Unter einer Diphtherie versteht man eine bakterielle Infektion, die mit einem charakteristischen bellenden Husten, einer Lymphknotenschwellung am Hals sowie einer Entzündung der Rachenmandeln einhergeht.

Erfahrungs Berichte
Unter der Diphtherie versteht man eine bakterielle Infektion, die mit einem charakteristischen bellenden Husten, Lymphknotenschwellung am Hals und einer Entzündung der Rachenmandeln einhergeht. Bei fehlender Behandlung der Erkrankung kann es zu einem tödlichen Verlauf mit Ersticken oder einer systemischen Infektion mit Organversagen kommen.
Bei Anzeichen einer Diphtherie bei Deinem Kind sollte immer ein Kinderarzt aufgesucht werden, um ggf. auch weitere Erkrankungen auszuschließen.
Bei der Diphtherie wird unterschieden in:
Ursächlich für die Diphtherie ist eine Infektion mit dem Bakterium Corynebacterium diphtheriae.
Der Mensch bietet dabei das einzige Reservoir für das Bakterium Corynebacterium diphtheriae.
Dieses Bakterium bildet Giftstoffe, sogenannte Toxine, die zu den beschriebenen Symptomen führen.
Dieses Gift schädigt die Schleimhaut und zerstört Körperzellen.
Das Bakterium besiedelt die Schleimhautoberfläche der Rachenmandeln und zerstört durch dessen Gift die Schleimhautzellen. Dadurch entsteht der weißgraue Belag auf den Mandeln.
Über den Rachen gelangt das Gift in die Blutbahn, wodurch es sich im ganzen Körper verteilt.
Prinzipiell kann es alle Zellen des Körpers schädigen, indem es die Eiweißproduktion hemmt.
Die Übertragung der Erreger erfolgt von Mensch zu Mensch durch Tröpfcheninfektion beim Niesen oder Husten. Auch durch Sprechen kann es zu einer Übertragung kommen.
Selbst wenn der Betroffene noch keine Symptome verspürt, kann eine Übertragung auf andere, gesunde Menschen stattfinden.
Der größte Risikofaktor für eine Diphtherie ist eine fehlende Impfung oder ein unvollständiger Impfstatus.
Die Anzeichen von Diphtherie variieren dabei von lokalen Infektionen im Nasen-Rachen-Raum über schwere Infektionen der Atemwege bis zu Schäden an Herz, Nieren oder Leber.
Die ersten Anzeichen einer Diphtherie treten in etwa zwei bis fünf Tage nach der Infektion auf und sind eher unspezifische Symptome, wie Fieber, Halsschmerzen und Abgeschlagenheit, ähnlich wie bei einer Erkältung.
Es kann daher zu einer Verwechselung mit einer Angina kommen.
Es kommt aufgrund des Kehlkopfbefalls zu einem bellenden Husten und Heiserkeit bis hin zum Stimmverlust.
Im Anschluss kommt es zu einer schmerzhaften Schwellung der gesamten Halslymphknoten.
Im Rachen lassen sich zusätzlich vergrößerte Rachenmandeln mit flächigen Belägen entdecken und erkrankte Kinder haben typischerweise einen faulig-süßen Mundgeruch.
Bei schwerwiegenden Verläufen mit Komplikationen kann es zu einem Zuschwellen des Halses kommen, sodass eine Erstickungsgefahr drohen kann.
In seltenen Fällen kann es auch zu einem Befall der Haut kommen.
Es wird bei der Diagnose zwischen einer Verdachtsdiagnose, bei der anhand der Symptome die Diphtherie diagnostiziert wird und einer echten Diagnose, bei der das Bakterium nachgewiesen wird, unterschieden.
Die Diphtherie ist in den meisten Fällen eine Verdachtsdiagnose, die durch eine einfache klinische Untersuchung gestellt werden kann.
Ein Blick in den Mund und auf die Rachenmandeln, ein Abtasten der Halslymphknoten sowie eine Beurteilung des Hustens reichen meistens aus.
Bei Unklarheiten kann ein Nachweis des Erregers oder Erregertoxins aus dem Blut erfolgen.
Da die Ergebnisse einer Laboruntersuchung jedoch frühestes 12 Stunden nach dem Abstrich zur Verfügung stehen, wird eine Therapie immer eingeleitet.
Aufgrund der hohen Impfrate gegen die Diphtherie kommt es in Deutschland nur noch zu einzelnen Erkrankungen.
In den knapp letzten 20 Jahren wurden in Deutschland ca. 130 Fälle von Diphtherie an das Robert Koch-Institut gemeldet.
Bei Diphtherie besteht spätestens 24 Stunden nach erlangter Kenntnis Meldepflicht.
Die gemeldeten Zahlen an das Robert Koch Institut im Überblick:
Weltweit treten die meisten Fälle von Diphtherie in den subtropischen Gebieten, vor allem in Indien, auf.
Weltweit besitzen knapp zwei Drittel aller Länder eine Impfquote von > 90 %.
1943 gab es in Deutschland eine größere Diphtherie Epidemie mit ca. 250.000 Fällen.
Erstmals wurde 1925 ein Impfstoff gegen Diphtherie eingesetzt. Ab 1960 wurde die Impfung in Deutschland flächendeckend eingesetzt. 1974 wurde die Impfung von der STIKO in den Impfkalender für Säuglinge und Kinder aufgenommen.
Mit einer Diphtherie sollte schnellstmöglich ein Kinderarzt oder besser noch eine Kinderklinik aufgesucht werden.
Bei Diphtherie kommt es anfangs zu einem gräulichen Belag im Rachen. Im späteren Verlauf färbt sich der Belag weiß.
Bereits beim Verdacht auf Diphtherie sollte eine stationäre Aufnahme mit Isolation des erkrankten Kindes erfolgen, um sofort eine Therapie einzuleiten und eine Ansteckung anderer Kinder zu vermeiden.
Eine Laborbestätigung sollte nicht abgewartet werden.
Die frühzeitige Diagnose und Einleitung der Behandlung entscheiden maßgeblich über den Erfolg der Therapie.
Das Kind sollte überwacht werden und bei Atemnot sollte der Atemweg, zum Beispiel mit einer Intubation, sichergestellt werden.
Es sollte sofort mit der Gabe des Antitoxins (Gegengift) begonnen werden.
Die Therapie mit einem Gegengift funktioniert nur, solange das Gift noch nicht in die Zellen aufgenommen wurde.
Zusätzlich sollte noch eine antibiotische Therapie mit Penicillin begonnen werden.
Dies stellt jedoch keinen Ersatz für die Behandlung mit dem Antitoxin dar.
Die Behandlung mit dem Antibiotikum erfolgt mit Penicilin oder Erythromycin. Sie dient dazu, den Erreger vollständig zu eliminieren und weitere Infektionen zu verhindern.
Unterstützend kann eine Schmerztherapie mit Ibuprofen sowie die Gabe von Flüssigkeit über die Vene erfolgen.
Wichtig ist es auch enge Kontaktpersonen, wie Eltern und Geschwister, antibiotisch mit Penicillin zu behandeln.
Liegt die letzte Impfung bei ihnen länger als fünf Jahre zurück, sollte ebenfalls eine Auffrischimpfung erfolgen.
Es sind ca. fünf bis 6 Wochen Bettruhe notwendig, um möglichen Herzschädigungen vorzubeugen.
Die Prognose der Diphtherie ist stark abhängig vom Allgemeinzustand des Kindes und dem Stadium, in dem die Erkrankung entdeckt wird.
Wird die Erkrankung frühzeitig entdeckt und behandelt, ist die Prognose gut.
Die Sterblichkeit bei Diphtherie ist jedoch hoch.
Mit einer adäquaten Therapie versterben trotzdem etwa 5–10 % der erkrankten Kinder. Grund für einen tödlichen Verlauf sind entweder ein Zuschwellen des Atemtraktes oder eine Herzmuskelentzündung.
Ohne eine Therapie liegt diese Zahl sogar bei etwa 25 %.
Die Sterblichkeit bei Menschen > 40 Jahren beträgt 20–40 %.
In den meisten Fällen können die auftretenden Symptome der Diphtherie mit einer rechtzeitigen Therapie behandelt werden.
Es können jedoch auch Komplikationen auftreten, die durch eine systemische Ausbreitung auf verschiedene Organsystem entstehen.
Am Herzen kann es zu einer Herzmuskelentzündung und Herzrhythmusstörungen kommen.
Das Nervensystem kann ebenfalls in Form einer Nerven- oder Gehirnentzündung betroffen sein.
Es kann weiterhin zu akutem Nierenversagen, einer Lungenembolie oder im schlimmsten Fall zu einem Multiorganversagen kommen.
Die antibiotische Therapie wird meist über 10 Tage durchgeführt.
Eine Bettruhe sollte allerdings, bis das Kind wirklich wieder gesund ist, also mindestens 4 Wochen eingehalten werden.
Die Diphtherie ist eine ernstzunehmende Erkrankung, die eine lange Heilungsdauer hat.
Bei auftretenden Komplikationen kann es zu einer Verlängerung der Heilungsdauer kommen.
Die einzige Möglichkeit einer Diphtherie vorzubeugen ist die Impfung gegen Diphtherie.
Aufgrund hoher Impfraten ist die Anzahl der Diphtherie-Erkrankungen in den letzten Jahren deutlich rückläufig und es treten in Deutschland nur wenige Fälle pro Jahr auf.
Diphtherie ist hoch ansteckend und wird von Mensch zu Mensch per Tröpfcheninfektion (Husten, Niesen, Sprechen) übertragen.
Eine Ansteckung per Schmierinfektion über Gegenstände ist zwar möglich, jedoch eher selten.
Die Inkubationszeit (Zeit zwischen der Ansteckung und dem Auftreten der Symptome) von Diphtherie beträgt 2–5 Tage.
Die Diphtherie ist hoch ansteckend.
Das Diphtherie Bakterium wird in erster Linie über die Atemluft (Tröpfcheninfektion), also über Husten, Niesen oder Küssen und auch Reden übertragen.
Die Kinder bleiben so lange ansteckend, wie der Erreger in Sekreten nachweisbar sind. Die Ansteckungsgefahr besteht somit ohne Behandlung etwa zwei bis vier Wochen.
Bei Patienten mit chronischen Hautläsionen kann sich der Zeitraum auf über 6 Monate verlängern.
Bei korrekter Behandlung verkürzt sich diese Zeit jedoch auf zwei bis vier Tage.
Der Besuch einer Gemeinschaftseinrichtung, wie zum Beispiel eine Kindertagesstätte, kann erst mit einem ärztlichen Attest wieder erfolgen.
Die STIKO empfiehlt die Diphtherie Impfung für alle Säuglinge, Kinder, Jugendliche und Erwachsene.
Die erste Auffrischung erfolgt im Alter von 5-6 Jahren, die 2. im Alter von 9-17.
Anschließend wird eine Auffrischungsimpfung alle 10 Jahre empfohlen.
In Deutschland sind über 95 % unter den Schulanfängern gegen Diphtherie geimpft.
Erwachsene hingegen versäumen jedoch häufig eine nach 10 Jahren fällige Auffrischungsimpfung. Erwachsene profitieren somit stark von dem Herdenschutz durch hohe Impfraten unter Kindern.
Die Impfung gegen Diphtherie erfolgt im Rahmen des Impfkalenders der ständigen Impfkommission (STIKO).
Sie wird als Kombinationsimpfstoff in der Sechsfachimpfung gegen Tetanus, Kinderlähmung, Keuchhusten, Hepatitis B, Haemophilus influenzae verabreicht.
Diese Impfung erfolgt im Alter von zwei, drei, vier und 11-14 Monaten.
Es erfolgen weiterhin zwei Auffrischimpfungen im Alter von fünf bis sechs Jahren und 9-16 Jahren. Im Erwachsenenalter sollte die Impfung gegen Diphtherie alle 10 Jahre aufgefrischt werden.
Wie bei jeder Impfung kann es zu einer lokalen Reaktion mit Schwellung, Rötung undSchmerzen an der Einstichstelle kommen.
Auch leichtes Fieber und Unwohlsein nach einer Impfung können auftreten und sollten nicht weiter beunruhigen.
Die Impfung richtet sich primär nicht gegen den Erreger selbst, sondern erzeugt eine antitoxische Immunität und verhindert somit einen schweren Verlauf, nicht jedoch eine Infektion mit dem Erreger. Somit kommt es auch bei Geimpften zu nicht klassischen Diphtheriesymptomen nach einer Infektion.
Besonders bei Reisen in sog. Endemiegebiete sollte die Impfung gegen Diphtherie aufgefrischt werden.
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