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pfeilWas ist das?

Beim seborrhoischen Ekzem, auch seborrhoische Dermatitis genannt, handelt es sich um eine chronisch-entzündliche Erkrankung der Haut. Hierbei kommt es zu einem schuppenden, gelblichen Hautausschlag, besonders an talgdrüsenreichen Hautregionen. Die Erkrankung ist nicht ansteckend.

Zusammenfassung Seborrhoisches Ekzem

  • Die Ursachen sind bis heute nicht abschließend geklärt.
  • Ein seborrhoisches Ekzem verläuft chronisch.
  • Es kommt zu einem rötlichen Hautausschlag mit Schuppenbildung, meisten im Bereich der Kopfhaut.
  • Die Therapie besteht aus Hautpflege, Entzündungshemmung und Pilzbekämpfung.
  • Durch die gestörte Hautbarriere können Erreger einfacher Infektionen auslösen.
Epidemiologische FaktenHäufigkeit~ 1 - 5 %
Alters FaktenAlter~ 18 - 40
Geschlecht FaktenGeschlechtw < m
pfeilWann zum Arzt?

Ein seborrhoisches Ekzem ist kosmetisch störend, es geht jedoch keine Gefahr davon aus.

Durch die Erkrankung können jedoch Bakterien die betroffene Stelle infizieren. 

Bei Verdacht auf ein seborrhoisches Ekzem reicht zunächst ein Besuch beim Hausarzt aus. Der Hausarzt entscheidet je nach Befund, ob eine Überweisung zum Hautarzt (Dermatologen) sinnvoll und notwendig ist.

pfeil

Was genau ist das?

Ein seborrhoisches Ekzem ist ein chronischer, entzündlicher, nicht ansteckender Hautausschlag, der besonders im Gesicht und auf der Kopfhaut auftritt.

Die Haut ist fettig, entzündlich gerötet und es können gelbliche Schuppen auftreten.
Das seborrhoische Ekzem tritt in der Regel im Bereich der Talgdrüsen und Haarwurzeln auf.

Bei Säuglingen ist der sogenannte Milchschorf oder Kopfgneis auch eine Form des seborrhoischen Ekzems, er tritt meist auf der Kopfhaut auf und bildet sich bis zum sechsten Monat meist von alleine wieder zurück.
Der Milchschorf entsteht durch eine Überproduktion der Talgdrüsen, da sich das Hormonsystem des Säuglings nach Geburt erst noch umstellen muss. In den meisten Fällen verschwindet der Milchschorf spätestens bis zum zweiten Lebensjahr vollständig. Dazwischen kann es Episoden geben, in denen sich die Schuppung verstärkt, oftmals ist sie aber einmalig vor dem dritten Lebensmonat aufgetreten und verschwindet dann komplett.

Tritt das seborrhoische Ekzem hingegen im Jugend- oder Erwachsenenalter erstmals auf, so kann es wiederkehren.

Mit der richtigen Behandlung ist das seborrhoische Ekzem in der Regel gut in den Griff zu bekommen.

Das seborrhoisches Ekzem hat schwankende Erkrankungsphasen, es kann sich zurückbilden und wieder aufflammen.
Nur selten verursacht das seborrhoische Ekzem einen Juckreiz.

pfeil

Einteilung & Formen

Es können vier Formen des seborrhoischen Ekzems unterschieden werden

  1. Seborrhoische Ekzematid
  2. Herdförmige seborrhoische Ekzem
  3. Disseminierte seborrhoische Ekzem
  4. Pityriasiforme seborrhoische Ekzem

1. Das seborrhoische Ekzematid ist durch eine mildere Verlaufsform geprägt.
Oftmals ist die lokale Schuppung und verminderte Pigmentierung (Hypopigmentierung der Haut) ein Anzeichen der Form des Seborrhoische Ekzematid.

2. Das herdförmige seborrhoische Ekzem hat eine heftigere Symptomatik im Vergleich zu anderen Formen. Die betroffenen Hautstellen imponieren durch eine deutlich sichtbare Rötung, herdförmig, fleckenhaft und die Haut ist unregelmäßig gelb-weißlich geschuppt.
Das herdförmige seborrhoische Ekzem kehrt häufig wieder und verläuft oftmals chronisch.

3. Das disseminierte seborrhoische Ekzem kann weniger heftig bis akut heftig verlaufen. 
Die betroffenen Hautstellen sind meistens großflächig gerötet, zusammenfließend gerötet (in der Fachsprache als konfluieren bezeichnet), schuppig, symmetrisch und in einigen Fällen auch nässend, verkrustet.

4. Das pityriasiforme seborrhoische Ekzem ist meistens am Rumpf lokalisiert und ähnelt sehr der sogenannten „Röschenflechte“ (Pityriasis rosea).
Die geröteten Hautstellen sind häufig rund-oval begrenzt und ebenfalls zusammenfließen (konfluierend).

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Ursachen Seborrhoisches Ekzem

  • Unklare Ursache – Die Ursachen für die Entstehung eines seborrhoischen Ekzems sind bis heute noch unklar.
  • Vermutung – Vermutet werden eine genetische Veranlagung, eine übermäßige Talgproduktion, oder eine übermäßige Besiedlung der Haut mit Hefepilzen.
    • Die Erneuerung der Haut ist bei den Betroffenen gestört.

Vermutete Auslöser

Die Ursache des seborrhoischen Ekzems ist nicht ganz geklärt.

Mögliche Faktoren, die zum Krankheitsentstehung beitragen können, sind:

  • familiäre Veranlagung (Vererbung)
  • männliches Geschlecht
  • Schwächung des Immunsystems oder Erkrankungen des Immunsystems,
  • vermehrte Talgproduktion,
  • gestörte Hautschuppung oder Hauterneuerung
  • und eine dichte Besiedelung der Haut mit Hefepilzen, auf die das Immunsystem reagiert.
    Ein seborrhoisches Ekzem kann allerdings auch ohne Besiedelung der Haut durch Hefepilze.

Patienten mit Parkinson oder Immunerkrankungen wie zum Beispiel AIDS sind meistens häufiger von der Erkrankung betroffen.

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Symptome Seborrhoisches Ekzem

Am häufigsten ist die Kopfhaut von einem Ausschlag der Haut betroffen, aber auch das Gesicht 

  • Hautausschlag – Typisch für ein seborrhoisches Ekzem sind klar begrenzte Rötungen der Haut, auf denen sich gelbliche Schuppen bilden.
    • In manchen Fällen können sich die entzündeten Stellen mit Bakterien oder Pilzen infizieren.
  • Kein Juckreiz – Die betroffenen Hautstellen verursachen nur in seltenen Fällen Juckreiz.
  • Keine Schmerzen – Schmerzen bestehen keine.

Der Hautausschlag

Ein seborrhoisches Ekzem macht sich meistens durch einen gelblich oder weißlich schuppenden Hautausschlag mit Rötung der Haut bemerkbar.
Die Haut um und unter den Schuppen kann gerötet sein.

In seltenen Fällen tritt Juckreiz auf oder es kommt zu einem Haarausfall nach einem seborrhoischen Ekzem.

Zu den üblichen Lokalisationen gehören die Talgdrüsen von Gesicht, Kopfhaut, Hals, Brustbereich und Rücken.
Bei Säuglingen ist meistens die Kopfhaut betroffen, hier ist das seborrhoisches Ekzem auch als umgangssprachlich genannter „Milchschorf“ oder „Kopfgneis“ bekannt.
In sehr seltenen Fällen kann das seborrhoisches Ekzem auch am Körperstamm oder im Windelbereich auftreten.

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Diagnose Seborrhoisches Ekzem

  • Blickdiagnose – Der Arzt betrachtet zunächst die betroffenen Hautareale, anhand der typischen Lokalisationen und der typischen äußeren Erscheinung erkennt er die Erkrankung.
  • Biopsie– In seltenen Fällen kann eine Hautbiopsie entnommen werden, bei der typische Veränderungen unter dem Mikroskop zu beobachten sind.

Der behandelnde Arzt erkennt ein seborrhoisches Ekzem anhand der Anamnese  (Befragung des Patienten bezüglich Beginn, Symptome, Dauer der Erkrankung und so weiter), der Lokalisation und des klinischen Bildes.

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Bilder

Ein seborrhoisches Ekzem tritt in Erscheinung als erhabene (tastbare), rötliche Hautflecken, welche mit gelblich, fett glänzenden Schuppen besetzt sind.
Vor allem Kopf und Gesicht sind von einem seborrhoischen Ekzem betroffen.

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Differenzialdiagnose

Bei unklarem Ausschlag oder Verdacht auf ein seborrhoisches Ekzem empfiehlt sich immer ein Besuch beim Hausarzt oder Dermatologen.

Mögliche Differentialdiagnosen sind hier aufgelistet, es besteht aber kein Anspruch auf Vollständigkeit: 

  • Psoriasis vulgaris (Schuppenflechte, meist an der Stirn-Haar-Grenze lokalisiert, auch hier bei dieser Erkrankung ist die Haut trocken und schuppig)
  • Tinea capitis (Ringelflechte der Kopfhaut)
  • Lichen simplex (Synonyme: Neurodermitis circumscripta, Lichen chronicus vidal oder Vidal-Krankheit, knötchen hafte Hauterkrankung, welche häufig mit sehr starkem Juckreiz einhergeht)
  • atopisches Kontaktekzem, Ekzem durch eine Kontaktallergie ausgelöst (kontaktallergisches Ekzem)
  • Pediculosis capitis (Befall der Kopfhaut durch Läuse, Kopflausbefall)
  • Lichen simplex
  • Otomykosen (Pilzinfektion des Ohres)
  • Impetigo contagiosa (auch Borkenflechte oder Grindflechte genannt)
  • Neurodermitis
  • Erythrasma (Zwergflechte, durch Bakterien verursachte Hautrötung)
  • Erychtodermia desquamativa (generalisierte Rötung der Haut)
  • Kopfhautekzem
  • Lichtdermatosen (Hautveränderungen, die durch Einfluss von Licht entstehen)
  • Pityriasis simplex  (Synonyme:Pityriasis alba, Pityriasis alba faciei, eine harmlose und nicht ansteckende Krankheit die besonders bei Kleinkindern und Kindern auftreten kann und sich durch feine, trockene Schuppen und hellen Flecken besonders im Bereich des Gesichtes bemerkbar macht)
  • Pityriasis versicolor (Synonyme: Kleienpilzflechte, Kleieflechte, eine Pilzerkrankung (Hefepilz der Gattung Malassezia) der obersten Hautschicht
  • Pityrosporum-Follikulitis
  • Psoriasis capillitii (Schuppenflechte im Bereich der behaarten Kopfhaut)
  • periorale Dermatitis (um Nasen- und Mundbereich entzündete Haut)
  • intertriginöse Candidose (in Hautfalten resultierende Hefepilzinfektion)
  • Skabies (Milbenbefall)
  • Morbus Hailey-Hailey
  • Pityriasis rosea
  • Dyskeratosis follicularis (genetisch bedingte Verhornungsstörung der Haut)
  • streuende oder hämatogene Kontaktekzeme,
  • Alterswarzen,
  • Altersmelanoerythrodermie,
  • Langerhans-Zell-Histiozytose oder das Sézary-Syndrom.
  • Stoffwechselerkrankungen, auch Erkrankungen des Stoffwechsels, wie beispielsweise: Mikronährstoffmangel (Akrodermatitis enteropathica) ausgelöst durch Mangel der Vitamine: B2, B6 oder Zink (Spurenelement) können eine mögliche Differentialdiagnose zum seborrhoisches Ekzem sein.
  • Lupus erythematodes (eine Autoimmunerkrankung, welche zu Hautveränderungen führen kann),
  • Medikamente wie: Chlorpromazin (ein Neuroleptikum, häufig bei psychischen Erkrankungen eingesetzt), Cimetidin (ein Antihistaminikum, oft bei Magengeschwüren eingesetzt worden), Methyldopa (Medikament gegen Bluthochdruck),
  • Gold und Umweltbelastungen und Vergiftungen durch Arsen können Hauterscheinungen verursachen.

Bei Säuglingen muss das seborrhoische Ekzem vom atopischen Ekzem differenziert betrachtet werden.
Das atopische Ekzem beginnt meist erst nach dem dritten Lebensmonat und kennzeichnet sich durch stärker juckende Hauteffloreszenzen, während das seborrhoische Ekzem meist vor dem dritten Lebensmonat beginnt und nicht juckt. Oftmals findet sich beim Auftreten eines atopischen Ekzems eine positive Familienanamnese, das bedeutet, dass mehrere Familienmitglieder von dieser Hauterkrankung betroffen sein können. Auch andere Hauterkrankungen wie Neurodermitis können verstärkt auftreten.

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Behandlung Seborrhoisches Ekzem

Die Grundsteine der Behandlung der seborrhoischen Dermatitis bestehen aus Pilzbekämpfung, Entzündungshemmung und richtiger Hautpflege.

  • Pilzbekämpfung – Zur Pilzbekämpfung können Mittel wie Ketoconazol oder Clotrimazol in Form von Shampoos verwendet werden.
  • Kortikosteroide – werden zur Entzündungshemmung eingesetzt, ebenfalls in Form eines Shampoos, als Lotion oder Salbe.
    • Konsequente Anwendung – Wichtig bei der äußerlichen Therapie ist die langfristige und regelmäßige Anwendung.
  • Systemische Therapie – Bei schweren oder therapieresistenten Formen kann es notwendig werden, dass systemisch therapiert wird. D.h. entzündungshemmende Medikamente wie Kortikosteroide und Antimykotika werden oral in Tablettenform eingenommen.

Vorgehensweise

Die Behandlung eines seborrhoisches Ekzem kann individuell unterschiedlich sein.

Bei Verdacht auf ein seborrhoisches Ekzem sollte ein Arzt, zunächst Hausarzt, aufgesucht werden.
Dieser kann individuell je nach Befund die am besten geeignetste Therapie verschreiben und gegebenenfalls an einen Dermatologen, Hautarzt weiter überweisen.

Für die Behandlung eines seborrhoischen Ekzems gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten und Substanzen.

Das seborrhoische Ekzem kann äußerlich behandelt werden oder innerlich durch Einnahme von Arzneimitteln.
Oft werden dabei äußerliche und innerliche Behandlung miteinander kombiniert. Die äußere Behandlung soll die Infektion und Entzündung eindämmen, sowie die Talgproduktion regulieren.

Shampoo

Grundsätzlich ist eine gute Haut- und Kopfhautpflege mit pH-neutralen oder speziellen Waschlotionen wichtig.

Eine mögliche Behandlungsoption sind sogenannte Keratolytika, sie vermindern die Hornschicht der Haut. Shampoos in Form eines Keratolytikums enthalten Wirkstoffe wie Selen, Zink, Harnstoff, Selen, Chloramphenicol und Ethanol.

Das Shampoo wird je nach Empfehlung ein- bis dreimal pro Woche angewandt.
Da ein seborrhoisches Ekzem in der Regel durch eine Pilzinfektion verursacht wird, können antimykotischeSalben und Cremes (gegen Pilze wirksam) je nach Befund vom behandelnden Hautarzt (oder Hausarzt) verschrieben werden.
Es gibt auch antimykotische Shampoos oder Tinkturen.

Cremes

Je nach Ausprägung können auch cortisonhaltige Cremes verschrieben werden. Sie lindern die Entzündung und den Juckreiz.

Ist das seborrhoische Ekzem zusätzlich infiziert oder besteht der Verdacht auf eine bakterielle Infektion, kann der Arzt auch antibiotikahaltige Salben oder Cremes verschreiben.

Auch Calcineurininhibitoren oder Lithium in Form von Salben oder Cremes können zum Einsatz kommen und je nach Befund und Diagnose vom Arzt verschrieben werden.

Auch Hyaluronsäure, Panthenol und Vitamin D können die Heilung beschleunigen. In einigen Fällen können auch Lokalanästhetika wie beispielsweise Polidocanol verschrieben werden, um einen starken Juckreiz und die Entzündung zu minimieren.

Zusammenfassend kann man sagen, dass es einige Behandlungsmöglichkeiten gibt, um ein seborrhoisches Ekzem äußerlich durch Salben, Cremes, Tinkturen oder Shampoo zu behandeln. Welche Option die beste ist, sollte der Arzt nach Diagnose beurteilen. In manchen Fällen ist auch eine Kombination von verschiedenen Mitteln sinnvoll.

 Tabletten

Je nach Befund, Ausbreitung und Ausprägung kann auch eine Anwendung von innerlichen Arzneimitteln notwendig werden.

Dies kann auch der Fall sein, wenn die äußerlich angewandte Therapie nicht oder nur unzureichend wirksam ist. Bei Patienten mit Erkrankungen des Immunsystems kann eine innerliche Therapie schon früher und länger notwendig sein.

Zur innerlichen Anwendung können

  • Antimykotika (Medikamente gegen Pilze),
  • Cortison (zur Unterdrückung der Entzündungsreaktion),
  • Antibiotika (gegen bakterielle Infektionen)
  • oder auch Arzneimittel, welche die Talgproduktion regulieren, verschrieben werden.

Wie bei allen Arzneimitteln gilt: genaue Anweisungen gibt der behandelnde Arzt oder Apotheker und die Packungsbeilage.

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Medikamente

Ein seborrhoisches Ekzem kann äußerlich (Cremes/ Shampoo) behandelt werden oder innerlich durch die Einnahme von Arzneimitteln (Tabletten).
Oft werden äußerliche und innerliche Behandlung miteinander kombiniert.

Wie im Abschnitt Behandlung (siehe oben) bereits vorgestellt, gibt es eine Vielzahl an Behandlungsoptionen mit verschiedenen Wirkstoffen wie beispielsweise:

  • Antimykotika
  • Cortison
  • Antibiotika
  • Keratolytika
  • Calcineurininhibitoren
  • oder Regulatoren der Talgproduktion

Hinweis! Je nach individuellem Befund und Diagnose entscheidet der behandelnde Arzt, in welcher Form das seborrhoische Ekzem am besten behandelt werden soll, wie lange und mit welchem Mittel.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Medikamente solltest Du niemals ohne Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker einnehmen!
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Hausmittel Seborrhoisches Ekzem

Hausmittel und homöopathische Arzneimittel bei einem seborrhoischen Ekzem sind in der Wissenschaft sehr kontrovers diskutiert und ihre Wirkung wird in Frage gestellt. 

Sollte Interesse an Naturheilmitteln oder homöopathischen Arzneimitteln bestehen, so fragen Sie am besten den behandelnden Arzt oder Apotheker nach einem Mittel dieser Kategorie, welches im individuellen Fall eingenommen werden könnte und was hilfreich sein könnte als Alternative.

Hinweis MedikamenteneinnahmeBeachte bitte: Hausmittel sind oft eine gute Ergänzung, haben jedoch bei einigen Erkrankung ihr Grenzen! Bei Unklarheit wende Dich an Deinen Arzt.
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Prognose

  • Es handelt sich bei der seborrhoischen Dermatitis um eine chronische Erkrankung, die kontinuierlich therapiert werden muss
  • Setzt man die Medikamente ab, können sich die Symptome verschlechtern oder wieder auftreten.
  • Durch die Entzündungen kommt es zu einer gestörten Hautbarriere, was Infektionen mit Bakterien und Pilzen begünstigt.
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Verlauf

Die Prognose und der Krankheitsverlauf des seborrhoischen Ekzems unterscheiden sich je nach individuellem Befund, Lokalisation, Vorerkrankungen, Begleiterkrankungen, Alter und Allgemeinzustand des Patienten.

Ein seborrhoisches Ekzem beim Erwachsenen verläuft meist chronisch und kann im Laufe des Lebens immer wieder auftreten.
Bei diesen Formen ist eine langfristige Betreuung durch einen Dermatologen (Hautarzt) ratsam.

Oftmals ist eine kontinuierliche Therapie und Prophylaxe notwendig.

Durch die Hauterkrankung des seborrhoischen Ekzems wird die Schutzbarriere der Haut teilweise zerstört und Erreger wie beispielsweise Bakterien können leichter in die Haut eindringen und eine Infektion verursachen.
Die Hautbeobachtung ist daher ein wichtiger Punkt, um frühzeitig Infektionen zu erkennen und diese rechtzeitig zu behandeln.

In wenigen Fällen kann sich durch das seborrhoische Ekzem eine allergische Kontaktsensibilisierung entwickeln oder es entwickelt sich eine Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) aus dem seborrhoischen Ekzem.
Es ist also ratsam, Hautarzttermine regelmäßig zu vereinbaren und wahrzunehmen.

Verlauf bei Milchschorf

Die Säuglingsform, der sogenannte Milchschorf oder Kopfgneis, hingegen bildet sich von alleine wieder zurück.

In den meisten Fällen verschwindet der Milchschorf spätestens bis zum zweiten Lebensjahr vollständig.
Dazwischen kann es Episoden geben, in denen sich die Schuppung verstärkt, oftmals ist sie aber einmalig vor dem dritten Lebensmonat aufgetreten und verschwindet dann komplett.

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Vorbeugung

  • Da die Ursachen für das seborrhoische Ekzem noch nicht geklärt sind, können auch keine belegbaren prophylaktischen Maßnahmen unternommen werden.

Vermutung zur Vorbeugung

Da der Auslöser und die Faktoren, die zur Erkrankung des seborrhoischen Ekzems führen, noch Gegenstand wissenschaftlicher Forschung sind, können an dieser Stelle auch nur Vermutungen genannt werden, die das Entstehen eines seborrhoischen Ekzems eventuell vorbeugen können.

Eine gesunde Lebensweise mit

  • ausreichend Entspannungsphasen
  • gesunder Ernährung (ausgewogen, vitaminreich, mit Obst und Gemüse)
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Bewegung und Sport an der frischen Luft
  • ausreichend Schlaf,
  • Entspannungsübungen und Zeit für sich und seinen Körper im Alltag einbauen,
  • Verzicht auf Rauchen, Alkohol und Drogen,
  • sowie eine sorgfältige Körperpflege, rückfettende, pH-neutrale Pflegeprodukte und Shampoos, Pflegemittel ohne künstliche Zusatzstoffe,
  • Tragen natürlicher Stoffe wie reine Baumwolle oder Seide anstatt Polyester oder Synthetik.

Ebenso hilfreich kann die prophylaktische Verwendung von medizinischen Anti-Schuppen-Shampoos und Lotionen sein, sowie Sonnenlicht (mit entsprechendem Sonnenschutz).

Bei Patienten, die bereits schon mal an einem seborrhoischen Ekzem gelitten haben, sollten nach der Behandlung mit dem entsprechenden Arzt (in der Regel Hautarzt oder Hausarzt) vorbeugende Maßnahmen besprochen werden.

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Ansteckung & Übertragung

Beim seborrhoischen Ekzem handelt es sich um eine nicht ansteckende Hauterkrankung.

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Lokalisation

Das seborrhoische Ekzem, auch seborrhoische Dermatitis genannt, ist ein gelblich-weißlich schuppender Hautausschlag.

Er tritt vor allem besonders im Bereich von Talgdrüsen des Gesichtes, der behaarten Kopfhaut, im Brustbereich, auf dem Rücken und am Hals auf.

Im Gesicht ist besonders die Partie um die Augenbrauen, Mundbereich, Bereich um die Ohren, Nasolabialfalten und Barthaare betroffen.

Nur sehr selten kann sich ein seborrhoisches Ekzem auf den ganzen Körper ausbreiten.

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Zahlen & Statistiken

  • Alter – Das seborrhoische Ekzem tritt häufig bei Neugeborenen und Babys im Alter unter drei Monaten auf.
    Der zweite Peak ist bei Erwachsenen im Alter von 30-40 Jahren zu beobachten.
  • Häufigkeit – In etwa 5% der Bevölkerung leiden an einer behandlungsbedürftigen Form des seborrhoischen Ekzems.
    Jährlich gibt es ungefähr drei bis fünf Prozent an Neuerkrankungen.
    In Europa leiden circa 3-10 % der europäischen Bevölkerung an einem seborrhoischen Ekzem.
  • Geschlecht – In der Regel sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Menschen mit Erkrankungen des Immunsystems, wie zum Beispiel AIDS und Patienten mit Parkinson, haben eine deutlich höhere Inzidenz mit circa 30-80 Prozent.
  • Jahreszeit – Die Erkrankung kann im Winter stärker ausgeprägt sein als im Sommer, da die warme und trockene Heizungsluft die Kopf- und Gesichtshaut zusätzlich austrocknet und die Talgproduktion angeregt wird.
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Welches Shampoo hilft bei einem seborrhoischen Ekzem?

Die Behandlung eines seborrhoisches Ekzem kann individuell unterschiedlich sein.

Bei Verdacht auf ein seborrhoisches Ekzem sollte ein Arzt, zunächst Hausarzt, aufgesucht werden. Dieser kann individuell je nach Befund die am besten geeignetste Therapie verschreiben und gegebenenfalls an einen Dermatologen, Hautarzt weiter überweisen.

Grundsätzlich ist eine gute Haut- und Kopfhautpflege mit pH-neutralen oder speziellen Waschlotionen wichtig.

Eine mögliche Behandlungsoption sind sogenannte Keratolytika, sie vermindern die Hornschicht der Haut.

Shampoos in Form eines Keratolytikums enthalten Wirkstoffe wie Selen, Zink, Harnstoff, Selen, Chloramphenicol und Ethanol.

Das Shampoo wird je nach Empfehlung ein- bis dreimal pro Woche angewandt.

Da ein seborrhoisches Ekzem in der Regel durch eine Pilzinfektion verursacht wird, können antimykotische (gegen Pilze wirksam) Salben und Cremes je nach Befund vom behandelnden Hautarzt (oder Hausarzt) verschrieben werden.

Es gibt auch antimykotische Shampoos oder Tinkturen.

Beachte! Wie bei allen Arzneimitteln gilt: genaue Anweisungen gibt der behandelnde Arzt oder Apotheker und die Packungsbeilage.

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Ein seborrhoisches Ekzem ist ein chronischer, entzündlicher, nicht ansteckender Hautausschlag, der besonders im Gesicht und auf der Kopfhaut auftritt.

Die Haut ist fettig, entzündlich gerötet und es können gelbliche Schuppen auftreten.
Das seborrhoische Ekzem tritt in der Regel im Bereich der Talgdrüsen und Haarwurzeln auf.

Bei Säuglingen ist der sogenannte Milchschorf oder Kopfgneis auch eine Form des seborrhoischen Ekzems, er tritt meist auf der Kopfhaut auf und bildet sich bis zum sechsten Monat meist von alleine wieder zurück.
Der Milchschorf entsteht durch eine Überproduktion der Talgdrüsen, da sich das Hormonsystem des Säuglings nach Geburt erst noch umstellen muss. In den meisten Fällen verschwindet der Milchschorf spätestens bis zum zweiten Lebensjahr vollständig. Dazwischen kann es Episoden geben, in denen sich die Schuppung verstärkt, oftmals ist sie aber einmalig vor dem dritten Lebensmonat aufgetreten und verschwindet dann komplett.

Tritt das seborrhoische Ekzem hingegen im Jugend- oder Erwachsenenalter erstmals auf, so kann es wiederkehren.

Mit der richtigen Behandlung ist das seborrhoische Ekzem in der Regel gut in den Griff zu bekommen.

Das seborrhoisches Ekzem hat schwankende Erkrankungsphasen, es kann sich zurückbilden und wieder aufflammen.
Nur selten verursacht das seborrhoische Ekzem einen Juckreiz.

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aktualisiert: 18.02.2025
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  • Alter – Das seborrhoische Ekzem tritt häufig bei Neugeborenen und Babys im Alter unter drei Monaten auf.
    Der zweite Peak ist bei Erwachsenen im Alter von 30-40 Jahren zu beobachten.
  • Häufigkeit – In etwa 5% der Bevölkerung leiden an einer behandlungsbedürftigen Form des seborrhoischen Ekzems.
    Jährlich gibt es ungefähr drei bis fünf Prozent an Neuerkrankungen.
    In Europa leiden circa 3-10 % der europäischen Bevölkerung an einem seborrhoischen Ekzem.
  • Geschlecht – In der Regel sind Männer häufiger betroffen als Frauen. Menschen mit Erkrankungen des Immunsystems, wie zum Beispiel AIDS und Patienten mit Parkinson, haben eine deutlich höhere Inzidenz mit circa 30-80 Prozent.
  • Jahreszeit – Die Erkrankung kann im Winter stärker ausgeprägt sein als im Sommer, da die warme und trockene Heizungsluft die Kopf- und Gesichtshaut zusätzlich austrocknet und die Talgproduktion angeregt wird.
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