entstehen nur, wenn am Furunkel selbst herumgedrückt wird.
Allgemein, aber insbesondere auch bei Furunkeln an der Nase und an der Oberlippe, sollte daher unbedingte auf das eigenständige Ausdrücken oder Aufstechen des Hautbefundes verzichtet werden.
Dadurch kann es nämlich zu unerwünschten, zwar seltenen, aber dennoch schwerwiegenden Komplikationen kommen, welche die Prognose verschlechtern.
Durch Verschleppung der Erreger über Blut- und Lymphgefäße kann sich eine Entzündung der Lymphbahnen und -knoten (Lymphangitis, Lymphadenitis) entwickeln sowie im schlimmsten Fall eine Blutvergiftung (Sepsis).
Mögliche Komplikationen durch Verschleppung von Bakterien im Gesichtsbereich sind eine Entzündung der Hirnhäute (Meningitis), der Augenhöhle (Orbitaphlegmone) sowie die Bildung von lebensgefährlichen Blutgerinnseln, welche wichtige Gefäße im Schädelinneren verstopfen können (Sinusvenenthrombose).
Es ist schwierig, die Dauer der Heilung eines Furunkels pauschal zu nennen.
Der Heilungsprozess hängt nämlich
Man kann jedoch sagen, dass sich Furunkel in der Regel innerhalb von Stunden bis Tagen entwickeln und innerhalb weniger Wochen narbig ausheilen.
Die Heilung erfolgt entweder, nachdem der Eiter aus dem Furunkel ausgetreten ist, oder in manchen Fällen auch, ohne dass sich der Furunkel entleert hat. Der Eiter wird dann vom Körper abgebaut.
Wird vom behandelnden Arzt eine Stichinzision zur Entlastung durchgeführt, wird damit auch der Heilungsprozess etwas beschleunigt.
Wird nur eine konservative Therapie mit antiseptischen Umschlägen und Zugsalben durchgeführt, verzögert sich die Heilung ein wenig.
Beachte! Die Wahl der Behandlung sollte sich jedoch nach dem jeweiligen Befund und der daraus resultierenden Indikation richten.
Es gibt einige Maßnahmen, um einen Furunkel vorzubeugen.
Die wichtigsten prophylaktischen Maßnahmen, um einem Furunkel vorzubeugen, betreffen eine gute Körperhygiene:
Insbesondere wenn man sich in Gebieten mit sehr feuchtem, warmem Klima aufhält, sollte man auf das Tragen von lockerer Kleidung achten, welche die Haut nicht reizt.
Patienten, die unter bekannten Stoffwechselkrankheiten, wie zum Beispiel Diabetes mellitus, leiden, sollten auf eine gut eingestellte Therapie achten.
Wichtig! Um Komplikationen zu vermeiden, sollte auf jeden Fall jegliche Manipulation der Furunkel unterlassen werden.
Prinzipiell ist eine Ansteckung im Falle eines Furunkels nicht undenkbar, aber eher selten.
Wie bereits erwähnt, handelt es sich dabei um eine bakterielle Infektion, welche durch natürlicherweise auf der Haut des Betroffenen vorhandene Erreger verursacht werden kann.
Neben dieser sogenannten Eigeninfektion ist jedoch auch die Möglichkeit einer Schmierinfektion gegeben.
In diesem Fall werden die verantwortlichen Bakterien über direkten Hautkontakt mit anderen Betroffenen oder über kontaminierte Gegenstände auf die Haut des Patienten übertragen.
Durch kleinste Verletzungen (sogenannte Mikrotraumata) gelangen die Erreger in die Haut und können dort die Infektion auslösen.
Es gibt einige Bereiche des menschlichen Körpers, an denen Furunkel bevorzugt auftreten können.
Diese bezeichnet man im medizinischen Sprachgebrauch als Prädilektionsstellen.
Dazu gehören:
Auf keinen Fall!
Man sollte ein Furunkel auf keinen Fall selbst ausdrücken oder aufstechen.
Dies kann nämlich dazu führen, dass die Erreger über die Blutbahn oder über Lymphbahnen verschleppt werden und eine Infektion hervorrufen.
Im schlimmsten Fall kann eine Blutvergiftung (Sepsis) entstehen, welche sich durch Symptome wie Fieber, Kreislaufentgleisung, niedrigem Blutdruck, Atembeschwerden sowie zu hoher Herzfrequenz äußert und eine für den Patienten lebensgefährliche Situation darstellt.
Diese Komplikation ist zwar sehr selten, man sollte es jedoch nicht darauf ankommen lassen, indem man unter unsterilen Bedingungen Manipulationen am Furunkel vornimmt.
Besonders vorsichtig sollte man auch bei Furunkeln und Karbunkeln im Gesicht sein, zum Beispiel an der Nase oder der Oberlippe.
Wenn in diesem Bereich Bakterien verschleppt werden, besteht die Gefahr einer Entzündung der Hirnhäute (Meningitis) oder der Augenhöhle (Orbitaphlegmone) und der Bildung von lebensgefährlichen Blutgerinnseln in großen venösen Gefäßen (Sinusvenenthrombose).
Beachte! Sowohl Hausmittel als auch homöopathische Mittel haben jedoch ihre Grenzen. Bei großen, schmerzhaften Befunden, die über einen längeren Zeitraum ohne Besserung bestehen oder immer wieder auftreten, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden. Dasselbe gilt, wenn der Patient über Allgemeinsymptome wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und Fieber klagt.