Eingewachsener Nagel, wenn der Nagel in die seitliche begrenzende Haut einwächst.

Wächst die Nagelplatte seitlich in die daneben liegende Haut (den Nagelwall) ein, so spricht man von einem eingewachsenen Nagel. Betroffen ist davon am häufigsten die Großzehe. Oftmals ist ein eingewachsener Nagel auch entzündet, weil durch den Hautdefekt Bakterien eindringen können. Eingewachsene Nägel sind eine oft wiederkehrende Problematik, die konsequent behandelt werden sollte.
Ein eingewachsener Nagel ist an sich zunächst nicht gefährlich. Bei ausbleibender Behandlung kann sich daraus jedoch eine Infektion entwickeln.
Es kommt dabei zu einer Entzündung des gesamten Zehs inklusive Nagelbetts.
In sehr schweren, aber zum Glück sehr seltenen Fällen (schwere Infektion) kann es zu einem Verlust der Zehe kommen.
Bei starken Schmerzen, Rötung und Schwellung des Nagels sollte ein Arzt aufgesucht werden.
Kommt es aufgrund eines eingewachsenen Nagels zu Fieber, muss umgehend ärztliche Hilfe hinzugezogen werden.
Die fachgerechte Behandlung eines eingewachsenen Nagels sollte durch einen Hautarzt, also durch einen Facharzt für Dermatologie, erfolgen.
Bei einem eingewachsenen Nagel, in medizinischer Fachsprache auch als Unguis incarnatus bezeichnet, wächst die Nagelplatte in den sogenannten Nagelwall, also in das seitlich umgebende Gewebe.
Durch somit entstandene Druckschäden bilden sich kleinste Eintrittspforten für Bakterien, welche eine lokale Entzündungsreaktion verursachen können.
Darüber hinaus kommt es an diesen Stellen zur Bildung von Granulationsgewebe als Ausdruck der dauerhaften Reizung und Entzündung.
Eingewachsene Nägel kann man am häufigsten an den Großzehen beobachten, seltener an den Fingern.
Der Entstehung eines eingewachsenen Nagels können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Dazu gehört zum Beispiel eine inkorrekte Nagelpflege mit zu kurz geschnittenen Nagelrändern, welche dadurch leichter in das umliegende Gewebe reinwachsen können.
Eine weitere Ursache kann zu enges Schuhwerk sein, das beim Tragen dauerhaft Druck ausübt und durch die erzeugte Enge das Einwachsen der Nägel in das umliegende Gewebe begünstigt.
Weitere Risikofaktoren sind übermäßiges Schwitzen an den Füßen und bestimmte angeborene Nagelwuchsformen.
Außerdem fördern Übergewicht (Adipositas), Diabetes mellitus und andere Begleitkrankheiten, welche zu Wassereinlagerungen in den Füßen führen können (wie zum Beispiel eine Herzinsuffizienz oder Niereninsuffizienz), die Entstehung von eingewachsenen Nägeln.
Für die Diagnose eines eingewachsenen Nagels reichen in den meisten Fällen bereits das Patientengespräch (Anamnese), in dem nach den Symptomen und möglichen Risikofaktoren für die Entstehung gefragt wird, sowie die klinische Untersuchung in der Regel aus.
In seltenen Fällen schließen sich daran weitere Untersuchungen an.
Darunter fallen beispielsweise eine Blutentnahme, um das Entzündungsgeschehen im Körper anhand bestimmter Parameter zu kontrollieren, oder ein Abstrich zur Bestimmung des Erregers bei einer bakteriellen Superinfektion.
Mithilfe eines Abstrichs kann außerdem auch eine Pilzinfektion als mögliche Differentialdiagnose ausgeschlossen werden.
Bei einem eingewachsenen Nagel kommt es zur Rötung und Schwellung im betroffenen Bereich. Im Prozess der Hauterneuerung kann es zu Hautwucherung kommen, die wie kleine Körnchen aussehen.
Zu den Erkrankungen, an die bei einem entzündeten eingewachsenen Nagel differentialdiagnostisch gedacht werden sollte, gehören entzündlich-rheumatische Erkrankungen, wie zum Beispiel die Psoriasis vulgaris (welche oftmals mit Nagelveränderungen einhergeht) sowie Tumore und Metastasen, wie zum Beispiel das akrolentiginöse Melanom.
Dies ist ein Subtyp des Malignen Melanoms, welches sich unter anderem an Fingern, Zehen und subungual (unter den Nägeln) manifestiert.
Darüber hinaus ist die Onychomykose davon abzugrenzen, also eine chronische, progredient den Nagel zerstörende Pilzinfektion der Finger- und Zehennägel.
Eine weitere Differentialdiagnose ist die Paronychie (Entzündung des Nagelwalls eines Finger- oder Zehennagels) im Rahmen einer Herpes-simplex-Infektion.
Im Allgemeinen sind bei einem eingewachsenem Nagel, je nach Beschwerdebild, konservative und operative Therapiemöglichkeiten denkbar.
Im Anfangsstadium sowie bei nur milden Beschwerden ist die Anwendung antiseptischer Jod-Salben indiziert.
Im Vorfeld empfiehlt sich meistens ein Fußbad, um das Gewebe aufzuweichen.
Weitere Optionen im Rahmen einer konservativen Behandlung sind Tamponaden, Zugverbände aus Pflaster (Tapes) sowie Nagelkorrekturspangen, die dabei helfen sollen, den Nagel wieder frei wachsen zu lassen.
Hierfür sollte ein medizinischer Fußpfleger (Podologe) aufgesucht werden.
Kommt es trotz dieser Therapieversuche zum Fortschreiten der Entzündung oder zu Rezidiven, sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt ein operatives Vorgehen erwogen werden. (siehe Operation)
Hausmittel können bei einem eingewachsenen Nagel im Anfangsstadium helfen.
Dabei sollte der Fokus insbesondere auf eine korrekte Fußpflege gelegt werden, um Entzündungen vorzubeugen.
Bei leichter Entzündung des Nagelwalls können lokal Wundsalben aufgetragen werden, welche die entzündungshemmend wirkende Zaubernuss (Hamamelis) enthalten.
Auch Fußbäder mit Kräuterzusätzen können zur Linderung der Symptome beitragen. Dazu geeignet sind zum Beispiel Ringelblume, Sanddorn, Kamille oder Teebaumöl.
Beim Teebaumöl ist jedoch Vorsicht geboten, da es die Haut unter Umständen stark reizen und Hautausschläge hervorrufen kann.
Deswegen sollte es nur gering dosiert werden und vor der Anwendung an einer weniger empfindlichen Hautstelle auf seine Verträglichkeit geprüft werden.
Beachte! Die Behandlung mithilfe von Hausmitteln ist jedoch umstritten. Es ist ratsam, bei Entzündungszeichen einen medizinischen Fußpfleger aufzusuchen, um eine fachgerechte Therapie zu gewährleisten und somit Komplikationen zu vermeiden.
Eine Operation sollte in Absprache mit dem behandelnden Arzt dann erwogen werden, wenn:
In Lokalanästhesie werden die eingewachsenen Nagelecken und das gebildete Granulationsgewebe entfernt, anschließend wird ein Verband angelegt und die Wunde regelmäßig kontrolliert.
Bei ausgeprägten Befunden und Rezidivgefahr (Gefahr von Wiederauftreten) ist das Standardverfahren der chirurgischen Therapie die sogenannte Emmert-Plastik (Nagelkeilexzision) mit lateraler Exzision des Nagels und Entfernung der Nagelmatrix.
Für die Nagelkeilexzision ist keine Vollnarkose notwendig, eine örtliche Betäubung des Fußes ist ausreichend.
Um eine zu starke Blutung während des Eingriffs zu verhindern, werden die Blutgefäße am betroffenen Zeh bzw. Finger mithilfe einer aufblasbaren Manschette abgedrückt.
Bei der Operation werden das laterale Nageldrittel sowie die Nagelmatrix keilförmig exzidiert (Gewebe entfernt). Die Entfernung der Nagelmatrix ist dahingehend wichtig, dass es später nicht zu Rezidiven (Wiederauftreten) kommt.
Die Zellen der Matrix sind nämlich für das kontinuierliche Nachwachsen des Nagels zuständig.
Nach sorgfältiger Blutstillung wird ein steriler Verband angelegt, unter dem die Wunde verheilen kann. Diese wird in den meisten Fällen also nicht vernäht.
Nach der Operation folgen Wundkontrollen und Verbandswechsel in regelmäßigen Abständen. Sollte der Patient über postoperative Schmerzen klagen, ist die Einnahme von Analgetika (schmerzlindernden Medikamenten) indiziert.
Dazu gehören schwach wirksame Opioide am ersten Tag post-OP und nicht-steroidale Antirheumatika (ASS, Ibuprofen, Diclofenac) in den Tagen danach.
Bei entzündlichem Ausgangsbefund wird eine perioperative Antibiotika-Prophylaxe empfohlen, um einer weiteren Entzündung vorzubeugen.
Die Dauer des Heilungsprozesses nach der Operation beträgt circa zwei Wochen.
Zu den etwaigen Risiken des Eingriffs gehören Komplikationen wie Wundheilungsstörungen, Wundinfektionen, Nachblutungen oder Nervenschädigungen während der OP.
Darüber hinaus besteht die geringe Möglichkeit, dass beim Eingriff die Sehne des langen Zehenstreckers verletzt wird und der Zeh im Nachhinein nicht mehr richtig angehoben werden kann.
Die Operateure bringen jedoch in der Regel genug Erfahrung mit sich, um diese Risiken so gering wie möglich zu halten.
Die Kosten der Emmert-Plastik werden in aller Regel von den Krankenkassen übernommen.
Die Dauer des Heilungsprozesses bei einem eingewachsenen Nagel kann nicht pauschal festgelegt werden.
Unterschiedliche Faktoren beeinflussen den Verlauf der Erkrankung.
Dazu gehören
Bei der konservativen Behandlung kann der Zeitraum bis zur vollständigen Heilung Wochen bis Monate dauern.
Ein operatives Vorgehen verspricht eine sofortige Linderung der Beschwerden. In der Regel beträgt die Heilungsdauer nach dem Eingriff circa zwei Wochen.
Bei einem eingewachsenem Nagel kann zwischen 3 Stadien unterschieden werden:
Ja, das Tapen ist eine konservative Therapiemöglichkeit, die bei leichten Beschwerden durch einen eingewachsenen Nagel rasch eine Linderung der Symptomatik verspricht.
Dabei wird der Nagelwall mithilfe spezieller Pflaster unter Zug nach unten außen geklebt, so dass der Nagel wieder Platz zum Wachsen bekommt.
Danach verspüren die Betroffenen oftmals eine sofortige Besserung der zuvor empfundenen Schmerzen.
Die Pflasterstreifen sollten alle zwei Stunden aufgefrischt werden.
Bei nur leichten Beschwerden sind warme, seifenhaltige Fußbäder indiziert, um das Gewebe aufzuweichen.
Anschließend können die betroffenen Stellen einfacher mithilfe von Salben oder Pflastern versorgt werden, da sich der Nagelwall besser vom Nagelrand wegschieben lässt.
Davor sollte der Fuß jedoch gut abgetrocknet werden.
Die Salben, welche anschließend aufgetragen werden, enthalten unter anderem den Wirkstoff Povidon-Jod, der antiseptisch und antientzündlich wirkt und die Heilung der wunden Stelle unterstützt.
Die Wirksamkeit der Zugsalbe wird vor allem im Zusammenhang mit einer Nagelbettentzündung diskutiert.
Bei einem eingewachsenen Nagel hat sich die Benutzung der Zugsalbe jedoch nicht bewährt.
Wie bereits erwähnt, sollte bei einem leicht entzündeten eingewachsenen Nagel ohne starker Begleitsymptomatik ein medizinischer Fußpfleger (Podologe) aufgesucht werden, der eine konservative Behandlung einleiten kann.
Sollte die Entzündung trotz konservativer Therapie weiter voranschreiten oder wiederkehren, ist ein Arztbesuch unabdingbar.
Bei Babys liegt die Ursache für einen eingewachsenen Nagel eher selten in einer falschen Nagelpflege oder in zu engem Schuhwerk.
Oftmals ist die Prädisposition angeboren, hier ist es also besonders hilfreich, die Familienanamnese (Vorerkrankungen in der Familie) zu erheben.
Weitere Hinweise, die darauf deuten, dass die Erkrankung vererbt wurde, ist das multiple Auftreten von eingewachsenen Nägeln oder das Vorhandensein weiterer Fehlbildungen.
Diese Faktoren lassen an eine syndromale Erkrankung denken.
Bis zum Alter von zwei Jahren empfiehlt sich eine operative Korrektur des eingewachsenen Nagels.
Die Dauer des Heilungsprozesses ist individuell unterschiedlich und abhängig vom allgemeinen Gesundheitszustand des Babys.
Bei einem eingewachsenen Nagel, in medizinischer Fachsprache auch als Unguis incarnatus bezeichnet, wächst die Nagelplatte in den sogenannten Nagelwall, also in das seitlich umgebende Gewebe.
Durch somit entstandene Druckschäden bilden sich kleinste Eintrittspforten für Bakterien, welche eine lokale Entzündungsreaktion verursachen können.
Darüber hinaus kommt es an diesen Stellen zur Bildung von Granulationsgewebe als Ausdruck der dauerhaften Reizung und Entzündung.
Eingewachsene Nägel kann man am häufigsten an den Großzehen beobachten, seltener an den Fingern.