Lichen ruber (planus), wenn es zu aufgrund einer Autoimmunerkrankung zu juckenden, flachen und eckigen Hautveränderungen kommt.

Lichen ruber, auch Knötchenflechte genannt, ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung. Sie tritt häufig im mittleren Erwachsenenalter auf. Die Erkrankung ist nicht ansteckend.
Bei einem bestätigten Lichen ruber sollten Sie einen Dermatologen (Hautarzt) zur Therapie aufsuchen.
Haben Sie den Verdacht, dass Sie unter einer Hauterkrankung leiden, können Sie sich auch bei Ihrem Hausarzt für eine Ersteinschätzung vorstellen, dieser wird Ihnen dann ggf. eine Überweisung zum Hautarzt ausstellen.
Hinweis! Bei Veränderungen an Haut solltest Du grundsätzlich einen Hautarzt (Dermatologen) aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen.
Lichen ruber planus (aka: Knötchenflechte) ist eine nicht-infektiöse, chronisch-entzündliche Haut- und Schleimhauterkrankung.
Die Erkrankung kann sich auf vielfältige Art und Weise präsentieren.
Man unterscheidet verschiedene Verlaufsformen, darunter
Die genaue Ätiologie (Ursachen) ist bis heute nicht eindeutig geklärt, man spricht deshalb von einer idiopathischen Erkrankung.
Allerdings wurde eine Assoziation mit dem Auftreten von Virushepatitiden der Klasse B und C beobachtet.
Weiterhin treten bei manchen Patienten andere Begleiterkrankungen (z.B. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, ein erhöhter Cholesterinspiegel oder ein erhöhter Harnsäurespiegel, Lebererkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Lymphome) gemeinsam mit dem Lichen ruber auf.
Auch psychische Erkrankungen sowie ein hohes Stresslevel werden als Mitverursacher bzw. Folgeerkrankungen des Lichen ruber diskutiert.
Ein Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen ist jedoch nach wie vor umstritten.
Beim Lichen ruber verrucosus zeigen die Betroffenen oft ein Krampfaderleiden der Beine, deshalb ist eine Untersuchung der Beinvenen bei dieser Form des Lichen ruber durchaus sinnvoll.
Zu den sogenannten „Leiteffloreszenzen“ (am häufigsten auftretenden Hauterscheinungen) zählen flache, meist polygonale, gerötete Papeln mit scharfer Begrenzung und manchmal zentraler Eindellung, die meist in größeren Gruppen angeordnet, teilweise auch zu Plaques verbunden sind.
Typischerweise findet sich an der Oberfläche der Papeln eine durchscheinende, weißliche Streifung („Wickham-Streifung“), insbesondere an betroffenen Schleimhäuten oder nach Kontakt mit Wasser oder Öl.
Häufig werden die Hauterscheinungen von einem starken Juckreiz begleitet, wobei Kratzspuren meist aufgrund der schmerzhaften Hautirritation eher ausbleiben.
Etwa 10 % der Betroffenen bemerken weiterhin Veränderungen an meist mehreren Nägeln (z. B. Riffelung, Spaltung, Grübchen, Wachstumsstörungen), die mitunter auch bleibend sein können.
Die Erkrankung Lichen ruber ist eine klinisch-histopathologische Diagnose.
Entscheidend sind hier vor allem
Dafür wird normalerweise in örtlicher Betäubung eine kleine Hautprobe entnommen, die mikroskopisch untersucht wird.
Hier zeigt sich typischerweise eine Hyperkeratose (gesteigerte Verhornung), sägezahnartig ausgefranste Akanthose (Verschiebung der Haut) und ein bandförmiges lymphohistiozytäres Infiltrat.
Manchmal werden auch Blutentnahmen veranlasst, um andere Diagnosen abzuklären.
Beim Lichen ruber kommt es zu zahlreichen rötlich bis braunen Knötchen auf der Haut.
Differentialdiagnostisch muss vor allem an eine Lichen sclerosus (et atrophicus), aka: „Weißfleckenkrankheit, Vitiligo“ gedacht werden.
Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine systemische, chronisch-entzündliche, aber nicht-infektiöse Hauterkrankung, deren Ätiologie wie bei der Lichen ruber nicht geklärt ist.
Hier sind jedoch anders als bei Lichen ruber vor allem Genitalbereich (Vulva der Frau, Vorhaut des Mannes, Perianalregion beider Geschlechter), sowie extragenital der Rücken, der Hals, die Unterschenkel und nur selten die Mundschleimhaut betroffen.
Die Hauterscheinungen zeigen sich hier eher als unregelmäßige, porzellanfarbene, erhabene, von der umgebenden Haut gut abgrenzbare, verhärtete Papeln, häufig mit umschriebener Rötung (entzündlicher Randsaum) und blutenden Einrissen (Rhagaden).
Im Verlauf verändert sich dieses Hautbild im Rahmen der Lichenifikation zu pergamentartig glänzenden Effloreszenzen. Diese Differentialdiagnose ist mit starkem Juckreiz, Schmerzen und einem hohen Entartungsrisiko (Präkanzerose) verbunden.
Auch andere lichenifizierende Dermatosen und exanthemische Erkrankungen (z.B. Lues aka: Syphilis) müssen in Erwägung gezogen werden.
Bitte beachten Sie, dass auch einige Medikamente Lichen-ruber-ähnliche Hautausschläge verursachen können.
Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihrem behandelnden Arzt eine genaue Auflistung Ihrer Medikamente mitteilen, um eine damit verbundene Nebenwirkung sicher ausschließen zu können. Bedeutsam sind hier vor allem:
Auch Farbfilmentwickler (z.B. Paraphenylendiaminsalze), die mit der Haut in Berührung gekommen sind, können derartige Hautreaktionen auslösen.
Generell richtet sich die Behandlung nach der jeweiligen Schwere und Form von Lichen ruber.
Entscheidend für die Schwere sind das Ausmaß des Juckreizes, der Hautveränderungen, der Beeinträchtigungen im Alltag und der kosmetischen Probleme (z.B. Haarverlust, Vernarbungen).
Begleiterkrankungen sollten untersucht und ebenfalls therapiert werden.
Sie selbst können den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen, indem Sie die Nägel kurz geschnitten halten (Vermeidung einer Irritation des Nagelbettes sowie des Kratzens).
Bei Befall der Anogenitalregion Sitzbäder mit Schwarztee nehmen und bei Befall der Mundschleimhaut auf saure, heiße, scharfe Speisen und Getränke, Alkohol und Rauchen verzichten, sowie eine sorgfältige Mund- und Zahnhygiene betreiben.
Ohne Therapie heilt eine Lichen ruber meist innerhalb von 1–2 Jahren aus („selbstlimitierend“).
Bei ärztlicher Behandlung ist die Prognose eines Lichen ruber insgesamt gut.
Sehr schwere Verlaufsformen von Lichen ruber können mit einer bleibenden braunen Pigmentierung der Haut oder Vernarbung während des Abheilvorgangs einhergehen.
Aufgrund des erhöhten Entartungsrisikos sollten sich Betroffene jedoch regelmäßig beim Hautarzt vorstellen.
Vor allem betroffen sind die beugeseitigen Handgelenke, der untere Rücken, die Kniebeugen und die Unterschenkel.
Von einer Lichen ruber mucosae sind in etwa 50% der Fälle die Mundschleimhaut, in etwas weniger Fällen aber auch Zunge, Lippen, Genitalschleimhaut oder Analkanal betroffen.
Der Befall der Mundschleimhaut stellt ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Mundschleimhautkarzinoms dar (ca. 0,5-2,5 % der Fälle).
Man spricht deshalb von einer „Präkanzerose“ (krebsfördernder Erkrankung).
Deshalb ist die wenigstens vierteljährliche Kontrolluntersuchung mittels Inspektion (Betrachtung des Befundes durch einen Arzt) und Palpation (Abtasten des Befundes durch einen Arzt) sehr sinnvoll und wichtig!
Lichen ruber planus (aka: Knötchenflechte) ist eine nicht-infektiöse, chronisch-entzündliche Haut- und Schleimhauterkrankung.
Die Erkrankung kann sich auf vielfältige Art und Weise präsentieren.
Man unterscheidet verschiedene Verlaufsformen, darunter