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pfeilWas ist das?

Lichen ruber, auch Knötchenflechte genannt, ist eine chronische, entzündliche Hauterkrankung. Sie tritt häufig im mittleren Erwachsenenalter auf. Die Erkrankung ist nicht ansteckend.

Zusammenfassung Lichen ruber

  • Die genaue Ursache von Lichen ruber ist noch unklar.
  • Die Erkrankung verläuft in Schüben.
  • Bei einem Lichen ruber kommt es zu blau-rötlichen, flachen Hautveränderungen mit Juckreiz.
  • Ein Lichen ruber bildet sich oft spontan wieder zurück.
  • Medikamente helfen, den Juckreiz in den Griff zu bekommen.
Epidemiologische FaktenHäufigkeit~ 0,6-1,2%
Alters FaktenAlter~ 30 - 60
Geschlecht FaktenGeschlecht~ 3 : 1
pfeilWann zum Arzt?

Bei einem bestätigten Lichen ruber sollten Sie einen Dermatologen (Hautarzt) zur Therapie aufsuchen.

Haben Sie den Verdacht, dass Sie unter einer Hauterkrankung leiden, können Sie sich auch bei Ihrem Hausarzt für eine Ersteinschätzung vorstellen, dieser wird Ihnen dann ggf. eine Überweisung zum Hautarzt ausstellen.

Hinweis! Bei Veränderungen an Haut solltest Du grundsätzlich einen Hautarzt (Dermatologen) aufsuchen, um die Ursache abklären zu lassen.

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Was genau ist das?

Lichen ruber planus (aka: Knötchenflechte) ist eine nicht-infektiöse, chronisch-entzündliche Haut- und Schleimhauterkrankung.

Die Erkrankung kann sich auf vielfältige Art und Weise präsentieren.

Man unterscheidet verschiedene Verlaufsformen, darunter

  • die Lichen ruber mucosae (Lichen ruber der Schleimhäute) bzw. Lichen ruber erosivus mucosae (offene Schleimhautdefekte)
  • die Lichen ruber verrucosus (große knotige Lichen-Herde an den Unterschenkeln, neigen zur Vernarbung)
  • die Lichen ruber acuminatus (Lichen ruber der behaarten Haut, eher milder Juckreiz und Exanthem)
  • die Lichen ruber exanthematicus (Befall des gesamten Körpers)
  • die Lichen ruber follicularis capillitii (Lichen ruber der Kopfhaut mit vernarbender Alopezie) und
  • selten die Lichen ruber pemphigoides (Blasenbildung).
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Ursachen Lichen ruber

  • Unklare Ursache – Die Ursachen des Lichen ruber sind noch nicht abschließend geklärt.
  • Vermutung – Man vermutet, dass eine Autoimmunerkrankung dahinter steckt, bei der das Immunsystem körpereigene Zellen der obersten Hautschichten angreift und eine Entzündungsreaktion auslöst.

Risikofaktoren Lichen ruber

  • Viruserkrankungen
  • Andere Hauterkrankungen (z. B. Schuppenflechte)
  • Bestimmte Arzneimittel

Idiopathisch

Die genaue Ätiologie (Ursachen) ist bis heute nicht eindeutig geklärt, man spricht deshalb von einer idiopathischen Erkrankung.

Allerdings wurde eine Assoziation mit dem Auftreten von Virushepatitiden der Klasse B und C beobachtet.

Weiterhin treten bei manchen Patienten andere Begleiterkrankungen (z.B. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus, ein erhöhter Cholesterinspiegel oder ein erhöhter Harnsäurespiegel, Lebererkrankungen, Autoimmunerkrankungen, Lymphome) gemeinsam mit dem Lichen ruber auf.

Auch psychische Erkrankungen sowie ein hohes Stresslevel werden als Mitverursacher bzw. Folgeerkrankungen des Lichen ruber diskutiert. 

Ein Zusammenhang zwischen diesen Erkrankungen ist jedoch nach wie vor umstritten. 

Beim Lichen ruber verrucosus zeigen die Betroffenen oft ein Krampfaderleiden der Beine, deshalb ist eine Untersuchung der Beinvenen bei dieser Form des Lichen ruber durchaus sinnvoll.

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Symptome Lichen ruber

  • Hautveränderung – Der Lichen ruber macht sich bemerkbar durch blau-rötliche, flache Hautveränderungen, die nicht selten in Verbindung mit Juckreiz auftreten.
    • Lokalisation – Es gibt bestimmte Hautstellen, die besonders häufig betroffen sind, dazu zählen die Beugeseiten von Handgelenk und Knie, der untere Rücken, am Unterschenkel und den Fußsohlen.
  • Schubförmiger Verlauf – Die Erkrankung verläuft in Schüben, das bedeutet, die Erkrankung kann mehrere Monate/Jahre bestehen, wieder verschwinden und nach gewisser Zeit wieder auftreten.

Die Hautveränderung

Zu den sogenannten „Leiteffloreszenzen“ (am häufigsten auftretenden Hauterscheinungen) zählen flache, meist polygonale, gerötete Papeln mit scharfer Begrenzung und manchmal zentraler Eindellung, die meist in größeren Gruppen angeordnet, teilweise auch zu Plaques verbunden sind.

Typischerweise findet sich an der Oberfläche der Papeln eine durchscheinende, weißliche Streifung („Wickham-Streifung“), insbesondere an betroffenen Schleimhäuten oder nach Kontakt mit Wasser oder Öl.

Häufig werden die Hauterscheinungen von einem starken Juckreiz begleitet, wobei Kratzspuren meist aufgrund der schmerzhaften Hautirritation eher ausbleiben.

Etwa 10 % der Betroffenen bemerken weiterhin Veränderungen an meist mehreren Nägeln (z. B. Riffelung, Spaltung, Grübchen, Wachstumsstörungen), die mitunter auch bleibend sein können.

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Diagnose Lichen ruber

  • Blickdiagnose – Die Diagnose wird vom Hautarzt anhand des typischen klinischen Bildes gestellt.
  • Biopsie – Um den Verdacht auf Lichen ruber zu bestätigen, werden Gewebeproben (Biopsien) entnommen und mikroskopisch auf spezifische Merkmale untersucht.
  • Blutuntersuchung – Um Begleiterkrankungen abzuklären, wird eine Blutentnahme vorgenommen.

Klinisch-histopathologische Diagnose

Die Erkrankung Lichen ruber ist eine klinisch-histopathologische Diagnose.

Entscheidend sind hier vor allem

  • das äußere Erscheinungsbild
  • der sogenannte isomorphe Reizeffekt (aka: „Köbner-Phänomen“; Provokation der Lichen ruber durch mechanische Reizung)
  • und insbesondere die histopathologische Untersuchung.

Dafür wird normalerweise in örtlicher Betäubung eine kleine Hautprobe entnommen, die mikroskopisch untersucht wird.

Hier zeigt sich typischerweise eine Hyperkeratose (gesteigerte Verhornung), sägezahnartig ausgefranste Akanthose (Verschiebung der Haut) und ein bandförmiges lymphohistiozytäres Infiltrat.

Manchmal werden auch Blutentnahmen veranlasst, um andere Diagnosen abzuklären.

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Bilder

Beim Lichen ruber kommt es zu zahlreichen rötlich bis braunen Knötchen auf der Haut.

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Du kannst natürlich jederzeit eine Entfernung beatragen!
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Differenzialdiagnose

Lichen sclerosus

Differentialdiagnostisch muss vor allem an eine Lichen sclerosus (et atrophicus), aka: „Weißfleckenkrankheit, Vitiligo“ gedacht werden.

Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine systemische, chronisch-entzündliche, aber nicht-infektiöse Hauterkrankung, deren Ätiologie wie bei der Lichen ruber nicht geklärt ist.

Hier sind jedoch anders als bei Lichen ruber vor allem Genitalbereich (Vulva der Frau, Vorhaut des Mannes, Perianalregion beider Geschlechter), sowie extragenital der Rücken, der Hals, die Unterschenkel und nur selten die Mundschleimhaut betroffen.

Die Hauterscheinungen zeigen sich hier eher als unregelmäßige, porzellanfarbene, erhabene, von der umgebenden Haut gut abgrenzbare, verhärtete Papeln, häufig mit umschriebener Rötung (entzündlicher Randsaum) und blutenden Einrissen (Rhagaden).
Im Verlauf verändert sich dieses Hautbild im Rahmen der Lichenifikation zu pergamentartig glänzenden Effloreszenzen. Diese Differentialdiagnose ist mit starkem Juckreiz, Schmerzen und einem hohen Entartungsrisiko (Präkanzerose) verbunden.

Dermatosen

Auch andere lichenifizierende Dermatosen und exanthemische Erkrankungen (z.B. Lues aka: Syphilis) müssen in Erwägung gezogen werden. 

Medikamenteneinnahme

Bitte beachten Sie, dass auch einige Medikamente Lichen-ruber-ähnliche Hautausschläge verursachen können.
Deshalb ist es wichtig, dass Sie Ihrem behandelnden Arzt eine genaue Auflistung Ihrer Medikamente mitteilen, um eine damit verbundene Nebenwirkung sicher ausschließen zu können. Bedeutsam sind hier vor allem:

  • Rheumamittel (z.B. Goldsalze, Penicillamin)
  • Antibiotika (z.B. Streptomycin, Tetrazykline)
  • Antidiabetika (z.B. Tolbutamid, Sulfonylharnstoffe)
  • Antimalariamittel (z.B. Chloroquin, Hydroxychloroquin, Chinin, Chinidin)
  • Psychopharmaka (z.B. Phenothiazine, Levomepromazin)
  • Diuretika (z.B. Chlorothiazid, Hydrochlorothiazid)
  • Tuberkulostatika
  • Ethambutol
  • ACE-Hemmer (z.B. Captopril, Enalapril)
  • Blutdruckmittel (z.B. Methyldopa, Propanolol) und
  • Dapson.

Auch Farbfilmentwickler (z.B. Paraphenylendiaminsalze), die mit der Haut in Berührung gekommen sind, können derartige Hautreaktionen auslösen.

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Behandlung Lichen ruber

  • Selbstlimitierender Verlauf – In den meisten Fällen bildet sich der Lichen ruber spontan von selbst wieder zurück.
  • Antihistaminika – Zur Behandlung des Juckreizes können Histaminpräparate (Loratadin, Cetirizin) eingesetzt werden.
  • Kortison – Bei schweren Verläufen werden Kortisonpräparate eingesetzt, welche entweder auf die Haut aufgetragen werden, oder in Tablettenform eingenommen werden können.

Behandlung abhängig vom Ausmaß

Generell richtet sich die Behandlung nach der jeweiligen Schwere und Form von Lichen ruber.
Entscheidend für die Schwere sind das Ausmaß des Juckreizes, der Hautveränderungen, der Beeinträchtigungen im Alltag und der kosmetischen Probleme (z.B. Haarverlust, Vernarbungen). 

  • Bei leichten Verlaufsformen reicht zumeist eine lokale/ topische Therapie,
  • bei schweren Formen eher die systemische Therapie mit jeweils Antihistaminika (z.B. Loratadin, Cetirizin, Hydroxyzin, Dimetinden) gegen den Juckreiz, Ciclosporin (topisch nur bei Befall der Mundschleimhaut, systemisch bei Haut- und Schleimhautbefall), Azathioprin, Retinoiden (z.B. Acitretin, ein Vitamin-A-Säure-Abkömmling) und Glucocorticoiden zur Entzündungshemmung.
  • Physikalisch kann eine Bade- oder Creme-PUVA-Therapie erwogen werden. PUVA steht für eine Kombinationsbehandlung aus Psoralen, einer Substanz, die die Haut für UV-Strahlen sensibilisiert, und UV-A-Strahlung (Phototherapie).

Behandlung der Begleiterscheinungen

Begleiterkrankungen sollten untersucht und ebenfalls therapiert werden. 

Sie selbst können den Verlauf der Erkrankung positiv beeinflussen, indem Sie die Nägel kurz geschnitten halten (Vermeidung einer Irritation des Nagelbettes sowie des Kratzens).
Bei Befall der Anogenitalregion Sitzbäder mit Schwarztee nehmen und bei Befall der Mundschleimhaut auf saure, heiße, scharfe Speisen und Getränke, Alkohol und Rauchen verzichten, sowie eine sorgfältige Mund- und Zahnhygiene betreiben.

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Prognose

  • Bei konsequent durchgeführter Therapie heilt der Lichen ruber innerhalb von Monaten bis 2 Jahren wieder ab.
  • Die Wahrscheinlichkeit, dass erneut eine Hautveränderung auftritt, ist allerdings hoch.

Ohne Therapie heilt eine Lichen ruber meist innerhalb von 1–2 Jahren aus („selbstlimitierend“).

Bei ärztlicher Behandlung ist die Prognose eines Lichen ruber insgesamt gut. 

Sehr schwere Verlaufsformen von Lichen ruber können mit einer bleibenden braunen Pigmentierung der Haut oder Vernarbung während des Abheilvorgangs einhergehen. 

Aufgrund des erhöhten Entartungsrisikos sollten sich Betroffene jedoch regelmäßig beim Hautarzt vorstellen.

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Vorbeugung

  • Eine Prophylaxe gibt es für den Lichen ruber bisher leider noch nicht, da die genaue Ursache der Erkrankung noch nicht abschließend geklärt ist
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Lokalisation

Vor allem betroffen sind die beugeseitigen Handgelenke, der untere Rücken, die Kniebeugen und die Unterschenkel.

Von einer Lichen ruber mucosae sind in etwa 50% der Fälle die Mundschleimhaut, in etwas weniger Fällen aber auch Zunge, Lippen, Genitalschleimhaut oder Analkanal betroffen.

Der Befall der Mundschleimhaut stellt ein erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Mundschleimhautkarzinoms dar (ca. 0,5-2,5 % der Fälle).
Man spricht deshalb von einer „Präkanzerose“ (krebsfördernder Erkrankung).

Deshalb ist die wenigstens vierteljährliche Kontrolluntersuchung mittels Inspektion (Betrachtung des Befundes durch einen Arzt) und Palpation (Abtasten des Befundes durch einen Arzt) sehr sinnvoll und wichtig!

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Zahlen & Statistiken

  • Häufigkeit – Insgesamt zählt Lichen ruber planus zu den weltweit häufigsten idiopathischen (zufällig auftretenden) Hauterkrankungen.
    • Die Prävalenz (gesamte Krankheitsfälle) liegt bei etwa < 0,5 %.
  • Alter – Am häufigsten sind Menschen zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr betroffen. Kinder und ältere Personen sind eher nur in Ausnahmefällen von Lichen ruber betroffen.
arrow downZusammenfassende Tabelle

Lichen ruber planus (aka: Knötchenflechte) ist eine nicht-infektiöse, chronisch-entzündliche Haut- und Schleimhauterkrankung.

Die Erkrankung kann sich auf vielfältige Art und Weise präsentieren.

Man unterscheidet verschiedene Verlaufsformen, darunter

  • die Lichen ruber mucosae (Lichen ruber der Schleimhäute) bzw. Lichen ruber erosivus mucosae (offene Schleimhautdefekte)
  • die Lichen ruber verrucosus (große knotige Lichen-Herde an den Unterschenkeln, neigen zur Vernarbung)
  • die Lichen ruber acuminatus (Lichen ruber der behaarten Haut, eher milder Juckreiz und Exanthem)
  • die Lichen ruber exanthematicus (Befall des gesamten Körpers)
  • die Lichen ruber follicularis capillitii (Lichen ruber der Kopfhaut mit vernarbender Alopezie) und
  • selten die Lichen ruber pemphigoides (Blasenbildung).
Hinweis: Diese Tabelle dient der strukturierten Datenaufbereitung für KI-gestützte Informationsverarbeitung und Assistenzsysteme.
Medizinisch validiert durch:
aktualisiert: 29.04.2025
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  • Häufigkeit – Insgesamt zählt Lichen ruber planus zu den weltweit häufigsten idiopathischen (zufällig auftretenden) Hauterkrankungen.
    • Die Prävalenz (gesamte Krankheitsfälle) liegt bei etwa < 0,5 %.
  • Alter – Am häufigsten sind Menschen zwischen dem 30. und 60. Lebensjahr betroffen. Kinder und ältere Personen sind eher nur in Ausnahmefällen von Lichen ruber betroffen.
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